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Terrorangst schreckt Kirchenbesucher ab

Umfrage Terrorangst schreckt Kirchenbesucher ab

Die Terrorangst erreicht auch die christlichen Gemeinden in Deutschland. Gut jeder vierte regelmäßige Gottesdienstbesucher in Deutschland (27,5 Prozent) möchte aus Angst vor islamistischen Anschlägen in nächster Zeit keine Kirchen oder andere religiösen Stätten besuchen. Das ergab eine repräsentative Umfrage.

 
 

Quelle: Kempner

Erfurt/Dresden.  Die Terrorangst erreicht auch die christlichen Gemeinden in Deutschland. Gut jeder vierte regelmäßige Gottesdienstbesucher in Deutschland (27,5 Prozent) möchte aus Angst vor islamistischen Anschlägen in nächster Zeit keine Kirchen oder andere religiösen Stätten besuchen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Innerhalb Deutschlands scheint die Terrorangst im Osten noch ein gutes Stück größer zu sein als im Westen. So wollen besonders in Ostdeutschland, wo ohnehin nur eine Minderheit zur Kirche gehört, in den nächsten Wochen noch mehr Menschen Gotteshäuser meiden als sonst. Zudem scheint das Alter eine Rolle zu spielen: Je älter die Befragten waren, desto größer war die Angst vor Terror. Wollen unter den 18- bis 24-Jährigen lediglich 12,8 Prozent Kirchen meiden, so ist es unter den 55- bis 64-Jährigen fast jeder Fünfte (19,8 Prozent).

Dennoch wirbt die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) weiter für ihr Modell der offenen Kirchen. Zu Jahresbeginn hatte die EKM eine entsprechende Initiative gestartet und für die Gemeinden eine Handreichung erstellt, die Sicherheitsfragen klären soll. EKM-Bischöfin Ilse Junkermann sagte, Ziel sei es, dass bis zum Reformationsjubiläum 2017 alle Kirchen verlässlich geöffnet sind. Derzeit sind in Mitteldeutschland nur 3,5 Prozent aller Gotteshäuser ständig geöffnet, 12 Prozent werden bei Nachfrage von Besuchern außerhalb der Gottesdienstzeiten punktuell geöffnet. „Lassen Sie uns unsere Räume grundsätzlich öffnen und offen halten, damit Menschen sich in einen weiten Raum hinein begeben können mit ihren Fragen, ihren Sehnsüchten und Ängsten, ihren Hoffnungen oder ihrer Freude“, wirbt Junkermann für das Konzept der offenen Kirchen.

EKM-Sprecher Friedemann Kahl sagte, er beobachte in der Praxis keine zunehmenden Ängste der Menschen vor Kirchenbesuchen. „Im Gegenteil: Ich kenne auch genügend Beispiele, wo zu Friedensgebeten nach den terroristischen Anschlägen mehr Menschen als sonst in die Kirchen gefunden haben.“

Die idea-Umfrage ergab zudem, dass die Deutschen sich eine klare Absage der islamischen Gläubigen an jede Form der Gewalt wünschen. Eine deutliche Mehrheit (61 Prozent) vermisst eine überzeugende Distanzierung der Muslime und ihrer Verbände in Deutschland und Europa von den Terroranschlägen der vergangenen Wochen; nur 16 Prozent halten das nicht für notwendig. Während zwei Drittel der Männer eine solche Absage an Gewalt erwarten, sind es unter den Frauen nur 56 Prozent. Außerdem ist im Osten Deutschlands diese Erwartung etwas ausgeprägter (63,7 Prozent) als im Westen (60,1 Prozent).

Von Olaf Majer

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