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Verständnis von SPD für Lehrerproteste in Sachsen

Debatte im Landtag Verständnis von SPD für Lehrerproteste in Sachsen

Die SPD hat als Teil der sächsischen Regierungskoalition Verständnis für die Proteste der Lehrer geäußert. Damit gingen die Sozialdemokraten am Mittwoch im Landtag auf Distanz zu Vertretern der CDU, die mit Kopfschütteln auf die Kritik der Gewerkschaften an dem Maßnahmepaket gegen Lehrermangel reagiert hatten.

Der Lehrerprotest am Mittwoch vor dem Landtag

Quelle: dpa

Dresden. Die SPD hat als Teil der sächsischen Regierungskoalition Verständnis für die Proteste der Lehrer geäußert. Damit gingen die Sozialdemokraten am Mittwoch im Landtag auf Distanz zu Vertretern der CDU, die mit Kopfschütteln auf die Kritik der Gewerkschaften an dem Maßnahmepaket gegen Lehrermangel reagiert hatten. Im Landtag wurde es zwischenzeitlich laut. Am späten Nachmittag protestierten Lehrer vor dem Landtag.

„Ich verstehe die Proteste“, sagte SPD-Politikerin Sabine Friedel. In den vergangenen Jahren habe sich zu wenig bewegt. Die Maßnahmen seien nicht „das Gelbe vom Ei“ und „kein Glücksfall, aber auch keine Katastrophe“. Dies sei „ein erster Befreiungsschlag - nicht mehr und nicht weniger“. Das Paket enthalte wichtige Schritte. Für keinen Lehrer würden sich die Bedingungen verschlechtern, für viele aber verbessern. CDU-Politiker Lothar Bienst räumte ein, dass die Kommunikation über das Paket nicht optimal war.

Vertreter der Opposition bezeichneten die Maßnahmen als unzureichend. Nach Ansicht von Cornelia Falken (Linke) wird Sachsen das Problem des Lehrermangels nicht lösen. Das Land habe so schon den Wettbewerb um die besten Köpfe verloren. Die Grundschullehrer seien total vergessen worden. Die Probleme seien das Ergebnis einer „kurzsichtigen und ignoranten Bildungspolitik“ der CDU. Nach den Worten von Grünen-Politikerin Petra Zais geht das Paket zu Lasten älterer Kollegen, die das Schulsystem schon seit vielen Jahren tragen. Auch die AfD sah keinen Grund für Lobhudelei.

Sachsens Regierung sieht dagegen mit ihren Vorschlägen den Standard des Bildungssystems gesichert. Das machte auch Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) deutlich. Sie sei stolz auf das Maßnahmepaket, sagte Kurth. Es gehe unter anderem darum, jungen Lehrern den Einstieg zu erleichtern und ältere zum längeren Verbleib im Bildungssystem zu bewegen: „Die Maßnahmen machen den Lehrerberuf eindeutig attraktiver.“ Es gebe auch deutliche Zustimmung aus den Lehrerzimmern.

Am späten Nachmittag protestierten mehrere Hundert Lehrer vor dem Landtag in Dresden. Dazu hatten Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Sächsischer Lehrerverband aufgerufen. Nach den Worten von GEW-Chefin Uschi Kruse steht Sachsen vor einem Offenbarungseid. Immer wenn es brenzlig werde, packe die Regierung ein Paket. Es werde zwar endlich Geld angepackt, aber der Lehrerberuf durch das Maßnahmepaket nicht attraktiver: „Sachsen bleibt im bundesweiten Wettbewerb auf Platz 16.“

Das Maßnahmepaket sieht unter anderem zusätzliche Stellen vor. Lehrer erhalten Anreize, um freiwillig mehr zu arbeiten. Rund ein Drittel der 2000 Lehrkräfte in Sachsen arbeiten in Teilzeit.

dpa

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