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Unis in Leipzig und Chemnitz kritisieren Sachsens Pläne zur Grundschullehrer-Ausbildung

Unis in Leipzig und Chemnitz kritisieren Sachsens Pläne zur Grundschullehrer-Ausbildung

Die Absicht der sächsischen Landesregierung, künftig Grundschullehrer in Chemnitz auszubilden, stößt sowohl bei der dortigen Technischen Universität (TU) als auch bei der Leipziger Uni auf heftige Kritik.

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Beate Schücking bei ihrer Einführung ins Rektorenamt der Uni Leipzig mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (Archivfoto)

Quelle: dpa

"Diese Entscheidung missachtet die an der Universität Leipzig bereits erfolgreich etablierten Strukturen im Bereich der Lehrerbildung“, sagte deren Prorektor für Bildung und Internationales, Claus Altmayer, am Mittwoch. In der Messestadt werde für 500 Studienanfänger sowohl die grundständige Ausbildung als auch die Weiterbildung auf qualitativ hochwertigem Niveau angeboten. „Wir sind das Zentrum für Lehrerbildung in Sachsen und wissen, welch hohen Bedarf an gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern das Land in den nächsten Jahren haben wird", pflichtete Uni-Rektorin Beate Schücking bei. Mit entsprechender Unterstützung der Landesregierung sei die Leipziger Hochschule in der Lage, diesen Bedarf mit dem vorhandenen Fächerspektrum abzudecken.

Gleichzeitig will die TU Chemnitz die ab dem Wintersemester 2013/14 geplante Ausbildung der Grundschulllehrer gar nicht haben. Deren kommissarische Rektorin Cornelia Zanger nannte das Vorhaben der Regierung „nicht nachvollziehbar“. In einer gemeinsamen Mitteilung mit Hochschulratschef Peter Seifert vom Mittwoch forderte sie: „Lehrerausbildung in Chemnitz ja - aber keine Grundschullehrer!“

Sie kritisierte, dass Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) mit der TU „zu keinem Zeitpunkt“ über ihre Absicht gesprochen habe, die Lehrerausbildung wieder aufzunehmen. Das Vorhaben ist Teil des Hochschulentwicklungsplans bis 2020, der am Dienstag vom Kabinett verabschiedet wurde.

Chemnitz sieht Voraussetzungen nicht gegeben – Leipzig wirbt mit Ressourcen

Zugleich verwies Zanger auf einen Vorschlag der TU, künftig insbesondere Gymnasiallehrer für Fächer wie Chemie, Physik, Informatik und Mathematik in Chemnitz auszubilden. Das Konzept liege seit mehr als einem Jahr dem Wissenschaftsministerium und auch dem Kultusministerium vor, ohne dass es bis heute eine Stellungnahme von den Ministerien gebe. „Für den Wiederaufbau der Grundschullehrerausbildung müssten an unserer Universität 30 neue Stellen geschaffen und besetzt werden“, rechnete Zanger vor. Dies stehe im Widerspruch zur vom Wissenschaftsministerium vorgegebenen Kürzung von 42 Stellen bis 2016.

Die Lehramtsausbildung in Chemnitz war nach Angaben der Hochschule 1997 bis 1999 eingestellt worden. Personal sei an andere Hochschulen versetzt worden, Labors und Ausstattung hätten neue Interessenten gefunden. Nun seien die Voraussetzungen für eine Ausbildung in Fächergruppen wie Grundschuldidaktik, Musik und Kunsterziehung nicht mehr gegeben, hieß es weiter.

Die Leipziger Uni sieht sich dagegen gut aufgestellt. Vorhandene Ressourcen ließen sich schnell und effizient ausbauen, erklärte Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung und Transfer: „Mit der erweiterten Nutzung des Campus Jahnallee bestehen auch baulich ideale Voraussetzungen für die Aufnahme einer höheren Zahl von Lehramtsstudierenden." Lediglich für die Ausbildung von Berufsschullehrern biete die TU Chemnitz „fraglos die geeigneteren Studienbedingungen“.

maf / dpa

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