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Übergewicht, Schlafstörungen, Diabetes - Life-Studie sendet Alarmsignale

Übergewicht, Schlafstörungen, Diabetes - Life-Studie sendet Alarmsignale

Rund 10 000 Probanden und fünf Jahre intensive Forschung. Beim sogenannten LIFE-Projekt haben Wissenschaftler der Leipziger Universität das Ausmaß von Zivilisationskrankheiten bei Erwachsenen in der Messestadt untersucht.

Gestern stellte das Team um die Professoren Markus Löffler und Joachim Thiery eine Reihe von Ergebnissen vor: Mit Sorge werden unter anderem die steigende Zahl von stark Übergewichtigen und die um sich greifenden Schlafstörungen gesehen.

Adipositas: Der Trend zur Fettleibigkeit hält an, besonders bei Personen im höheren Alter. Für die Experten ist es aber vor allem ein Alarmsignal, dass auch immer mehr unter 40-Jährige einen Body-Mass-Index von über 30 aufweisen, was als adipös gilt. In dieser Gruppe betraf das acht Prozent der Studienteilnehmer. Bei den Untersuchungen wurde auch ein Body-Scanner eingesetzt, der die Körperform dreidimensional erfasst und Daten zur Fettverteilung liefert. Acht verschiedene Körperkonfigurationen, die mit Adipositas zusammenhängen, konnten so ermittelt werden. "Es reicht also längst nicht mehr aus, nur nach der üblichen Birnen- und Apfelform zu unterscheiden", erklärte der für diesen Untersuchungsbereich zuständige Henry Löffler-Wirth.

Essverhalten: Bei sechs Prozent der Probanden zeigten sich dahingehend starke Störungen, wobei Frauen weit häufiger als Männer betroffen sind. Die Erscheinungsformen sind vielfältig - reichen vom Stress- oder Angstessen, bei denen kräftig zugeschlagen wird, bis zum völligen Kontrollverlust über die Nahrungsaufnahme. Ein ausgeprägtes Verlangen nach Süßem stellte die Arbeitsgruppe um Antje Löffler bei 30 Prozent der männlichen und 47 Prozent der weiblichen Probanden fest.

Diabetes: Bei der Studie offenbarte sich, dass sieben Prozent der Teilnehmer eine bereits diagnostizierte Zuckerkrankheit hatten, was in etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht. Allerdings kam auch heraus, dass 1,6 Prozent der Probanden einen Diabetes aufwiesen, von dem sie vorher nichts wussten. "Das beschreibt die Dunkelziffer bei dieser Krankheit", meinte Epidemiologe Christoph Engel.

Bluthochdruck: Er gilt als starker Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Studie zeigte, dass 56 Prozent der beteiligten Männer und 45 Prozent Frauen einen zu hohen Blutdruck aufwiesen. Bei 850 Probanden wurde dies im Rahmen der LIFE-Messungen erstmals diagnostiziert. Löffler sagte in diesem Zusammenhang, das medizinische Großprojekt habe nicht nur viel neues Wissen generiert, sondern auch eine "Entdeckerfunktion" für bis dahin nicht erkannte Krankheitsbilder gehabt.

Schlafstörungen: Rund 40 Prozent der Probanden beklagten eine schlechte Schlafqualität. Und in fast zehn Prozent der Fälle sei das als klinisch relevant zu bewerten, befanden die Wissenschaftler. Um die Analyse zu objektivieren, stattete ein Team um Christian Sander 3000 Studienteilnehmer mit einem Messgerät zum Ermitteln des Schlaf-Wach-Verhaltens aus. Ergebnis: Die Männer schliefen im Schnitt sechseinhalb Stunden, die Frauen 20 Minuten länger. Und bei 35 Prozent der Geräteträger belegten die Parameter, dass ihre Nachtruhe tatsächlich nachhaltig beeinträchtigt ist.

Depression: Symptome dieser Krankheit wurden bei 6,4 Prozent der Probanden deutlich, wobei Frauen rund doppelt so häufig betroffen sind als Männer. Die Wissenschaftler konnten auch einen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und Depression aufdecken. Sozialmedizinerin Professorin Steffi Riedel-Heller erklärte, Vereinsamung und Kontaktarmut seien Gift für die seelische Gesundheit.

Stoffwechselveränderungen: Durch Erbgut-Analysen konnten die LIFE-Forscher sechs genetische Varianten dingfest machen, die im Kontext zu Störungen im Stoffwechsel stehen. "Das eröffnet perspektivisch neue Therapieansätze", so der Professor für genetische Statistik, Markus Scholz.

Ausblick: "Wir wollen bis zum Herbst 2016 die notwendigen Gelder für eine Nachbeobachtung aller 10 000 Studienteilnehmer einwerben", kündigte Löffler an. "Nur so können wir die Dynamik bei Gesundheitsveränderungen langfristig verfolgen und Risikoprognosen verlässlicher machen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.09.2015

Mario Beck

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