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Studie: Sächsische Betriebe stärker vom Mindestlohn betroffen

Keine Horrorszenarien Studie: Sächsische Betriebe stärker vom Mindestlohn betroffen

In Sachsen sind von der Einführung des Mindestlohns mehr Betriebe betroffen als in anderen ostdeutschen Bundesländern. Einer aktuellen Studie zufolge sind es im Freistaat 38 Prozent der Unternehmen, in Ostdeutschland im Schnitt 33 Prozent.

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Der Mindestlohn war am 1. Januar 2015 eingeführt worden und beträgt 8,50 Euro.

Quelle: dpa

Dresden. In Sachsen sind von der Einführung des Mindestlohns mehr Betriebe betroffen als in anderen ostdeutschen Bundesländern. Einer aktuellen Studie zufolge sind es im Freistaat 38 Prozent der Unternehmen, in Ostdeutschland im Schnitt 33 Prozent, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Für die Studie „Mindestlohn in sächsischen Betrieben“ des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) wurden in Sachsen 1155 Betriebe befragt, bundesweit waren es rund 16 000.

Auf die Einführung der Lohnuntergrenze reagierte 2015 jeder zehnte Betrieb mit einer Verkürzung der Arbeitszeit. Lutz Bellmann vom IAB sprach infolgedessen von einer „Arbeitsverdichtung“. Vier Prozent der Unternehmen hielten sich bei Einstellungen zurück. „Der erwartete Jobverlust ist aber ausgeblieben“, so Bellmann. Zwar ging die Zahl der geringfügig Beschäftigten um rund 16 500 zurück. Dafür stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Januar 2014 bis Dezember 2015 um rund 63 000 - ein Plus von 4,2 Prozent.

„Die immer wieder auch von offizieller sächsischer Seite an die Wand gemalten Horrorszenarien sind ausgeblieben“, erklärte Nico Brünler von der Landtagsfraktion der Linken. Er verwies allerdings darauf, dass der Mindestlohn auch nach 45 Beitragsjahren nur zu Rentenansprüchen unterhalb der Grundsicherung führt. „Um über diesem Betrag zu liegen, ist ein Stundenlohn von rund 11,50 Euro notwendig.“

Der Mindestlohn war am 1. Januar 2015 eingeführt worden und beträgt 8,50 Euro. Vor dessen Einführung haben in Sachsen laut Studie in fast jedem dritten Betrieb Beschäftigte unterhalb der Mindestlohngrenze gearbeitet. Insgesamt hätten rund 14 Prozent weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdient.

In den vergangenen Jahren habe Sachsen auf eine Niedriglohnstrategie gesetzt, erklärte Staatssekretär Stefan Brangs. Der Anteil der betroffenen Betriebe im Freistaat sei daher größer als anderswo. Zugleich machte Brangs deutlich, dass die derzeitige Lohnuntergrenze nur ein Schritt sei. „Existenzsichernde Löhne sehen anders aus.“ Laut Studie profitieren rund 250 000 Frauen und Männer in Sachsen vom gesetzlichen Mindestlohn - etwa zehn Prozent der Arbeitnehmer.

dpa

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