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Trotz Bachelor und Master: TU Dresden bietet weiterhin 16 Diplomstudiengänge an

Trotz Bachelor und Master: TU Dresden bietet weiterhin 16 Diplomstudiengänge an

das Diplom ist auch zehn Jahre nach der Studienreform in Sachsen nicht verschwunden. Vor allem die TU Dresden hält daran fest, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

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Trotz Bachelor und Master - das Diplom ist auch zehn Jahre nach der Studienreform in Sachsen nicht verschwunden. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Trotz Bachelor und Master. Die Hochschule bietet derzeit 16 verschiedene Diplomstudiengänge an, darunter Architektur, Maschinenbau oder Soziologie. Erst zum Wintersemester 2010/2011 hat die Fakultät Informatik einen Diplomstudiengang neu aufgelegt.

„Bei manchen Studiengängen ist ein traditionelles fünfjähriges Studium einfach notwendig, um eine ausreichende berufliche Qualifikation zu erlangen“, sagte TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen. Dazu zählten vor allem die Ingenieurwissenschaften. Dennoch seien die Diplome der Studienreform angepasst - sie bestünden aus einzelnen Bausteinen, die nach einem einheitlichen europäischen System bewertet werden. Daher könnten Studenten auch an andere Hochschulen wechseln oder während des Studiums nach Dresden kommen.Weltweit werde aber gerade das deutsche Diplom geschätzt. Die Pläne, den renommierten Abschluss abzuschaffen, sorgten vielerorts für Kopfschütteln. „Das ist wie ein Mercedes ohne Stern, bekommt man immer wieder auf Auslandsreisen zu hören“, sagte Müller-Steinhagen. Viele Studenten entschieden sich bewusst für Dresden, weil sie hier noch „Dipl.-Ing.“ werden könnten. In den vergangenen Jahren habe es einen regelrechten Ansturm gegeben. „Wir haben uns aber dennoch gegen die Einführung eines Numerus Clausus entschieden, weil es in Deutschland so einen großen Bedarf an Fachkräften gibt.“Sachsen ist nach Universitätsangaben das einzige Bundesland, wo sich Studenten noch für das traditionelle Diplom einschreiben können. Der Bachelor sieht einen Abschluss schon nach drei Jahren vor.

„Es gibt Studienfächer, wo in dieser Zeit ausreichend Wissen für einen Berufseinstieg vermittelt wird“, sagte Müller-Steinhagen. Die Universitäten sollten dennoch entscheiden können, welche Abschlüsse für die Fächer am besten geeignet seien.So hat die TU Dresden etwa zum Wintersemester 2012/13 wieder das Staatsexamen für die Lehrämter an Grund-, Mittel- und berufsbildenden Schulen sowie an Gymnasien eingeführt. Die bisherigen Bachelor- und Masterstudiengänge wurden dafür umgestellt. „Weil wir festgestellt haben, dass sie nicht die Ausbildung liefern, die wir benötigen.“ Generell sieht Müller-Steinhagen die Reform aber auf dem richtigen Weg. „Es wurde schon viel nachgebessert.“Von den mehr als 140 Studiengängen an der Uni Leipzig führen noch drei zum Diplom, darunter Mathematik und evangelische Theologie. In Chemnitz dagegen ist das Diplom verschwunden. „Wir haben komplett umgestellt“, sagte Universitätssprecher Mario Steinebach. Zu Beginn habe es Anlaufschwierigkeiten und Proteste der Studierenden gegeben. „Darauf haben wir reagiert“ - unter anderem mit speziellen Brückenkursen, die den Einstieg erleichtern sollen, sowie Mentorenprogrammen. „Es war nicht leicht, die Lehrinhalte in ein neues Korsett zu schnüren, das ist eben ein Prozess“, sagte Steinebach.Das Hochschulrahmengesetz in Sachsen lässt Diplomabschlüsse weiterhin zu - eine Änderung ist nach Angaben des Kultusministeriums nicht geplant.

Insgesamt könne die Umsetzung der Studienreform positiv bewertet werden. „Auch wenn es bei der Umstellung noch zu Schwierigkeiten kommt“, sagte eine Sprecherin. Häufig seien die Studiengänge zu schematisch umgestellt worden. Zwar könnten die Unis bereits heute ihre Bachelorstudiengänge auf sechs bis acht Semester und die Masterangebote auf zwei bis vier Semester auslegen - viele machten davon aber keinen Gebrauch.Die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) hat immer wieder den straffen Zeitplan und Probleme bei der Anerkennung von Leistungen nach der sogenannten Bologna-Reform kritisiert.

„Aus unserer Sicht hat Bologna die gesetzten Ziele noch lange nicht erreicht“, sagte Sprecher Florian Sperber. So sei etwa die Fixierung auf die Regelstudienzeit eine Last. Rücksicht auf persönliches Lerntempo werde nicht genommen - ebenso wenig, wenn Studenten nebenher jobben müssten. Auch zehn Jahre nach der Reform müsse es weitere Korrekturen geben, hieß es.

Christiane Raatz, dpa

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