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Staatskanzlei bedauert Einladung für Pegida-Organisator zu Dankes-Party

Peinliche Panne Staatskanzlei bedauert Einladung für Pegida-Organisator zu Dankes-Party

Ministerpräsident Stanislaw Tillich veranstaltet 2016 statt des traditionellen Neujahrsempfangs eine Dankes-Party für Sachsens Asyl-Helfer. Zu der ist auch ein Pegida-Organisator eingeladen – willkommen ist der aber nicht.

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Ministerpräsident Tillich will sich bei Sachsens Asyl-Helfern bedanken.

Quelle: dpa

Dresden. Die Idee war nobel, doch die Umsetzung wirft Fragen auf: Statt eines Neujahrsempfanges will Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in diesem Jahr 2000 Asyl-Helfer zu einer Dankeschön-Party in die Energieverbund-Arena in Dresden einladen. Die deutschen Breakdance-Meister „The Saxonz“ und die Band „Jamtonic“ aus Leipzig sind zur Unterhaltung angekündigt. Ärzte, ehrenamtliche Helfer und Politiker sollen gemeinsam eine Anerkennung für ihre Arbeit erhalten.

Doch bereits kurz nach Veröffentlichung kam ans Licht, dass zu den Eingeladenen auch Pegida-Mitgründer Siegfried Däbritz gehört. Däbritz gehört zum Führungsstab der islam- und asylfeindlichen Bewegung, gilt als Waffennarr und koordinierte lange die Ordner, unter denen sich auch zahlreiche Hooligans befinden, wie Tatjana Festerling erst kürzlich bestätigte. Zuletzt trat Däbritz bei Pegida als Versammlungsleiter und Hauptredner auf.

Screenshot

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Landesregierung: Däbritz nicht willkommen

Die Landesregierung bemühte sich am Nachmittag um Schadensbegrenzung. Däbritz sei auf der Veranstaltung ausdrücklich nicht willkommen, hieß es in einer online veröffentlichten Erklärung. "Der Sinn und Zweck der Dankesveranstaltung war und ist es, genau den Mitarbeitern und Helfern für ihren massiven täglichen Einsatz ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung auszusprechen. Ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge lässt sich mit fremden- oder islamfeindlicher Haltung nicht vereinbaren", hieß es darin. Man bedauere den Zwischenfall sehr. Däbritz wird nun offiziell wieder ausgeladen.

 

Wie der Pegida-Organisator an die Einladung kam, ließe sich vorerst nicht rekonstruieren, so die Staatskanzlei. Die Vorschläge für die Gästeliste kamen von den Kommunen, Landratsämtern, Kirchen und Hilfsorganisationen wie dem DRK oder den Johannitern. Laut Staatskanzlei konnten die Institutionen Adressen übermitteln und erhielten danach die Einladungen mit Rückmeldeschein zur eigenmächtigen Verteilung.

Auf dem von Däbritz veröffentlichten Bild ist eine personalisierte Einladung zu erkennen. Das würde dafür sprechen, dass der Name von einem der Landkreise übermittelt wurde, da Kirchen und Verbände keine personalisierten Einladungen erhielten. Auf der Liste des Landkreises Meißen, in dem Däbritz weiter wohnen soll, habe er aber nicht gestanden.

Kritik von den Grünen

"Das mit Siegfried Däbritz ausgerechnet jemand eingeladen wird, der als Verantwortlicher von Pegida zu der Verbreitung von menschenverachtendem Hass und rechter Hetze beigetragen hat und damit indirekt auch für die gestiegene Zahl rechter Gewalttaten in Sachsen verantwortlich ist, zeigt das geringe Maß an Fingerspitzengefühl in der Staatskanzlei", kritisierte Grünen-Landesvorstand Jürgen Kasek. "Eine tatsächliche Anerkennung für die Arbeit der vielen tausend Ehrenamtlichen im Freistaat wäre eine angemessene Hilfe und Unterstützung der Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit, wozu auch der Schutz der Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit zählt", teilte Kasek am Donnerstag mit. Die geplante Feier sei so vor allem eine Selbstinszenierung der Staatsregierung

sl

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