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TU Chemnitz entwickelt mobilen 3-D-Container

3D-Cube TU Chemnitz entwickelt mobilen 3-D-Container

Chemnitzer Forscher haben den Grundstein dafür gelegt, dass zukünftig auch der Mittelstand in virtuelle 3D-Welten eintauchen kann. Die Lösung aus Sachsen ist vor allem für Messen gedacht.

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In einem 3D-Projektionscontainer blickt Eva Zurbrügg am 09.02.2016 in Chemnitz (Sachsen) mit einer Spezialbrille auf eine Projektion des Chemnitzer Theaterplatzes. Informatiker der Technischen Universität Chemnitz haben gemeinsam mit zahlreichen Praxispartnern innerhalb von zweieinhalb Jahren eine mobile 3D-Projektion mit Kamerasystem in einem robusten Container untergebracht - somit wird das VR-Labor (Virtual Reality) mobil und kann direkt vor Ort, etwa auf Messen eingesetzt werden.

Quelle: dpa

Chemnitz. Einsteigen, hinters Lenkrad setzen und eine Spritztour unternehmen - dank sogenannter Virtual Reality (VR, virtuelle Realität) können zum Beispiel Autohersteller heutzutage ihre neuesten Designstudien vorführen, ohne dafür einen Prototypen bauen zu müssen. „Sie haben das Gefühl, dass Sie das Auto real erleben.“ So beschreibt Mario Lorenz von der Technischen Universität (TU) Chemnitz die virtuelle Realität.

Möglich macht das eine Projektionstechnik, die bislang oft noch teuer und aufwendig ist. Das will die TU Chemnitz ändern. Forscher haben einen mobilen Projektionscontainer entwickelt, in dem Besucher zum Beispiel auf Messen in virtuelle Welten eintauchen können.

Schenkt man Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Glauben, ist Virtual Reality das nächste große Ding. Diese Technologie werde künftig alle Lebensbereiche verändern, sagte der 31-Jährige kürzlich auf einem Kongress in Barcelona. Die Smartphone-Branche tüftelt längst an Virtual-Reality-Produkten für Endverbraucher, etwa an speziellen 3D-Brillen für PC-Spiele.

Diese seien allerdings derzeit für den professionellen Einsatz in der Industrie nicht geeignet, sagt Lorenz. „Stellen Sie sich vor, mehrere Ingenieure wollen anhand eines virtuellen Modells über einen komplexen Motorblock diskutieren.“. In einer sogenannten CAVE (engl. Höhle), einem Projektionsraum, könnten sie miteinander agieren wie im realen Leben. „Hat jeder eine VR-Brille auf der Nase, ist das in der Form nicht gegeben.“ Zudem sei die Auflösung dieser Brillen im Vergleich deutlich schlechter. 

Eine CAVE ist bisher allerdings an einen festen Standort gebunden. Sie steht zum Beispiel in der Entwicklungsabteilung eines Autobauers. Will der Hersteller potenzielle Kunden bei einer Messe virtuell begeistern, muss das System aufwendig demontiert und wieder aufgebaut werden. Großunternehmen arbeiten nach Angaben der Wissenschaftler schon lange mit dieser Technik, um neue Entwürfe zu demonstrieren. Vor allem auf Messen erfreue sich die Live-Projektion in 3D immer größerer Beliebtheit, sagt Lorenz.

Die CAVE der Chemnitzer gibt es gleich komplett in einem Container. Der passt auf jeden Standard-Lkw und kann ohne Sondergenehmigung von A nach B gefahren werden. Nur ein Zehntel vom Preis bisheriger Lösungen soll das kosten. Zudem sei der „3D-Cube“ in drei bis vier Stunden einsatzbereit. Bislang dauere das erneute Einrichten herkömmlicher Systeme mindestens drei bis vier Tage, sagt Lorenz.

Die Chemnitzer Entwicklung könnte aus Sicht der TU-Forscher als Leih-Ausrüstung vor allem für die mittelständische Wirtschaft interessant sein. „Gerade der Mittelstand hat sonst kaum Gelegenheit, diese Technik überhaupt kennenzulernen“, sagt Lorenz, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Graphische Datenverarbeitung und Virtualisierung zweieinhalb Jahre an dem Projekt beteiligt war. 1,1 Millionen Euro hat es insgesamt gekostet.

Auch nach Einschätzung des Bundesverbands für Informationswirtschaft wird der Mittelstand in den nächsten Jahren an der virtuellen Realität kaum noch vorbeikommen. „Die Daten sind vorhanden, mit der VR-Technologie können sie jedoch ganz anders visualisiert werden“, meint Timm Luther von Bitkom. Von der Fabrikplanung bis zur Demonstration neuer Produkte - die Einsatzmöglichkeiten der Zukunft seien vielfältig.

dpa

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