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Treffen der Generationen legt gemeinsam mit OB Orosz Rosen am Bahnhof Neustadt ab

Treffen der Generationen legt gemeinsam mit OB Orosz Rosen am Bahnhof Neustadt ab

„Dresden soll heute und für immer ein Ort des Friedens bleiben.“ Mit diesen Worten eröffnete Matthias Neutzner von der Interessengemeinschaft 13. Februar die Gedenkveranstaltung am Güterbahnhof Dresden Neustadt für die Opfer des Nationalsozialismus.

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Quelle: Julia Vollmer

Die Veranstaltung fand im Rahmen des „Treffen der Generationen“, initiiert von der IG 13. Februar statt.

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Dresdens OB Orosz trifft Zeitzeugen am Bahnhof Neustadt

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Unter den Teilnehmern der Veranstaltung war auch Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) sowie Gäste aus Japan, Großbritannien und Polen.„Dresden müsse sich seinem historischen Erbe stellen und auch kritisch Fragen zulassen“, so Matthias Neutzner. Als Zeichen der Versöhnung und für den Frieden legten alle Teilnehmer weiße Rosen am Bahnhof ab. Vom Güterbahnhof Neustadt wurden rund 500 Dresdnern Juden in das Ghetto nach Riga deportiert.

„Der Austausch zwischen den Generationen ist wichtig, um Geschichte lebendig zu halten“, betonte auch Johanna Stoll von der Jüdischen Gemeinde Dresden. Die Verladerampe am Bahnhof stehe symbolisch für das Wissen um die Deportationen und damit für das Leid, dass tausende Menschen erfahren mussten.

Johanna Stoll las anschließend noch einige Zeilen aus den Erinnerungen eines damals acht Jahre alten Jungen, der gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder von Dresden aus nach Riga deportiert wurden. „Bestialisch und brutal wurden die Familien von der SS in den Zug gedrängt. Ohne Nahrung saßen die Menschen auf der dreitägigen Zugfahrt zusammen gedrängt im Zug“, zitierte Stoll.

„Ich verbrachte meine Kindheit bis zum 17. Lebensjahr in Polen und habe dort unendlich viel Leid gesehen, Juden, die über die Straße geschleift und in die Ghettos gebracht wurden. Das werde ich niemals vergessen“, erinnert sich eine ältere Dame, die die Gedenkveranstaltung besuchte. „Ich hatte eine polnische Mutter und in der Schule wurde ich ausgegrenzt, weil ich keine „richtige“ Deutsche war“, erzählt sie. Seit einigen Jahren wohnt sie nun in Dresden und nimmt regelmäßig am stillen Gedenken teil. Ihrem Empfinden nach die richtige Form, den Opfern des 2. Weltkrieges zu gedenken.

Bereits am Vormittag hat das „Treffen der Generationen“ in der Dresdner Dreikönigskirche begonnen. Rund 100 Überlebende der Dresdner Bombennacht vom 13./14. Februar 1945 versammelten sich in der Kirche, um sich mit Menschen verschiedener Generationen aus ganz Europa auszutauschen. „Was nutzen die Erinnerungen, wenn sie nicht weitergegeben werden“, sagte Matthias Neutzner. 70 Jahre nach Kriegsende habe das Erinnern vor allem ein Ziel: „Nie wieder Krieg“, so Neutzner. Zudem appellierte er, beim Gedenken an das Leid 1945 in Dresden an „die Millionen Menschen auf der Welt zu denken, die unter dem verbrecherischen Krieg gelitten haben.“ Auch Überlebende aus Spanien, Polen, Japan und Großbritannien kamen zum „Treffen der Generationen“.

Julia Vollmer

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