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Zahl handwerklicher Mühlen gesunken - Branche setzt auf Regionalität

Mühlentag am Pfingstmontag Zahl handwerklicher Mühlen gesunken - Branche setzt auf Regionalität

Wegen des Trends zu Großbäckereien ist im Osten Deutschlands die Zahl handwerklich betriebener Mühlen gesunken. Anfang der 90er Jahre waren es knapp 100, jetzt sind es 78. Kein Mühlensterben sondern eher ein Konzentrationsprozess.

Die Paltrockwindmühle «Ebbecke» in Audenhain (Sachsen).

Quelle: dpa

Wegen des Trends zu Großbäckereien ist im Osten Deutschlands die Zahl handwerklich betriebener Mühlen gesunken. Anfang der 90er Jahre waren es knapp 100, jetzt sind es 78, wie der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Müllerbundes, Bernhard Senft, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Von einem Mühlensterben wollte er aber nicht sprechen, eher von einem Konzentrationsprozess. Der Hauptgrund sei der Trend zu größeren Bäckereien mit vielen Filialen. Diese bezögen ihr Mehl meist nicht aus der kleinen Mühle in der Region, sondern von den wenigen Großmühlen im industriellen Maßstab. Auf sie entfalle etwa 80 Prozent der Mehlproduktion.

„Wir kämpfen um jeden Bäcker“, betonte Senft. „Aber die Konzentration hat in der Branche zugenommen.“ Die Mühlen setzten deswegen verstärkt auf Regionalität. Ziel sei es, dass vom Anbau des Getreides beim Bauer über das Mahlen in der Mühle bis hin zum Verarbeiten des Mehls beim Bäcker alles in ein und derselben Region geschehe. Dazu würden entsprechende Verträge mit Landwirten vor Ort geschlossen. Dies mache inzwischen etwa ein Drittel des Geschäfts aus. Außerdem hätten sich viele Müller ein zweites Standbein mit der Produktion und dem Verkauf von Tierfutter geschaffen, sagte Senft. Oder sie stellen Spezialmehle her, etwa ohne Gluten.

Die Gefahr von Rückständen im Mehl - etwa von Insektiziden oder Herbiziden wie dem umstrittenen Glyphosphat - sieht Senft nicht. Das angelieferte Getreide werde in den Laboren der Mühlen jeweils vor der Verarbeitung untersucht und bei auffälligen Werten nicht vermahlen. Seinen Angaben nach produzieren die handwerklichen Mühlen in Ostdeutschland mehr als 100 000 Tonnen Mehl pro Jahr. Zum Vergleich: Laut Verband Deutscher Mühlen werden in Deutschland jährlich insgesamt gut 8,2 Millionen Tonnen Getreide vermahlen; daraus resultieren gut 6,6 Millionen Tonnen Mehl.

Die kleinen Mühlen im Osten bieten mehr als 300 Menschen Arbeit. Probleme, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen, sieht Senft nicht. Im aktuellen Lehrjahr hätten im Verbandsgebiet sechs junge Menschen eine Ausbildung zum Müller begonnen.

Beim bundesweiten Mühlentag am Pfingstmontag (16. Mai) empfangen nicht nur historische Mühlen Besucher, sondern bieten auch einige aktive Müller Gästen Einblicke in ihre Arbeit.

dpa

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