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Warnstreiks der Lehrer - Kurth wirbt um Lehrer aus dem Ausland

Debatte auch im Landtag Warnstreiks der Lehrer - Kurth wirbt um Lehrer aus dem Ausland

Rund 800 Lehrerinnen und Lehrer haben sich nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag in Sachsen an Warnstreiks beteiligt. Damit wollten sie der Forderung nach Tarifverhandlungen für eine bessere Eingruppierung Nachdruck verleihen.

Lehrer protestierten am Donnerstag vor dem Sächsischen Landtag in Dresden.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Rund 800 Lehrerinnen und Lehrer haben sich nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag in Sachsen an Warnstreiks beteiligt. Damit wollten sie der Forderung nach Tarifverhandlungen für eine bessere Eingruppierung Nachdruck verleihen, teilte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit. Aufgerufen waren Gewerkschaftsmitglieder an öffentlichen Schulen in Chemnitz, Plauen, Freiberg, Brand-Erbisdorf, Dresden, Freital, Görlitz, Radebeul, Radeburg und Moritzburg. Ab der 4. Unterrichtsstunde wurde die Arbeit niedergelegt.

Die GEW hat am Donnerstag gegen die drohende Mehrbelastung für Lehrer in Sachsen demonstriert.

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Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) kritisierte im Landtag indirekt die Warnstreiks: „Ich plädiere dafür, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer Unterricht halten und mit uns konstruktiv über attraktivitätssteigernde Maßnahmen sprechen.“ Mit Streiks steige der Unterrichtsausfall.

Nach Angaben von GEW-Chefin Uschi Kruse wollen die Gewerkschaften eine tarifliche Lösung erreichen, die „die jetzigen Ungerechtigkeiten in Sachsen und die Benachteiligungen der sächsischen Lehrkräfte gegenüber ihren verbeamteten Kollegen in den anderen Bundesländern beseitigt“. Die Eingruppierung sei ein wesentliches Element zur Lösung der Personalprobleme im Schulbereich. Sollte sich die Regierung weiter Tarifverhandlungen zur Eingruppierung verweigern, schließe die GEW weitere Warnstreikaktionen nicht aus, hieß es.

Um die Situation der Lehrer ging es am Donnerstag auch bei einer Debatte im Landtag. Kurth wünschte sich dabei Pädagogen aus Polen und Tschechien an sächsischen Schulen. „Es gibt hervorragend ausgebildete Lehrer mit exzellenten Deutschkenntnissen, die sich sehr freuen, an unseren sächsischen Schulen Dienst zu tun“, sagte sie. Lehrer aus den beiden Nachbarländern Sachsens seien nicht nur in Naturwissenschaften gut ausgebildet. Um dem Mangel zu begegnen, hatte Sachsen schon vor längerem seine Fühler nach Tschechien ausgestreckt. Inzwischen gibt es auch eine Verständigung mit Polen.

Die Linken hatten über Lehrermangel und Ausfall von Unterricht debattieren wollen und die Schulen in Gefahr gesehen. Kurth warnte vor „Panikmache und negativen Schlagzeilen“. Dies helfe nicht bei der Werbung um Lehrer. Sachsens Schulen seien nicht in Not. „Wir sind auf einem guten Weg, das Mammutprogramm an Einstellungen zu bewältigen.“ Es werde aber bestimmt nicht leicht, dies für den Schuljahresstart hinzubekommen: „Der Lehrer-Arbeitsmarkt ist leer gefegt.“ Sachsen befinde sich im Wettbewerb mit anderen Ländern.

Der Freistaat will für das kommende Schuljahr 1200 neue Lehrer einstellen, davon 200 befristet. Nach Angaben des Kultusministeriums scheiden im Juli 583 Lehrer aus dem Schuldienst aus, darunter 322 aus Altersgründen.

dpa

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