Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Schwarzkittel spielen Wilde Sau auf Sachsens Äckern

Schwarzkittel spielen Wilde Sau auf Sachsens Äckern

Immer mehr Wildschweine leben in den sächsischen Wäldern. Und während sich die Sauen, Eber und Frischlinge dort offenbar sehr wohl fühlen, leiden vor allem die Landwirte im Freistaat unter der Fresslust der Tiere.

Voriger Artikel
Portrait: Die steile Karriere der Helma Orosz
Nächster Artikel
Ortsbeirat Dresden-Neustadt: Ausbau der Königsbrücker Straße wird erneut geprüft
Quelle: Carsten Rehder

Auch wenn es Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren gibt - die Tendenz ist klar und spiegelt sich auch in der Entwicklung der Jagdstrecke, also dem erlegten Wild, wieder.

In der Saison 1991/92 schossen die Jäger sachsenweit noch rund 14 000 Wildschweine, 2013/14 brachten sie bereits rund 26 000 Tiere zur Strecke. "Neben einem Anstieg der Bestände ist auch eine Ausbreitung in Regionen zu verzeichnen, in denen Schwarzwild bisher nicht oder nur vereinzelt vorkam", erklärt Landwirtschaftsministeriumssprecher Falk Hofer. "Grund für das Anwachsen der Bestände sind insbesondere günstigen Witterungs- und Ernährungsbedingungen."

Für die Bauern im Freistaat ist das keine gute Nachricht, weil die Wildtiere beträchtliche Flurschäden anrichten. Um über dieses Problem zu sprechen und Lösungen für die Zukunft zu finden, trafen sich gestern rund 240 Landwirte, Jäger, Waldbesitzer und Behörden der Region zum sächsischen Schwarzwildsymposium im mittelsächsischen Nossen.

Die Reduzierung der Schwarzwildbestände bleibt weiter eine wichtige Aufgabe für Sachsens Jäger", sagte der neue Umwelt- und Landwirtschaftsminister im Freistaat, Thomas Schmidt (CDU). "Trotzdem müssen wir von weiter steigenden Schwarzwildbeständen ausgehen, auch in Regionen, wo die Tiere bisher bestenfalls sporadisch vorkamen", erklärte er. Dies führe nicht nur zu hohen Schäden, vor allem in der Landwirtschaft. Es vergrößere auch die Risiken des Auftretens von Wildseuchen, so Schmidt.

Der Freistaat habe deshalb in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Jagd attraktiver zu machen und Hemmnisse abzubauen. So wurde im Jagdrecht eine ganzjährige Jagdzeit für Schwarzwild eingeführt. Junge Landwirte werden beim Erwerb des Jagdscheines unterstützt. Änderungen in der landwirtschaftlichen Förderung ermöglichen die Anlage von Jagdschneisen in Maisflächen.

Mehr Kooperation

Um die Zusammenarbeit gegen die Schäden durch die Wildschweine vor Ort effizienter zu machen, war bereits Ende Juni in Dresden eine Erklärung mit dem etwas sperrigen Titel "Gemeinsame Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen" verabschiedet worden. Unterzeichnet wurde das Papier von den sächsischen Verbandsspitzen der Jäger, Bauern, Waldbesitzer, Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer sowie dem Staatsbetrieb Sachsenforst. Regional sei es so möglich, den Schwarzwildbestand durch effektive und angepasste Jagdmethoden zu regulieren, unterstreicht dazu Ministeriumssprecher Hofer.

10 800 Jäger in Sachsen registriert

Für Wildschweine gibt es im Freistaat Sachsen keinen behördlich festgelegten Abschussplan. Das Schwarzwild darf demzufolge unter Beachtung der Regelungen zum Schutz der zur Aufzucht notwendigen Elterntiere ganzjährig bejagt werden. Die Jagdfläche in Sachsen beträgt etwa 1,6 Millionen Hektar. Insgesamt gibt es rund 1400 Jagdgenossenschaften. Derzeit besitzen rund 10 800 Jäger im Freistaat einen Jagdschein.

Wildschweinprobleme sorgen auch in Sachsen-Anhalt für Sorgen. In Bitterfeld-Wolfen drangen die Tiere immer wieder bis in den Stadtpark "Grüne Lunge" vor, so dass Anfang 2014 Stadt und Jägerschaft zu einem einwöchigen Großangriff bliesen, einige Eindringlinge erschossen und mehrere Rotten mit bis zu 25 Tieren in den Wald zurückdrängten.

In Thüringen gab es zuletzt starke Schwankungen beim Abschuss. In der Saison 2012/13 stieg die Zahl drastisch um 77 Prozent auf 37 400. In der Saison darauf schrumpfte die Population dann aufgrund eines harten Winters und es wurden lediglich 23 500 der Tiere erlegt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.11.2014

Adeline Bruzat

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

25.09.2017 - 16:32 Uhr

Die Verletzung hat sich der 30-jährige Innenverteidiger im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld zugezogen. 

mehr
  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr