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Zimmerpreise in sächsischen Hotels steigen im Schnitt um vier Prozent

Leipzig teurer als Dresden Zimmerpreise in sächsischen Hotels steigen im Schnitt um vier Prozent

Für Übernachtungen in Sachsen müssen Urlauber tiefer in die Tasche greifen als noch ein Jahr zuvor. Ein Hotel- oder Pensionszimmer kostet 3,83 Prozent mehr.

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden.  Für Übernachtungen in Sachsen müssen Urlauber tiefer in die Tasche greifen als noch ein Jahr zuvor. Ein Hotel- oder Pensionszimmer kostet 3,83 Prozent mehr. Laut Preisbarometer des Onlineportals Hotel.de zahlt ein Übernachtungsgast seit März 2015 im Durchschnitt 73,79 Euro statt der bisher 71,07 Euro.

„Das ist noch wenig erhöht“, kommentiert Holm Retsch, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Leipzig. 3,83 Prozent seien „eine marginale Anpassung auf einem sehr niedrigen Niveau“. Denn die Hotelbranche müsste die gestiegenen Energie- und Verwaltungskosten sowie den Mindestlohn schultern.

Laut Hotel.de rangiert Sachsen im Mittelfeld: auf Platz 12. Dahinter folgen Mecklenburg-Vorpommern (72,75 Euro), Thüringen (69,85 Euro), Brandenburg (69,01 Euro) und Schlusslicht Sachsen-Anhalt (67,52 Euro). Die Zimmer in Sachsen sind somit die teuersten in ganz Ostdeutschland. Die bundesweit teuersten Hotelbetten stehen in Hamburg und Hessen. Dort zahlen Gäste 96,82 Euro und 91,13 Euro pro Nacht.

„Die ostdeutschen Bundesländer liegen auf den hinteren Rängen, weil diese insgesamt ein günstigeres Preisniveau haben als Weststädte“, erklärt Claudia Gerbeth, Sprecherin von Hotel.de. Keine ostdeutsche Großstadt befinde sich aufgrund des niedrigeren Lohn-, Preis- und Mietniveaus unter den zehn teuersten Städten, dafür aber fünf unter den günstigsten wie Chemnitz (3. Platz, 68,29 Euro). Dresden besetzt den 8. Platz (72,24 Euro). Spitzenreiter bei den Günstigsten ist Paderborn (65,15 Euro/Nacht).

Leipzig ist die teuerste sächsische Stadt (82,98 Euro pro Nacht), rangiert bundesweit aber im Mittelfeld: auf Platz 40 der teuersten Städte sowie Platz 37 der günstigsten. Im europäischen Vergleich liegt Leipzig ebenfalls im Mittelfeld – gleichauf mit Rom und Madrid.

Immer beliebter werden Übernachtungen in sächsischen Städten, so Gerbeth. Betrachtet man Dresden und Leipzig, unterscheiden sich die Motive: Während nach Leipzig zu 80 Prozent Geschäftsleute zu Messen pilgern, sind es in Dresden nur 35 Prozent. Dort kommen hauptsächlich Touristen wegen der Sehenswürdigkeiten an, urteilt Matthias Gilbrich, Leiter der Marktforschung von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen.

Darüber hinaus prägen Angebot und Nachfrage die Preise: Laut Gilbrich verfügt Dresden bei gleicher Einwohnerzahl über knapp 20 000 Hotelbetten, Leipzig aber nur über 12 700. Der Wettbewerb, der auch über den Preis geführt wird, sei in Dresden daher deutlich stärker.

Starke Unterschiede zwischen Städten desselben Bundeslandes sind laut Hotel.de keine Seltenheit: In Nordrhein-Westfalen liegt Paderborn mit 65,15 Euro weit unter dem Preisniveau von Düsseldorf (101,74 Euro). Auch wegen Sonderevents verändern sich die Preise: Zur IT-Messe CeBIT in Hannover verlangen Hotelbetreiber nicht gewöhnliche
87,44 Euro, sondern 107,55 Euro pro Nacht. Michael Hummel, Referatsleiter Recht der Verbraucherzentrale Sachsen, rät Reisenden deshalb, „interessante, aber weniger bekannte“ Schnäppchenseiten im Internet sowie die Vermittlungsportale für Privatwohnungen in den Blick zu nehmen. Die seien oftmals günstiger.

2015 wurde in Sachsen 18, 7 Millionen Übernachtungen gezählt. 113 331 Betten aus 2123 Einrichtungen standen zur Verfügung. Allein Leipzig nahm 4,9 Millionen Euro ein – knapp ein Drittel des sächsischen Jahresumsatzes.

Von Melanie Steitz

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