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Weihnachtsland Sachsen - Von Bergparade bis Striezelmarkt

Räuchermann, Nussknacker und Schwibbogen Weihnachtsland Sachsen - Von Bergparade bis Striezelmarkt

Sachsen inszeniert sich gern als Weihnachtsland. Tatsächlich gibt es vor allem im Erzgebirge viele Traditionen rund um das Fest. Hier wird es mit Räuchermann, Nussknacker und Schwibbogen geradezu zelebriert.

Rund 1000 Bergbrüder und Bergmusiker aus dem Erzgebirge und der Tschechischen Republik beteiligten sich in ihrem festlichen Habit an der Auftaktbergparade in Chemnitz.

Quelle: dpa

Dresden. Die ersten Weihnachtsmärkte sind geöffnet und locken mit Glühwein, Lebkuchen und Lichterglanz. Vom Erzgebirge bis zum Dresdner Striezelmarkt - Sachsen feiert sich als Deutschlands Weihnachtshochburg und wartet mit einigen Rekorden auf. Während sich der Handel auf gute Geschäfte freut, rüsten sich die Feuerwehren für zahlreiche Einsätze.

Grösser, höher, älter

Die Weihnachtsmärkte in Sachsen warten mit einigen Superlativen auf. Der Striezelmarkt ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands - und dort dreht sich mit 14,62 Metern die höchste erzgebirgische Stufenpyramide der Welt. Außerdem kann der Gast über einen 13 Meter langen und fünf Meter hohen Schwibbogen wandeln. Auf der Festung Königstein rund 250 Meter hoch über der Elbe locken der mit 112 Metern vermutlich längste Adventskalender und ein riesiger Herrnhuter Stern von 2,50 Meter Durchmesser, von denen es weltweit nach eigenen Angaben nur acht Exemplare gibt. Zum Stollenfest auf dem Striezelmarkt wird der mehrere Tonnen schwere Stollen angeschnitten, der mehr als vier Meter lang ist. 

Klingelnde Kassen

Die Wochen vor Weihnachten sind für Sachsens Einzelhändler die wichtigsten des Jahres - manche Branchen machen in dieser Zeit bis zu 25 Prozent ihres Jahresumsatzes. Ganz oben auf der Liste stehen Gutscheine und Spielwaren, aber auch Uhren, Bücher und Schmuck. Die Händler rechnen mit einem Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro. Bundesweit sollen es rund 86,7 Milliarden sein.

Weihnachtsland Sachsen

Sachsen ist Deutschlands Weihnachtsland Nummer eins - sagt die Tourismusbranche. Trotz Pegida und angespannter Sicherheitslage nach den Terroranschlägen geht der Landestourismusverband für 2015 von 7,5 Millionen Gästen und 19 Millionen Übernachtungen aus. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Die Buchungslage für die Weihnachtszeit ist den Angaben zufolge gut. 

Feuerwehren

Die Feuerwehren sind laut Landesverband in der Weihnachtszeit verstärkt im Einsatz, um brennende Tischgestecke oder auch Weihnachtsbäume zu löschen. „Die Hauptursache ist, dass brennende Kerzen einfach unbeaufsichtigt gelassen werden“, so der stellvertretende Vorsitzende Christian Kirsch. Er rät dazu, immer die Kerzen zu löschen, sobald man den Raum verlässt. Zudem sollten echte Kerzen am Weihnachtsbaum immer von oben nach unten angezündet werden.

Herrnhuter Sterne

Die Schmuckstücke mit den Zacken sind gefragt, auch weltweit. In diesem Jahr schmücken sie erstmals die Weihnachtsmärkte in Boston und Philadelphia (USA), auch im kanadischen Toronto und im japanischen Osaka sind die roten, gelben oder weißen Sterne in der Weihnachtszeit zu sehen. Mittlerweile werden rund 600.000 Sterne pro Jahr in der Oberlausitzer Manufaktur hergestellt, vor zwei Jahren waren es noch rund 450.000 Stück. 

Tausend Lichter

In Dresden kümmern sich die Betreiber der Weihnachtsmärkte zumeist selbst um die Beleuchtung. In der Innenstadt und auf der Augustusbrücke hat die Stadt 2800 LED-Lämpchen aufgehängt. Kosten: 250 Euro pro Monat. Der Weihnachtsbaum auf dem Leipziger Marktplatz wird mit rund 3000 LED-Lichtern zum Strahlen gebracht, hinzu kommen 5300 Lampen an und über den Straßen. Mehr als die Hälfte sind energiesparende LED-Lämpchen. In Chemnitz lassen 15.500 Lichter den Weihnachtsmarkt strahlen. Den Markt und Neumarkt überspannt eine 180 Meter lange Kette mit 480 Lichtern.

Weihnachten mal anders

Wer beim Anblick Tausender Räuchermänner und Nussknacker Beklemmungen empfindet, muss nach Alternativen zu herkömmlichen Weihnachtsbräuchen Ausschau halten. Die ultimativ andere Sicht auf das Fest bietet seit Jahren Comedian Olaf Schubert mit seinem „Krippenspiel“, das in vielen Orten allerdings schon ausverkauft ist. Fans von Dynamo Dresden können das Fest auf dem „heiligen Rasen“ ihres Fußballclubs vorfeiern. Am 21. Dezember singt der Dresdner Kreuzchor bei seinem Stadion-Konzert die beliebtesten Weihnachtslieder gemeinsam mit Besuchern der Arena. 

Bergparaden und Männelmacher

Zur erzgebirgischen Weihnacht gehören die Bergparaden - etwa in Seiffen, Aue oder Marienberg. Am 4. Advent wird der Abschluss mit rund 900 Trachtenträgern in Annaberg-Buchholz gefeiert. In der Weihnachtszeit haben zudem die „Männelmacher“ im Erzgebirge Hochsaison. Die Branche mit etwa 2000 Beschäftigten und 60 Verbandsbetrieben setzt jährlich etwa 50 Millionen Euro um. In diesem Jahr erwartet der Verband allerdings nur eine geringe Steigerung.

Von Christiane Raatz und Jörg Schurig, dpa

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