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Tatjana Festerling: „Keine Spielchen mit mir“

Tatjana Festerling: „Keine Spielchen mit mir“

"Keine Spielchen mit mir.“ Tatjana Festerling, Kandidatin der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida), ist sauer auf die Dresdner Neuesten Nachrichten.

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Quelle: dpa

Dass sie ihre Antworten auf die für alle OB-Kandidaten gleich lautenden DNN-Fragen kürzen sollte, akzeptierte sie nicht. „Jetzt ist Schluss“, polterte die in Hamburg wohnhafte Galionsfigur der Wutbürger nach wochenlangem Warten auf eine erste Pegida-Antwort auf wiederholte DNN-Anfragen. Ihr Text werde „nur so“ freigegeben, wie er vorliegt. Wörtlich schreibt sie über die Bewegung, sie stehe „für freie Meinungsäußerung und friedlichste Versammlungsfreiheit“. Dass dabei gepöbelt wird, Journalisten angegriffen werden und der Dresdner Dieter Claußnitzer versuchte, Pegida mit Berichten über angebliche Sympathien von Adolf Hitler und Joseph Goebbels zu Linken aus der Nazi-Ecke zu rücken, akzeptiert sie bisher stillschweigend.

Stattdessen nutzt die Pegida-Kandidatin für den Dresdner Chefsessel den Lkw, der ihr seit Wochen als Bühne dient, um regelmäßig über den Stadtrat und die einheimischen Medien herzuziehen. Sie als Oberbürgermeisterin wolle dem Rat die Stirn bieten, missdeutete sie die wichtigste Rolle der ersten Bürgerin als Chefin der Stadtverwaltung. Und mehreren Dresdner Zeitungen, darunter auch den DNN, bescheinigte sie, sie würden von „ehemaligen Kindermädchen beherrscht oder gehören der SPD“. „Kantige Journalisten“, die auch mal Paroli bieten, gebe es nicht mehr. Dennoch setzt sie auf die Dresdner „Lügenpresse“, wenn es um ihre Kandidatur für den Chefsessel im Rathaus geht und beschwert sich, wenn der Widerhall nicht so ausfällt, wie sie sich das wünscht. Im aktuellen DNN-Beispiel unterstellt sie dabei unlautere Absichten. Dabei müsste Festerling den Umgang mit den Medien eigentlich beherrschen. Schließlich hat sie vor ihrem politischen Engagement bei der Alternative für Deutschland und Pegida unter anderem als Sprecherin des privaten Eisenbahnunternehmens Metronom gearbeitet.

Die OB-Kandidatin der „Patriotischen Europäer“ hat es bei ihren Reden schwerer als ihr Mitstreiter Lutz Bachmann, ihre Gefolgsleute zu Begeisterungsstürmen zu animieren. Während der Pegida-Erfinder die so genannten Montagsspaziergänge stets mit denselben Worten eröffnet, anschließend holzschnittartig aktuelle Geschehnisse beschreibt und gern mit Parolen wie „Dresden zeigt, wie’s geht!“ zum Jubeln animiert, versucht sich Festerling in politischen Analysen und zukunftsweisenden Schlussfolgerungen. Dabei lässt sie deutliche Wissenslücken erkennen oder bleibt an der Oberfläche. Etwa, wenn sie wie auf die DNN-Frage nach Schritten zu einer besseren Verkehrsanbindung der Stadt antwortet, Dresden brauche einen „Begleitservice für alte, kranke Menschen, Ortsunkundige und Rollstuhlfahrer“. Einen solchen Service gibt es in Dresden seit Jahren, für Inhaber des Dresden-Passes, die schwerbehindert oder über 65 Jahre alt sind, ist er sogar kostenlos. Ein weiteres Beispiel: Bei der Schaffung gleicher Bildungschancen für alle Dresdner Kinder müsse „die klassische, deutsche Kultur wieder den Schwerpunkt im Bildungsauftrag übernehmen“, schreibt die Pegida-Kandidatin, „statt auf Gender Mainstreaming und Frühsexualisierung zu setzen“.

Die potenzielle Pegida-Oberbürgermeisterin macht seit Wochen ein Geheimnis daraus, wann sie nach Dresden umziehen wird. Auch ihre Wohnortwahl in der Landeshauptstadt hält sie geheim. Allerdings ist sie auch nicht verpflichtet, Dresdnerin zu werden, um OB in der Landeshauptstadt sein zu dürfen. Immerhin verkündete sie, auch bei einer verlorenen Wahl werde sie in Sachsen bleiben. „Ich bleibe auf jeden Fall in Dresden oder in der unmittelbaren Umgebung und werde mir hier ein Zuhause suchen. Ich geh nicht mehr zurück in den Westen“, sagte die Kandidatin, die von den Pegida-Anhängern unterstützt wird. „Dazu bin ich viel zu verliebt in Euch, in die wunderschöne Stadt und in die umwerfende Landschaft und die Natur und ich finde alles hier, um glücklich zu sein.“

Christoph Springer

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