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Ski heil in Ostbrandenburg - Wintersportler trotzen Klimawandel

Jens Weißflog gibt Namen Ski heil in Ostbrandenburg - Wintersportler trotzen Klimawandel

Wintersport geht auch ohne Schnee. Das zeigen seit Jahren die Bad Freienwalder in Brandenburg mit ihren vier Skischanzen. Jetzt lassen auch die Eisenhüttenstädter Traditionen an Schanze und Abfahrt wiederaufleben - und holen sich dafür Prominenz aus Sachsen.

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Der Vereinsvorsitzende Jens Beige (r) und Wolfgang Bock vom MSV Diehloer Berge e.V. stehen auf der Skisprungschanze in Eisenhüttenstadt (Brandenburg)

Quelle: dpa

Eisenhüttenstadt/Oberwiesenthal . Wer in den Diehloer Bergen von Eisenhüttenstadt den Schanzentisch hinunterschaut, bekommt Respekt. Zwar sind von der bereits in den 1960er Jahren erbauten und jetzt rekonstruierten Wintersportanlage nur „Hopser“ von gut 30 Metern möglich, wie Wolfgang Bock es beschreibt. Doch die muss der Springer erst einmal unbeschadet überstehen. „Zu DDR-Zeiten haben wir hier sogar Ski-Akrobatik gemacht“, erzählt der 66-Jährige, der gemeinsam mit Jens Beige eifrig an der Schanze im Osten Brandenburgs werkelt.

Denn spätestens am Freitag muss zumindest auf den ersten Blick alles fertig sein. Um 15.00 Uhr wird der als erfolgreichster deutscher Skispringer geltende Jens Weißflog der seit 2013 wiederbelebten Schanze einen Namen geben. „Sie wird nach den Brüdern Michaelis benannt, die schon in den 1960er Jahren an unserem Wintersportgebiet gebaut haben“, verrät Beige. Er ist Vorsitzender des vor zwei Jahren neu gegründeten Mountainbike und Skiverein MSV Diehloer Berge.

Weißflog, so hatte der hauptberufliche Architekt herausbekommen, ist am 19. Februar ohnehin zu einer Talkrunde in Eisenhüttenstadt eingeladen. „Da habe ich ihn einfach angerufen und er hat Ja gesagt - völlig unkompliziert“, erzählt Beige. Seit langem schon betreibt das frühere Springer-As ein Hotel in Oberwiesenthal.

Fertig und damit nutzbar ist die Schanze mit dann umgebautem Aufsprungprofil laut Beige allerdings erst im Frühjahr. Die Sache mit der Akrobatik dort ist für ihn gar nicht so weit hergeholt. „Von solchen Schanzen fahren Moutainbiker runter, da gibt es sogar Weltmeisterschaften.“ Das hält der leidenschaftliche Radsportler auch in Eisenhüttenstadt für möglich.

Nahe der Schanze wird gerade an einer sogenannten 4-Cross-Strecke für Mountainbiker gebaut, einem abwärts führenden, mehrere hundert Meter langen Parcous mit Wellen, Kurven und Hügeln. „Da haben wir im vergangenen Jahr bereits den mitteldeutschen Cup mit 70 Fahrern ausgetragen. Immer vier Fahrer in einem Lauf fahren da runter, der jeweils Schnellste erreicht die nächste Runde“, sagt der Vereinschef.

Kunststoffmatten und Keramik-Anlaufspuren

Der Wettkampf war ihm zufolge so ein Erfolg, dass der diesjährige mitteldeutsche Cup für Juli in der 4,5 Kilometer langen Hügelkette der Diehloer Berge geplant ist. Als Höhepunkt soll es auch ein Mountainbike-Springen von der Schanze geben. „Diese Kombination aus Rad- und Wintersport ist angesichts milder Temperaturen und Schneemangels die Zukunft - zunehmend auch in klassischen Skigebieten“, ist der 56-Jährige überzeugt.

Deshalb auch seien in dem neuen Sportverein, dem Beige vorsteht, 20 Skisportler und 20 Mountainbiker. Er zeigt auf die im Bau befindliche neue Skilift-Anlage, an der sich per Haltegriff sowohl Skisportler als auch Radler die Berge hinaufziehen lassen können. Immerhin müsse dabei ein Höhenunterschied von 34 Metern überwunden werden, ergänzt Beiges Mitstreiter Bock.

Schon mehrere zehntausend Euro habe der MSV - unentgeltlich unterstützt von Firmen der Region - in den vergangenen zwei Jahren in die Wiederbelebung des Sportgebietes Diehloer Berge gesteckt. Fördermittel seien beim Land Brandenburg zudem für den Skilift und die neue Startrampe der 4-Cross-Strecke beantragt. Die Skischanze mit Kunststoffmatten und Keramik-Anlaufspuren schneeunabhängig umzurüsten wie in Bad Freienwalde sei allerdings noch Zukunftsmusik, schränkt Beige ein.

„Wir wollten unsere Kinder ganzjährig im Skispringen trainieren“, sagt Dieter Bosse vom Wintersportverein 1923 e.V. in Bad Freienwalde. „Deswegen kamen für uns nur Matten und Keramikspuren in Frage.“ Fast drei Millionen Euro, darunter ein großer Anteil EU-Fördermittel, flossen in den Schanzenbau am Bad Freienwalder Papengrund. 30 Mädchen und Jungen trainieren aktuell in Deutschlands nördlichstem Wintersportzentrum.

Der Brandenburger Landestrainer Stephan Wiedmann habe vor Jahren als kleiner Junge auf den Bad Freienwalder Schanzen angefangen, erzählt Bosse. „Was uns noch fehlt, sind Skilift und alpiner Abfahrtshang. Wenn mal Schnee liegt, nutzen wir da gern die Bedingungen in den Diehloer Bergen von Eisenhüttenstadt.“

Von Jeanette Bederke, dpa

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