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Unister bestätigt: Auch Gesellschafter Oliver Schilling unter Absturzopfern

Flugzeugabsturz in Slowenien Unister bestätigt: Auch Gesellschafter Oliver Schilling unter Absturzopfern

Beim Flugzeugabsturz mit vier Toten in Slowenien kam neben Unister-Firmenchef Thomas Wagner auch Gesellschafter Oliver Schilling ums Leben. Das bestätigte das Unternehmen am Freitagnachmittag. Laut einem Medienbericht hatten sie einen Koffer mit einer großen Menge Bargeld bei sich.

Die Absturzstelle des Kleinflugzeugs bei Predmeja im Westen von Slowenien. Bei dem Unglück starb neben Thomas Wagner offenbar ein weiterer Unister-Gesellschafter.

Quelle: dpa

Leipzig. Der Absturz eines Kleinflugzeugs am Donnerstag in Slowenien hat einem weiteren Gesellschafter von Unister das Leben gekostet. Neben Firmengründer und Geschäftsführer Thomas Wagner (38) ist auch Oliver Schilling (39) unter den vier Todesopfern. Das bestätigte Unister-Sprecher Dirk Rogl am Freitagnachmittag. Angehörige hätten dies dem Unternehmen mitgeteilt. Der Vater dreier Kinder war ebenso wie sein Zwillingsbruder Christian Schilling Minderheitseigner des 2002 gegründeten Internet-Unternehmens aus Leipzig, jeweils mit elf Prozent. Wagner, der kinderlos und nicht verheiratet war, besaß 42 Prozent.

Vier Männer – neben Thomas Wagner der 73 Jahre alte Pilot, ein 65 Jahre alter Banker sowie der 39-Jährige Schilling – saßen nach Polizeiangaben in der Piper PA-32R, die  am Donnerstagvormittag nahe dem slowenischen Predmeja in ein Waldgebiet stürzte. Bilder vom Unglücksort zeigten das völlig zerstörte und ausgebrannte Wrack des einmotorigen Kleinflugzeugs, das auf dem Rückweg von Venedig nach Leipzig war. Wagner hatte in Italien nach LVZ-Informationen einen geschäftlichen Termin. Es soll um Finanzfragen gegangen sein. Erst am Mittwoch war er dafür nach Venedig gereist.

Geldkoffer mit mehreren Millionen Euro an Bord?

Zu einem Bericht der Bild-Zeitung, wonach am Unglücksort eine größere Menge Bargeld in einem Geldkoffer gefunden worden sein soll, sagte Unister-Sprecher Rogl: „Das entspricht nicht dem Geschäftsgebaren von Thomas Wagner. Wir werden eng mit den Behörden zusammenarbeiten, um diesem Verdacht nachzugehen.“ Die Rede ist von bis zu vier Millionen Euro, die an Bord gewesen sein sollen.

Unister will nach dem Tod des Gründers und Geschäftsführers voraussichtlich noch am Freitag über einen Nachfolger an der Firmenspitze entscheiden. Die Geschäftsleitung habe dafür bereits am Donnerstagabend sowie am Freitag die Weichen gestellt, so Rogl. Im erweiterten Führungskreis habe es am Vormittag eine Schweigeminute für den verstorbenen Gründer und Kopf des Unternehmens gegeben, das mit Portalen wie ab-in-den-urlaub.de oder fluege.de bundesweit bekannt wurde.

Für die trauernden Mitarbeiter soll laut Rogl ein Kondolenzbuch bereitgestellt werden. Im Firmen-Intranet wurden sie noch am Abend per Mitteilung über den Tod ihres Chefs informiert. „Ruhe in Frieden, lieber Thomas“, war der Eintrag überschrieben. „Alle sind natürlich schockiert, aber auch entschlossen, dass es weitergeht“, fasste Rogl die Stimmungslage zusammen. Unterdessen äußerte Ex-Unister-Sprecher Konstantin Korosides Zweifel an der Unglückstheorie. "Ich glaube nicht an einen normalen Absturz", sagte er der LVZ.

Mitgründer Kirchhof „traurig und sprachlos“

Unister-Mitgründer Daniel Kirchhof, mit dem Wagner zwischenzeitlich verstritten war, zeigte sich tief betroffen. „Unfassbar! Ich trauere zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Unister“, schrieb er in einer Mitteilung. „Wir sind alle traurig. Und sprachlos. Thomas Wagner hat Unister gegründet und geführt. Er hat ein neues Wirtschaftssegment geschaffen, Großes aufgebaut und uns allen eine gute, auf die Zukunft ausgerichtete Arbeit gegeben. Er wählte das historische Leipzig als Standort und baute gemeinsam mit uns Gründern einen der international größten Online-Reisevermittler auf. Wir trauern um den Chef, den Kämpfer und langjährigen Wegbegleiter. Wir Gesellschafter werden nun zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne Thomas Wagner Unister weiterentwickeln, aber vergessen wollen wir ihn nie.“

Von Robert Nößler

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