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Umfrage zur Landtagswahl: Ministerpräsident Tillich ist Sympathieträger Nr. 1

Umfrage zur Landtagswahl: Ministerpräsident Tillich ist Sympathieträger Nr. 1

Die große Koalition in Berlin strahlt auf die Spitzenkandidaten von CDU und SPD zur Landtagswahl in Sachsen aus. Sie schneiden in der aktuellen Umfrage der Leipziger Volkszeitung sehr gut ab.

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Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) ist nicht nur fast allen Sachsen bekannt, 82 Prozent der Wahlberechtigten finden ihn auch sympathisch. SPD-Chef Martin Dulig ist zwar weniger bekannt, aber die, die den agilen 39-jährigen Partei- und Fraktionschef kennen, geben ihm zu 70 Prozent gute Noten. Auf Rang drei der Sympathieskala folgt die wortgewaltige Fraktionschefin der Grünen, Antje Hermenau (49) mit einem Sympathiefaktor von 62 Prozent.

Das ergab das aktuelle DNN-Meinungsbarometer zur Landtagswahl in Sachsen. Für diese Studie, die das Leipziger Institut Uniqma im Auftrag der DNNerstellte, wurden Mitte Dezember 800 repräsentativ ausgewählte Bürger des Freistaates befragt. Die Fehlertoleranz der Resultate liegt zwischen 1,5 und drei Prozent.

Tillich, der seit Mai 2008 an der Spitze der Landesregierung steht, hatte auch schon vor fünf Jahren, im April 2009, in der ersten von mehreren DNN-Umfragen zur vorangegangenen Landtagswahl einen hohen Sympathiewert von 78 Prozent.

Der damalige SPD-Spitzenkandidat Thomas Jurk kam nur auf 52 Prozent; Antje Hermenau stand im April 2009 auch nur bei 42 Prozent hoch im Kurs, hat also in den vergangenen Jahren mächtig aufgeholt. Vor der Spitzenfrau der Grünen, die dieses Mal im Duo gemeinsam mit Volker Zschocke, dem Sprecher des Landesvorstandes, in den Wahlkampf zieht, rangierte vor fünf Jahren noch FDP-Landeschef Holger Zastrow (44) mit 47 Prozent. Jetzt finden den liberalen Spitzenmann sogar 48 Prozent sympathisch, aber das reicht nicht mehr für Platz drei wie 2009, sondern nur noch für Rang fünf. Denn mit Partei- und Fraktionschef Rico Gebhardt (50) zieht jetzt auch der Kandidat der Linken an seinem FDP-Kollegen vorbei.

Tillich erhält den meisten Zuspruch von jungen Wählern, 90 Prozent der 18- bis 29-Jährigen finden den 54-jährigen Ministerpräsidenten sympathisch. Nicht nur bei der Jugend kommt der smarte, eher vermittelnde Sorbe besonders gut an, er hat auch Schlag bei Frauen, die ihm noch mehr Pluspunkte geben als die Männer. Auch zwei Drittel der Wähler der Linken mögen den CDU-Spitzenmann.

Frauke Petry, die 38-jährige in Dresden geborene Spitzenfrau der Alternative für Deutschland (AfD), ist, ebenso wie Marcel Ritschel von den Piraten, im Vergleich zu den anderen abgefragten Kandidaten deutlich weniger bekannt. Von denen, die mit dem Namen Frauke Petry etwas anfangen können, findet ein Drittel die Chemikerin und vierfache Mutter, die für das Ersparte der Bürger streitet, absolut in Ordnung. Die sächsische AfD-Landesvorsitzende, die schon zur Bundestagswahl mit ihrer Partei 6,8 Prozent im Freistaat holte, hat ehrgeizige Ziele. Sie will nicht nur den Einzug in den Landtag schaffen, sondern am liebsten auch mitregieren: als konservativ-liberaler Partner der CDU.

In den Landtag führen will auch Marcel Ritschel seine Partei. Der 29-jährige Dresdner, den 27 Prozent sympathisch finden, wurde im November zum Chef der Piratenpartei in Sachsen gewählt. Mit nur zwei Prozent für die Piraten, die vor allem von jungen Männern kommen, ist er allerdings weit von seinem Ziel entfernt.

Holger Apfel (NPD, 42), der unmittelbar nach der Umfrage von allen Parteiämtern zurück- und dann auch aus der NPD austrat, fanden sieben Prozent der Wähler sympathisch, darunter auch Anhänger der CDU und der Linken. Diese sieben Prozent können durchaus ein Indikator dafür sein, dass der Stimmenanteil für die NPD bei der Wahl tatsächlich höher ausfallen kann als nur ein Prozent.

Auch wenn die sächsische Union in der LVZ-Umfrage derzeit die absolute Mehrheit hat, so ist das noch keine Gewähr, dass sie diese im August auch tatsächlich schafft. Da sich die FDP auch in Sachsen auf dem Sinkflug befindet und von satten zehn Prozent im Jahr 2009 auf jetzt zwei Prozent abstürzte, sieht es extrem schlecht aus für die letzte schwarz-gelbe Regierung in Deutschland. Daher schaut sich die Sachsen-Union schon nach Alternativen um. Ihr Wunschpartner ist nicht die AfD, wie diese hofft. Wie CDU-Fraktionschef Steffen Flath kürzlich im DNN-Interview sagte, will seine Partei jetzt stärker mit SPD und Grünen kooperieren. Das riecht zum einen nach großer Koalition wie auf Bundesebene, wofür sich jeder fünfte Wähler in Sachsen ausspricht. Zum anderen könnte das hessische Modell Schwarz-Grün auch in Sachsen Formen annehmen.

Die Bürger antworten nach Einschätzung von Andreas Czaplicki, dem Chef des Uniqma-Institutes, auf die Frage, wer regieren sollte, nach der eigenen Parteipräferenz und den wahrgenommenen Wahlchancen: "CDU-Anhänger hoffen auf eine CDU-Alleinregierung. SPD-Wähler präferieren entweder eine große Koalition nach dem Berliner Vorbild oder ein Bündnis mit den Linken und Grünen."

Wenn es mit der Alleinregierung, auf die jeder zweite CDU-Wähler (49 Prozent) setzt, nichts wird, dann wären die Partner (in der Reihenfolge) SPD (23 Prozent), FDP (15 Prozent) und Grüne (neun Prozent). Von den Wählern der Grünen bevorzugt nur jeder dritte ein Zusammengehen mit der Union. Mehr als die Hälfte träumt von Rot-Rot-Grün.

Aus den Dresdner Neueste Nachrichten vom 2. Januar 2014.

Anita Kecke

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