Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Stefan Vogel: Spannende Gespräche am 8. Juni

Stefan Vogel: Spannende Gespräche am 8. Juni

Er sei beruflich und wirtschaftlich unabhängig, sagt Stefan Vogel. „Ich kann es mir leisten, jetzt am Vormittag im Café zu sitzen und über meine OB-Kandidatur zu sprechen.

Voriger Artikel
Markus Ulbig: Bekannt, aber nicht populär
Nächster Artikel
Lara Liqueur: Spaß und Spiele
Quelle: MKL-News

“ Er besitze auch die Freiheit, ehrenamtlich als Stadtrat tätig zu sein und seit mehreren Monaten die fünfköpfige AfD-Fraktion als Vorsitzender zu leiten. „Ich bin ein mobiler Banker“, sagt der selbstständige Finanz- und Versicherungsmakler über seine berufliche Tätigkeit. „Ich betreue Kunden, die sich mich ausgesucht haben und die ich mir ausgesucht habe.“ Viele seiner Kunden würden ihm bereits über fünf oder zehn Jahre die Treue halten.

Dass die Branche wegen schwarzer Schafe wie „Infinus“ oder dem „Sächsischen Wirtschaftsdienst“ mitunter argwöhnisch bis misstrauisch beäugt wird, weiß Vogel. „Dagegen helfen nur Kompetenz und Transparenz.“ Die Parallele zur Politik liege auf der Hand: „Diese Tugenden braucht auch ein guter Politiker.“

Er sei schon immer politisch interessiert gewesen, sagt Vogel, zu DDR-Zeiten habe es aber für ihn als getauften Protestanten nur eingeschränkte Möglichkeiten gegeben. Nach der Wende habe er zunächst ein berufliches Nomadenleben geführt, das ein stärkeres Engagement verhindert habe. Nach seiner Rückkehr in die Heimat habe er sich den Freien Bürgern angeschlossen und 2009 auch auf Position 3 für den Ortsbeirat Cotta kandidiert. Mit der weltweiten Finanzkrise sei sein Interesse an der Politik noch gewachsen. Die Geburt der neuen Partei „Alternative für Deutschland“ habe ihn gefesselt. Im Ski-Urlaub in der Schweiz habe er von der Gründung des Landesverbandes Sachsen gehört und der Landesvorsitzenden Frauke Petry eine E-Mail geschrieben. Seit 20. Mai 2013 ist Vogel AfD-Mitglied.

„Für eine so junge Partei, die perspektivisch Volkspartei werden will, geht es darum, alle Lücken zu schließen“, erklärt der OB-Kandidat. Auf kommunaler Ebene und im Freistaat sei das schon gelungen, 2017 solle der Einzug in den Bundestag geschafft werden.Die OB-Wahl diene dazu, das Profil der AfD zu schärfen und die Partei weiter in der Stadtgesellschaft zu verankern. „Oberbürgermeister wäre ein hervorragender Abschluss meiner beruflichen Tätigkeit“, meint Vogel, der nach Abschluss der siebenjährigen Amtszeit mit 65 Jahren in den Ruhestand treten könnte. Er ist aber auch so realistisch, über Szenarien nach dem ersten Wahlgang am 7. Juni nachzudenken. „Wir freuen uns auf die Gespräche, die wir am 8. Juni führen werden und führen wollen.“ Ziel müsse es sein, den für Dresden besten Oberbürgermeister zu erhalten.

Er stelle sich als ein OB zur Wahl, der versuchen werde, die Stadt in ihrer Gesamtheit zu versöhnen. „Ich meine ebenso die Bürger, die regelmäßig auf die Straße gehen, wie auch den in sich zerstrittenen und gegeneinander arbeitenden Stadtrat.“ Er werde keine Dinge versprechen, die er nicht halten könne. „Ich erinnere nur an den Bau von 5000 Wohnungen, der jetzt angegangen werden soll, nachdem jahrelang mit Fördermitteln Wohnungsabriss unterstützt wurde. So sieht Kontinuität nicht aus.“

Im Stadtrat fühle sich die junge AfD-Fraktion nach einem Dreivierteljahr akzeptiert und anerkannt, wenn auch nicht bei allen Kollegen aus den anderen Fraktionen. „Wir brauchen wohl noch etwas Zeit und Geduld, einzelne Stadträte aus dem rot-grün-roten Lager von unserer Kompetenz zu überzeugen.“ Er habe sich Kommunalpolitik als Politik für die Bürger vorgestellt, erlebe aber im Stadtrat häufig das Gegenteil. „Wir als Opposition müssen das Durchregieren der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit und die damit verbundenen Fehlentscheidungen immer wieder kritisieren“, sieht er als Aufgabe seiner kleinen Fraktion. Die Bürger, die sich an ihn wenden würden, hätten eine sehr negative Meinung von der Arbeit des Stadtrates.

Viel Freizeit habe er nicht, sagt Vogel, der in einem Reihenhaus im Dresdner Westen mit seiner 86-jährigen Mutter lebt. Kommunalpolitik sei eines seiner Hobbys, alpiner Skisport seine größte Leidenschaft. „Ich genieße es, auf 2500 Meter die Welt hinter mir zu lassen.“

Steckbrief:

– geboren am 21. April 1957 in Dresden

– Abschluss der 10. Klasse, danach Lehre zum Wirtschaftskaufmann im VEB Strömungsmaschinen Pirna

– 1976 bis 1979 Fachschulstudium

– 1980 bis 1986 berufsbegleitendes Studium Rechungsführung/Statistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig

– Mai 1989: Ausreise in die BRD

– 1989 bis 1993 Leiter Rechnungswesen Nieder-Ramstädter Heime der IM Mühltal

– 1995 bis 1998 Leiter Betriebswirtschaft/Projektmanagement Volkssolidarität Dresden

– 1999 bis 2004 Geschäftsführer AWO Chemnitzer Land/Stollberg, eingesetzt vom Insolvenzverwalter

– bis 2011: weitere Geschäftsführer- und Beratertätigkeiten im Sozialmanagement

– seit 2011 Finanz- und Versicherungsmakler, selbstständiger Einzelunternehmer

Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr