Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Tillich wirbt für Freihandel - Kritik an Art der Verhandlungen

Tillich wirbt für Freihandel - Kritik an Art der Verhandlungen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat für Freihandel geworben, aber auch Kritik an der Art und Weise der Verhandlungen geübt. Der Umgang mit den Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA sei für den Aufschwung der rechtspopulistischen AfD mitverantwortlich, so Tillich.

Der Landesvorsitzende der CDU und sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich spricht  auf dem Landesparteitag der CDU Sachsen in Glauchau.

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Berlin/Glauchau. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat für Freihandel geworben, aber auch Kritik an der Art und Weise der Verhandlungen geübt. Der Umgang mit den Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA sei für den Aufschwung der rechtspopulistischen AfD mitverantwortlich, sagte Tillich den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonnabend. „Wir müssen den Eindruck vermeiden, dass wir über die Köpfe der Menschen hinweg regieren“, sagte der CDU-Politiker. „Freihandelsabkommen wie Ceta oder TTIP sind notwendig, um Europa wettbewerbsfähig zu halten. Aber die Art, wie sie verhandelt und erklärt werden, schwächt das Vertrauen in die etablierte Politik - und stärkt populistische Protestparteien wie die AfD.“

Am Rande eines Parteitages der sächsischen Union in Glauchau mahnte Tillich Europa zu Geschlossenheit. Er erinnerte daran, dass in Brüssel derzeit auch Gespräche mit Australien und Japan über entsprechende Abkommen geführt werden. In solchen Ländern stelle sich natürlich die Frage, ob Europa überhaupt noch abschlussfähig ist, wenn schon „ein kleines Wallonien“ den Prozess anhalten kann.

Bei einem Besuch in den USA habe ihm gegenüber der Historiker Fritz Stern (1926-2016) schon 2011 die Sorge um die Zukunftsfähigkeit der westlichen Welt geäußert, sagte Tillich. „Deswegen, weil die westliche Welt nicht in der Lage ist, enger zusammenzuarbeiten.“ Deshalb brauche man Übereinkünfte wie die Freihandelsabkommen und keine Abschottung.

Zuvor hatte Tillich vor den Delegierten des Parteitages darüber geklagt, wie beschwerlich die letzten Meter auf dem Weg zum CETA-Abkommen mit Kanada waren und wie schwer man sich beim TTIP-Abkommen mit den USA tue. „Es ist doch zweifellos, dass hier Freunde miteinander verhandeln“, betonte Tillich und verwies darauf, dass es ohne die USA keine Einheit Deutschlands gegeben habe. „Was mich aber noch viel mehr besorgt ist die Grundhaltung, die bei Kritikern deutlich wird: Wir hätten den Freihandel nicht mehr nötig. Der Wohlstand würde jeden Tag aufgehen wie die Sonne“, sagte Tillich. Wohlstand sei aber kein Grundrecht: „Wenn die Jugend von heute und unsere Enkel noch den gleichen Wohlstand haben wollen, dann müssen wir kooperieren, müssen wir uns der Welt weiter öffnen.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr