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Schülerrat in Dresden : Neue Kultusministerin Kurth muss rasch handeln

Schülerrat in Dresden : Neue Kultusministerin Kurth muss rasch handeln

Dresden. Keine Schonzeit für die neue sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos). Bereits einen Tag nach ihrer Ernennung ist die 57 Jahre alte Lehrerin mit massiven Forderungen konfrontiert worden.

Nicht nur die Opposition und Stimmen aus der CDU-Fraktion forderten ein rasches Handeln. Am Freitag meldeten sich auch Landesschülerrat und Landeselternrat zu Wort. Fazit: Kurth muss sich an ihren Taten messen lassen. „Wir hoffen, dass sie Bildungspolitik nicht mit Finanzpolitik verwechselt", sagte der Chef des Landsschülerrates, Konrad Degen, in Dresden. Mit Blick auf den Lehrermangel seien schnelle und klare Lösungen nötig. Für den 28. März ist ein landesweiter Aktionstag der Schüler geplant.

Andreas Hellner, Vorsitzender des Landeselternrates, zeigte sich skeptisch: „Kurth wird es schwer haben, schnelle Veränderungen herbeizuführen. Die finanzpolitischen Probleme, die ihren Vorgänger zum Rücktritt bewegt haben, gibt es nach wie vor." Er hoffe aber, dass Kurth dem Problem des Lehrermangels mit Ernsthaftigkeit entgegentrete. Dazu müsse man auch die Attraktivität des Lehrerberufes steigern. „Theoretisch muss jeder vierte Abiturient auf Lehramt studieren, um den zukünftigen Lehrerbedarf zu decken", sagte Georg Heyn, Vorsitzender des Stadtschülerrates Leipzig.

Vertreter der Landesschülerrates machten auf mangelhafte Erfassung von Unterrichtsausfall aufmerksam. Demnach wird offenkundig mit statistischen Tricks versucht, das ganze Ausmaß herunterzuspielen. Wenn Schüler mangels Lehrer mit Aufgaben nach Hause geschickt würden, zähle das an vielen Schulen gar nicht als Ausfall, berichtete Eike Hirschberg vom Chemnitzer Aktionskomitee. Der Landesschülerrat forderte eine Stellenplanung nach den tatsächlichen Erfordernissen sowie mehr Zeit für Förder- und Projektstunden. Es müsse Schluss sein mit der Abordnung von Lehrern, die an anderen Schulen ausfallende Kollegen vertreten müssen. Dies bedeute nicht nur lange Wege für die Pädagogen - wegen der vielen Schüler wüssten sie am Ende auch deren Namen gar nicht mehr.

Mit einem landesweiten Aktionstag wollen Schüler am 28. März auf die Misere aufmerksam machen. Mancherorts soll das Bildungswesen symbolisch zu Grabe getragen und mit Trauerreden bedacht werden. Auch Aktionen mit „Roten Karten" sind ein deutlicher Hinweis an die Politik. In der Mittelschule Portitz in Leipzig wollen Mädchen und Jungen einen überdimensionalen traurigen Smiley auf dem Schulhof nachbilden. Zu den Aktionen werden sachsenweit mehr als 20 000 Schüler erwartet.

Leonore Schicktanz und Jörg Schurig, dpa

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