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Synode beschließt Bedingungen für homosexuelle Paare in sächsischen Pfarrhäusern

Synode beschließt Bedingungen für homosexuelle Paare in sächsischen Pfarrhäusern

Homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer können unter strengsten Voraussetzungen künftig in der evangelischen Landeskirche Sachsens mit ihren Partnern im Pfarrhaus leben.

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Homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer in der evangelischen Landeskirche Sachsens können künftig unter bestimmten Bedingungen mit ihren Partnern im Pfarrhaus leben.

Quelle: dpa

Die Synode machte mit der Verabschiedung eines Ergänzungsgesetzes zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung am Montag den Weg „in eng umgrenzten seelsorgerlichen Einzelfällen“ dafür frei. „Es ist die Ausnahme, es gibt keinen Rechtsanspruch“, betonte Synodalpräsident Otto Guse.

Bedingungen sind die eingetragene Lebenspartnerschaft und der einmütige Beschluss des Kirchenvorstandes. „Es muss eine starke Mehrheit bestehen, die das wünscht, und die Minderheit muss sich enthalten.“ Zugleich wurde im Gesetz das Leitbild von Ehe und Familie für Pfarrer und Pfarrerinnen verankert und damit gestärkt.

Das bisherige Pfarrdienstrecht der Landeskirche verbot das Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Paare im Pfarrhaus. Für Gemeindepfarrer besteht aber Residenzpflicht am Dienstort, in der Dienstwohnung. Die Landeskirche rechnet nun mit etwa einem Dutzend entsprechender Anträge. „Derzeit gibt es keinen konkreten Fall, der unter die neue Regelung fällt“, sagte Guse.

Das neue Pfarrdienstrecht stellt die Umsetzung einer schon seit Anfang 2011 bundesweit geltenden Regelung dar. Generell reicht bei der Besetzung einer Pfarrstelle die Zustimmung einer einfachen Mehrheit des Kirchenvorstandes. Bei einem homosexuellen Anwärter muss dieser sich bei nur einer Gegenstimme nun auf eine andere Stelle bewerben. Damit sei ausgeschlossen, dass einer Gemeinde gegen ihren Willen ein homosexueller Pfarrer vor die Nase gesetzt werde, erklärte Guse. „Die Zukunft muss zeigen, ob das ein gangbarer Weg ist.“

Der Synodalpräsident sprach von einer „guten Lösung“, mit der die drohende Spaltung der Landeskirche verhindert worden sei und mit der alle leben könnten. Es sei gelungen, alle Positionen unter einen Hut zu bringen. „Damit wurde Geschichte geschrieben.“ Der Konflikt sei „in guter christlicher Gemeinschaft“ ausgeräumt worden, betonte Landesbischof Jochen Bohl. Damit stellte sich das Kirchenparlament nach langer Debatte hinter den Beschluss der Kirchenleitung vom Januar, gegen den sich Widerstand formiert hatte.

„Die kritische Einstellung erwuchs aus theologischen Erwägungen“, sagte der Markneukirchner Pfarrer Carsten Rentzing. Mit dem Ergebnis könne er sehr gut leben. Es gefährde das in der Bibel fußende kirchliche Leitbild nicht, ergänzte Pfarrer Frank Meinel aus dem Erzgebirge. Das werde auch den konservativen Flügel beruhigen. „Wir hoffen auf Verständnis für das, was wir erarbeitet haben“, sagte Rentzing. Das Ringen um inhaltliche Wahrheit werde aber weitergehen. Auch die Landeskirche will den Dialog zu dem Thema fortsetzen.

dpa

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