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Spione nehmen immer mehr sächsische Firmen ins Visier

Verfassungsschutz-Chef: Gefährliche Entwicklung Spione nehmen immer mehr sächsische Firmen ins Visier

Ausländische Geheimdienste und Wirtschaftsspione nehmen immer häufiger Sachsen ins Visier. Die bevorzugten Ziele sind: Forschungseinrichtungen, die Automobil-, Chemie- und Pharmaindustrie sowie Polizei- und Verwaltungsrechner. „Wir beobachten diese gefährliche Entwicklung genau“, sagt Verfassungsschutz-Präsident Gordian Meyer-Plath.

Ausländische Geheimdienste und Wirtschaftsspione nehmen immer häufiger Sachsen ins Visier.

Quelle: dpa

Dresden. Ausländische Geheimdienste und Wirtschaftsspione nehmen immer häufiger Sachsen ins Visier. Die bevorzugten Ziele sind: Forschungseinrichtungen, die Automobil-, Chemie- und Pharmaindustrie sowie Polizei- und Verwaltungsrechner. „Wir beobachten diese gefährliche Entwicklung genau. So konnten wir elektronische Angriffe registrieren und deren Fortsetzung oder Ausweitung verhindern“, sagt Sachsens Verfassungsschutz-Präsident Gordian Meyer-Plath den Dresdner Neuesten Nachrichten. Sprich: Neben der klassischen Spionage in James-Bond-Manier nehmen die Cyber-Aktivitäten deutlich zu. „In jedem Fall gilt, dass kein Informationsträger zu klein ist, um nicht Ziel werden zu können“, so Meyer-Plath.

Im Freistaat sollen insbesondere Russland und China aktiv sein, für die Sachsen „ein lukratives Ziel“ sei. So versuchten russische Dienste, die eigene Wirtschaft mit neuem Know-how zu versorgen, heißt es.

Das Gleiche gelte für China, wobei Peking in Sachsen – wie Indien, Nordkorea und nordafrikanische Staaten – auch geflüchtete Oppositionelle beobachten lasse.

Daneben hätten Konkurrenzfirmen versucht, sächsische Unternehmen und Forschungsinstitute auszuspähen. Außer der Spionage habe die gesteuerte Beeinflussung der öffentlichen Meinung „wieder an Bedeutung gewonnen“, vor allem Russland versuche, nicht nur Informationen zu beschaffen, sondern auch gezielt Falschmeldungen zu streuen.

Konkrete Spionageziele will der Verfassungsschutz nicht nennen, um die betreffenden Unternehmen zu schützen. Es soll sich um zwei bis drei Dutzend Fälle handeln, in denen Firmen oder Institute ausgespäht wurden. Nach DNN-Recherchen gab es auch zwei Angriffe auf das Computersystem der Polizei, die ohne größere Folgen blieben. Allein im Jahr 2014 wurden mehr als 300 Angriffe auf das Verwaltungsnetz abgewehrt.

„Die aufgrund von Spionage drohenden Schäden sind immens. Sie können zu empfindlichen Forschungs- oder Auftragsverlusten führen“, erklärt Meyer-Plath. Bundesweit wird für das vergangene Jahr von 51 Milliarden Euro Schaden durch Spionage ausgegangen. Sachsens Geheimdienst-Chef ist sich sicher: „Die Wirtschaftsspionage wird, teilweise in Verbindung mit Konkurrenzspionage,
an Bedeutung gewinnen.“ Es sei davon auszugehen, dass der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Sachsen dabei
mit seinen innovativen mittelständischen Unternehmen im Fokus der Wirt-
schaftsspione fremder Nachrichtendienste stehe.

Von Andreas Debski

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