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Spaziergang nur mit Beutel - Hundekot vielerorts in Sachsen ein Problem

Spaziergang nur mit Beutel - Hundekot vielerorts in Sachsen ein Problem

Die Hinterlassenschaften von Hunden auf Straßen, in Parks und auf Spielplätzen belasten die Kommunen in Sachsen - allerdings in sehr unterschiedlichem Maße.

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In Leipzig, wo fast 18.000 Hunde angemeldet sind, gibt es keine Tütenspender mehr. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Während einige Städte von massiven Problemen berichten, sehen vor allem kleinere Kommunen die Situation relativ entspannt, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Bei der Entsorgung von Hundehaufen nehmen alle befragten Städte die Hundebesitzer in die Pflicht. Auf sogenannte Hundetoiletten mit Abfallbehältern und kostenlosen Beuteln zur Entsorgung verzichten jedoch einige. Als Grund werden in der Regel Probleme mit Vandalismus genannt.

Rund 12.000 Hunde sind zum Beispiel in Dresden gemeldet. Nicht immer bleibt das Zusammenleben von Mensch und Vierbeiner friedlich: 75 Vorfälle von Hundebissen wurden nach Angaben der Stadtverwaltung im vergangenen Jahr registriert, hinzu kamen weitere 120 „sonstige Vorkommnisse“ wie etwa Verstöße gegen die Anleinpflicht oder eben das Liegenlassen von Hundekot. Dabei gibt es in der sächsischen Landeshauptstadt mehr als 240 Hundetoiletten, wovon die Stadt 79 mit Investitionskosten von 37.000 Euro errichtet hat. Der Unterhalt kostet im Jahr rund 60.000 Euro. Diese Toiletten sollen erhalten werden, weitere sind aber nicht geplant. „Mit Blick auf die Kosten-Nutzen-Rechnung rentiert sich das wegen hoher Vandalismusschäden nicht“, hieß es.

Fast 18.000 Hunde in Leipzig gemeldet

In Leipzig, wo fast 18.000 Hunde angemeldet sind, gibt es keine Tütenspender mehr, wie sie 2002 testweise aufgestellt worden waren. Die hätten sich nicht bewährt, hieß es aus dem Rathaus. „Durch Vandalismus und Diebstahl der Tüten ist für den Hundehalter in der Regel kein Verlass darauf, tatsächlich eine Tüte am Spender vorzufinden.“ Deshalb müsse jeder Hundebesitzer selbst für seinen Tütenvorrat sorgen; die gefüllten Beutel können dann in einen der 3200 Abfallkörbe im Stadtgebiet geworfen werden.

Auf Hundetoiletten verzichten auch Radebeul, wo es 1180 Hunde gibt, und Zwickau, wo 3220 Hunde gemeldet sind. Einen eigenen Weg geht Freiberg, wo es fast 900 angemeldete Hunde gibt: Um sie an den Umgang mit Kotbeuteln zu gewöhnen, bekommen die Besitzer angemeldeter Hunde im Jahr 100 kostenlose Tüten beim Ordnungsamt, zudem gibt es im Stadtgebiet zehn Stationen mit ebenfalls kostenlosen Tüten. So wurden denn im vergangenen Jahr auch lediglich drei Hundebesitzer ertappt, die den Haufen ihres Tieres einfach liegen ließen. 50 Euro plus Verfahrenskosten waren die Folge.

Kleinere Städte haben weniger Schwierigkeiten mit Hundekot

Glücklich schätzen dürfen sich offenbar Freital und Pirna. Trotz 1400 beziehungsweise knapp 1200 gemeldeter Hunde gibt es mit Hundekot keine Schwierigkeiten. „Keine Probleme, da die Wege, Wiesen und so weiter regelmäßig gereinigt werden“, teilte die Stadt Freital mit. Und aus Pirna hieß es: „Der Stadt sind keine relevanten Probleme bekannt.“ Allerdings gibt es in Freital auch 17 und in Pirna 20 Hundetoiletten mit jeweils kostenlosen Beuteln.

Die Besitzer der gut 7700 zur Hundesteuer angemeldeten Tiere in Chemnitz müssen auf ein solches Angebot verzichten. „Nein, dies hat sich nicht bewährt“, teilte die Stadtverwaltung mit. So müssen sich die Herrchen und Frauchen selbst kümmern. Nicht alle halten sich daran, jährlich rund 15 Anzeigen wegen der liegengelassenen „Geschäfte“ werden in Chemnitz registriert. In Görlitz mit seinen 1600 Hunden stehen 8 Hundetoiletten zur Verfügung, in Plauen mit 2800 Hunden sind 39 Beutelspender im Stadtgebiet verteilt.

Bei Kontrollen reichen die Reaktionen von Einsicht über „Sonst räum’ ich es immer weg“ oder „Dafür bezahl’ ich doch Hundesteuer“ bis hin zur Aufforderung, die Vollzugsbediensteten sollten sich doch um andere, aus Sicht der Angesprochenen sehr viel drängendere Probleme kümmern, fasst die Görlitzer Verwaltung die Erfahrungen zusammen.

Jörg Aberger, dpa

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