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Zahl der Steuer-Selbstanzeigen in Sachsen ist stark rückläufig

Verschärfte Bedingungen für die strafbefreiende Selbstanzeige Zahl der Steuer-Selbstanzeigen in Sachsen ist stark rückläufig

Bei Sachsens Finanzämtern zeigen sich immer weniger Steuersünder an, die Summe der Nachzahlungen liegt inzwischen unter einer Million Euro. Die Behörden haben schon früher mit Rückgang gerechnet.

Seit fast zwei Jahren ist es in Deutschland deutlich teurer, mit Selbstanzeige straffrei davonzukommen.

Quelle: dpa

Dresden. In Sachsen haben sich im zweiten Jahr nach Verschärfung der Regeln für Selbstanzeigen bei Steuerhinterziehung bis Ende September nur 29 Steuersünder beim Finanzamt angezeigt. Damit meldeten sich in den ersten drei Quartalen 2016 nur knapp ein Viertel so viele Menschen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen in der Schweiz wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Trend sei stark rückläufig, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Von Januar bis September 2015 zeigten sich 126 Sachsen an, die in der Schweiz Geld vor dem Fiskus versteckt hatten.

In diesem Jahr lag auch die Summe der Nachzahlungen um die Hälfte niedriger als im Vorjahreszeitraum. Zwischen Januar und September zahlten Steuerhinterzieher fast 690 000 Euro. In den ersten drei Quartalen 2015 waren es rund 1,5 Millionen Euro, am Jahresende standen mehr als 1,9 Millionen Euro zu Buche. Seit Einführung der Statistik im Februar 2010 summiert sich die Zahl der Selbstanzeigen im Freistaat inzwischen auf 727 und die Höhe der nachträglichen Steuereinnahmen auf fast 6,4 Millionen Euro.

Das Finanzministerium sieht die Entwicklung als Folge der seit Anfang 2015 verschärften Bedingungen für die strafbefreiende Selbstanzeige. Die Neuregelung war „ein richtiger Schritt“, wie Finanzminister Georg Unland (CDU) erklärte. „Trotz der sehr engen Grenzen, die für die Selbstanzeige gelten, bietet diese Regelung nach wie vor eine annehmbare Brücke, um den Weg zurück zur Steuerehrlichkeit zu finden.“ Allerdings hatten die Behörden damit gerechnet, dass die Steuersünder reinen Tisch machen, als die Konditionen noch günstiger waren.

Seit fast zwei Jahren ist es in Deutschland deutlich teurer, mit Selbstanzeige straffrei davonzukommen: bis zu einer hinterzogenen Summe von 25 000 Euro. Bei höheren Beträgen wird nur gegen Zahlung eines kräftigen Zuschlags von Strafverfolgung abgesehen. Das Geld fließt in den bundesweiten Steuertopf, aus dem es in die Bundesländer verteilt wird, erklärte der Ministeriumssprecher. „Alle kriegen etwas ab, unabhängig davon, wie viel sie jeweils eingenommen haben.“

dpa

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