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Viele Kirchen in Sachsen sind außerhalb der Gottesdienste geschlossen

Viele Kirchen in Sachsen sind außerhalb der Gottesdienste geschlossen

Alltagsstress, Einsamkeit oder Neugierde  - Gründe, eine Kirche auch außerhalb des Gottesdienstes zu besuchen, gibt es einige. Doch oft stehen die Besucher in Sachsen vor verschlossener Tür.

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Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Gerade in kleineren Gotteshäusern in ländlichen Regionen sieht es mit den Besichtigungszeiten eher schlecht aus. Anders als bekannte Stadtkirchen, wie etwa die Dresdner Frauenkirche, haben die ländlichen Gotteshäuser keinen täglichen Besucheransturm.

Im Freistaat gibt es rund 1300 Kirchen und Friedhofskapellen, davon sind Schätzungen zufolge etwa zwei Drittel die meiste Zeit geschlossen. „Zurzeit zeichnet sich allerdings ein Sinneswandel ab“, sagte Angelika Schönfeld, Referentin für Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen. Immer mehr Gemeinden versuchen, ihre Kirchen für Besucher zu öffnen. Projekte wie die „Nacht der offenen Dorfkirchen“ im Leipziger Land unterstützen diesen Trend.

„Viele Gemeinden wollen gern ihre Kirche öffnen, haben aber Probleme, die Betreuung der Öffnungszeiten zu organisieren“, sagte Matthias Oelke, Sprecher des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes Sachsen. Vielerorts fehle es an Mitarbeitern, die während der Öffnungszeiten vor Ort seien. Oft bliebe die Aufgabe an den Kirchvorstehern hängen.

„Für die aber ist die Betreuung eine enorme Zusatzbelastung“,  sagte Cathrin Hagen, Pfarramtsverwalterin in der Lutherkirche Radebeul. Man sei daher auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. „Nur so kann eine zuverlässige Öffnung der Kirche gewährleistet werden.“ Allerdings könne man nicht nur auf Ehrenamtliche zurückgreifen. „Lange Zeit hat eine ältere Dame unsere kleine Kirche morgens für Besucher aufgeschlossen“, sagte der Kirchvorsteher der St. Martins Kirche zu Nerchau (Muldentalkreis), Peter Kessenich. Weil sie aber erkrankt sei, bleibe das Haus nun tagsüber geschlossen.

Zudem ist es mit dem Türaufschließen allein oft nicht getan. Auch eine Aufsicht der Kirchenräume während der Öffnungszeiten müsse gesichert werden, so Matthias Oelke. „Wenn niemand die Innenausstattung bewachen kann, muss die Kirche geschlossen bleiben.“ Kirchendiebstähle seien keine Seltenheit. Ob Buntmetall, Kunstgegenstände oder andere Wertsachen: Kirchendieben ist nichts heilig. „Bei uns wurde vor kurzem ein Computer gestohlen und der Opferstock aufgebrochen“, erzählt Cathrin Hagen.

Die meisten Besucher zieht es jedoch aus hehren Gründen in die Gotteshäuser: „Ein Großteil unserer Gäste sind Menschen, die einfach einen Ort zum Ausruhen und Besinnen suchen“, sagte Peter Kessenich. Auch viele junge Menschen seien darunter, zudem Radtouristen und Tagesausflügler.

Nach Angaben des Landestourismusverbandes Sachsen gehört für jeden fünften Deutschen ein Besuch von religiösen Bauten zum Reisen dazu. „Christlicher Glaube und Tourismus haben schließlich viel gemeinsam, zum Beispiel Gastfreundschaft und die Erweiterung des eigenen Horizontes“, sagte Direktor Manfred Böhme.

Umfrage: Leonore Schicktanz, dpa

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