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Sozialministerin will Impfpflicht gegen Masern für sächsische Kitas einführen

Sozialministerin will Impfpflicht gegen Masern für sächsische Kitas einführen

Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) startet eine neue Initiative, um gegen die zunehmenden Masern-Infektionen anzukämpfen. "Angesichts von aktuell 222 Erkrankungen im Freistaat müssen die Menschen endlich wachgerüttelt werden.

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Impfen lassen oder nicht? Experten raten weiterhin zum Pieks.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Die erschreckenden Zahlen zeigen, dass wir noch viel mehr tun müssen", sagt die Ministerin.

Für öffentliche Kindertagesstätten soll deshalb eine verpflichtende Masern-Impfung eingeführt werden - "das wäre ein wichtiger Schritt, viele Eltern unterschätzen noch immer die Gefahr", begründet Barbara Klepsch ihren Vorstoß. Neben dem Schutz gegen Masern sind weitere Impfungen - etwa gegen Mumps oder Röteln - möglich, die für den Besuch einer öffentlichen Kita zur Pflicht werden könnten. Das Kultusministerium ist bereits informiert. Offen ist noch, wie und ab wann ein entsprechendes Gesetz umgesetzt werden kann.

Unterstützung kommt von medizinischer Seite. "Ich bin dafür, dass alle Kinder zwei Mal gegen Masern geimpft werden", erklärt Professor Michael Borte, Chefarzt der St. Georg-Kinderklinik in Leipzig. Professor Volker Schuster von der Uniklinik mahnt: "Gerade Masern sind keine Kinderkrankheit und erst recht kein Kinderkram. Auch ungeimpfte Erwachsene können daran erkranken und dann andere anstecken."

Im Februar waren die Masern so stark wie seit 25 Jahren nicht mehr ausgebrochen: Aufgrund der hochansteckenden Krankheit mussten in Sachsen Dutzende Kitas und Schulen schließen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Borte sieht als Ursache des großflächigen Ausbruchs die sinkende Impfmoral. Sachsen ist bundesweit das Schlusslicht mit einer Impfrate von 80 Prozent, angestrebt sind 95 Prozent. Große Defizite gibt es auch bei Impfungen gegen Mumps und Röteln.

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Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU)

Quelle: dpa

Deshalb will die Sozialministerin mit weiteren Maßnahmen gegen die Impfmüdigkeit vorgehen. Ein mit Experten besetzter Runder Tisch ("Impftisch") wird im Juli seine Arbeit aufnehmen. "Wir müssen noch besser aufklären und Eltern wie Ärzte ganz gezielt ansprechen. Und wir müssen auch noch stärker Erwachsene vor den Gefahren warnen."

Barbara Klepsch hat zudem gemeinsam mit der Landesärztekammer eine bundesweite Initiative angestoßen: Auf den Gesundheitskarten sollen künftig neben Patientendaten auch Impfinformationen gespeichert werden. Die Ärzte hätten damit einen aktuellen Einblick - bislang werden Impfungen in dem Gelben Heft festgehalten. "Doch sind wir mal ehrlich: Wer hat das schon immer dabei oder weiß genau, welche Impfung wann erfolgt ist", meint die Ministerin.

Andreas Debski

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