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Zahlen aus dem Kultusministerium in Dresden belegen Fehlstart für Sachsens Reformprojekt "Oberschule"

Zahlen aus dem Kultusministerium in Dresden belegen Fehlstart für Sachsens Reformprojekt "Oberschule"

Das ambitionierte Oberschul-Projekt der schwarz-gelben Koalition in Sachsen beginnt mit einem Fehlstart. Die neu eingeführte Bildungsempfehlung in Klasse 6 läuft ins Leere.

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GEW-Landeschefin Sabine Gerold

Quelle: Archiv

Das sächsische Kultusministerium verteidigt die Idee. Für die Bildungsgewerkschaft GEW wirft der Flop ein bezeichnendes Licht auf das gesamte Vorhaben "Oberschule" zur Reform der Mittelschulen.

Für den Wechsel ans Gymnasium ist in Sachsen eine Bildungsempfehlung der Schule notwendig. Grundsätzlich gibt es die nach der Klasse 4 an der Grundschule. Im Schuljahr 2011/2012 gab es jedoch erstmals auch eine Bildungsempfehlung für Mittelschüler in der 6. Klasse. Diese zweite Stufe ist Kernbestandteil der Reform der Mittelschulen zu "Oberschulen", die vor allem von der FDP vorangetrieben wird. Die zweite Bildungsempfehlung soll die Durchlässigkeit des Systems erhöhen, mehr Wechsel von den Mittelschulen an Gymnasien ermöglichen. Damit soll letztlich auch der Kritik begegnet werden, mit der Selektion nach Klasse 4 werde in Sachsen viel zu früh über den Bildungsweg entschieden. Weitere Reformschritte sollen im kommenden Schuljahr greifen.

Zahlen aus dem Kultusministerium zeigen jetzt, dass die erste Stufe praktisch verpufft ist. Im vergangenen Schuljahr hatten 1383 Mittelschüler eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium erhalten. Wie Kultusministerin Brunhild Kurth jetzt auf Anfrage der SPD-Abgeordneten Eva-Maria Stange dem Landtag mitteilte, wechselt jedoch lediglich 79 Schüler tatsächlich den Schultyp. In diesem Schuljahr droht eine ähnliche Entwicklung. Diesmal haben 1578 Sechstklässler eine Bildungsempfehlung erhalten. Wer davon tatsächlich kommendes Jahr ans Gymnasium geht, steht noch nicht fest. Das Wechselpotential hält sich aber offenbar grundsätzlich in Grenzen an den Mittelschulen. Unter bestimmten Bedingungen ist in jedem Schuljahr ein Wechsel möglich. Aus Klassenstufe 5 wechselten zwar noch 261 Schüler in die 6. am Gymnasium. In die Klassen 8, 9 und 10 waren es aber im ganzen Land lediglich noch 18, 11 beziehungsweise 12 Mittelschüler.

Das Kultusministerium trat dennoch dem Eindruck entgegen, die zweite Bildungsempfehlung sei ein Flop. "Wer in der vierten Klasse noch nicht so weit war, sollte die Chance zum Wechsel erhalten", erklärte Susann Mehrheim aus dem Kultusressort auf DNN-Anfrage. Ein massenhafter Wechsel sei nicht das Ziel gewesen. Die Durchlässigkeit des Systems sollte erhöht werden. "Diesem Ziel dient die zweite Bildungsempfehlung auch", fügte Mehrheim hinzu.

Die Gewerkschaft GEW, ohnehin Gegnerin der frühen Selektion, sieht das anders. "Mit der zweiten Bildungsempfehlung werden viele Mittelschüler zum zweiten Mal zu Verlierern gemacht, wenn sie nicht die Wechselempfehlung erhalten", sagte Landeschefin Sabine Gerold gegenüber DNN. "Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Durchlässigkeit nicht erhöht", sagte Gerold.

Ein Element des fragwürdigen Oberschulprojekts sei damit schon gefloppt und werfe ein "bezeichnendes Licht auf die nächsten Schritte". Ab August sollen Leistungsgruppen, flächendeckend zweite Fremdsprache und an-deres folgen. "Für 240 Mittelschulen stehen dafür nur 55 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung", kritisierte Gerold. Aus ihrer Sicht müsste der Freistaat das längere gemeinsame Lernen ermöglichen. Wenn es beim bisherigen System bleibe, sollten Wechsel deutlich vereinfacht werden. Die zweite Bildungsempfehlung jedenfalls sorge an den Mittelschulen nur für zusätzliche Belastungen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2013

Ingolf Pleil

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