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Sächsischer Staatspreis für Design vergeben

Erste Preise gehen nach Dresden und Leipzig Sächsischer Staatspreis für Design vergeben

Mit dem Sächsischen Staatspreis für Design wurden am Montagabend im Lichthof des Albertinums Dresden herausragende Projekte gewürdigt. „Der Preis ist dazu gedacht, auch den Menschen hinter dem Design zu zeigen“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig.

Saftige Farben, Papercraft-Design und ein ausgeklügeltes Spielprinzip vor ernstem Hintergrund bietet Anne Katharina Schulzes Gesellschaftsspiel „Eluvio“.

Quelle: A. K. Schulze

Dresden. Sphärische Klänge schwingen durch den Lichthof des Albertinums; Lichtmuster wandern an den Wänden entlang, akzentuiert mit bunten Illuminationen; auf einer Leinwand dreht sich das kubusförmige Logo hypnotisch vor türkisfarbenem Hintergrund.

Mit dem Sächsischen Staatspreis für Design wurden am Montagabend im Lichthof des Albertinums Dresden herausragende Projekte gewürdigt. Die Jury war von den Preisträgern in puncto energie- und ressourcenschonende Produktion, Verbesserung der Lebensumstände, Verantwortung, Gestaltung einer besseren Gesellschaft sowie Hinterfragung von Handlungen und Denkmustern überzeugt. Die Nachhaltigkeit stand, bei allen optischen und gestalterischen Aspekten, im Mittelpunkt.

„Die Innovationskraft und Qualität der diesjährigen Einreichungen, insbesondere in der Kategorie Nachwuchsdesign, stimmen zuversichtlich, dass sich die nächste Generation an Designerinnen und Designern ihrer Verantwortung bewusst ist“, so Wirtschaftsminister Martin Dulig, der die Preise übergab.

Die sphärischen Klänge, mit denen die geladenen Gäste empfangen wurden, stammten vom Musiker-Duo central boom and space. Der offizielle Teil des Programms wurde eröffnet mit einer Tanzaufführung der sechsköpfigen Juniorcompany von Tanzraum Dresden, choreographiert von Petra Hanisch. Danach begrüßte Moderatorin Luisa Wawrzinek die Gäste. „Jedes Produkt und jeder Gebrauchsgegenstand sollte möglichst funktional, ästhetisch und nachhaltig sein“, eröffnete sie. „Viele schaffen das aber nicht und sind bestenfalls eines davon.“ Dass in diesem Moment die Platte des Rednerpults auseinanderfiel, an der noch ein Mitarbeiter zugange war, unterstrich die Aussage, dass nicht alles funktioniert, wie es soll, nur weil es aussieht, wie es soll. „Dass es auch anders geht, zeigen die heute prämierten Projekte.“

33 herausragende Design-Leistungen hat die Jury aus 191 Einreichungen nominiert, 16 davon wurden in vier Kategorien ausgezeichnet. „Der Preis ist dazu gedacht, auch den Menschen hinter dem Design zu zeigen“, so Dulig. „Diese beweisen Weitblick, überzeugen mit ihren Ideen, bauen Brücken. Wir würdigen im Speziellen den Nachwuchs unter den Designen sowie diejenigen, die sich für soziale Zwecke engagieren.“

Gleich zwei erste Preise wurden im Bereich Kommunikationsdesign vergeben. Zum einen an die Erlebniswelt der Manufaktur Wendt & Kühn in Grünhainichen, die in Zusammenarbeit von Marco Zichner von der neongrau OHG in Dresden und intolight Marko Ritter / Marco Zichner / Conrad Schneider GbR, ebenfalls aus Dresden, gestaltet wurde. Die atmosphärisch inszenierte Präsentation der Ausstellung, in der Holzoptik und waldgrüne Wände auf Video- und Augmented-Reality-Installationen treffen, harmoniert mit dem reduzierten Ausdruck der Figuren. Prozesse der Herstellung werden erlebbar gemacht, Tradition und Technik werden gleichwertig ins Bild gesetzt.

Zum anderen wurde Antje Mönning aus Leipzig für das Buch „Unmöglich. Aber machbar – Inklusion von sehbehinderten und blinden Schülern“ ausgezeichnet. Ein Buch, das sensibilisieren und Türen öffnen soll. Anschaulich und durchaus sachlich, anhand von persönlichen Geschichten geschildert, zeigt die Autorin, welche Mittel und Wege nötig sind, um sehbehinderten Menschen den uneingeschränkten Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Mönning regt zum Perspektivenwechsel an und hinterfragt die Vorstellung des Normalen.

Der Preis für Produktdesign geht an Jens Kaschlik von der Berliner formfreun.de Produktentwicklungs GmbH für sein CELLina für die Leipziger Firma Cell.Copedia. Dieses Werk ist ein vollautomatisches Standgerät zur Selektion von Zellen und Proteinen aus einer Suspension wie beispielsweise Vollblut. Der komplizierte Prozess wird grafisch-formal anschaulich gemacht, die Vorgänge werden vereinfacht abgebildet. Die äußerliche Erscheinung mit relativ großen und glatten Flächen wirkt reduziert. Anwendungsfehler sollen vermieden werden, hygienische Standards werden eingehalten.

Anne Katharina Schulze aus Dresden darf sich über ihren ersten Platz in der Kategorie Nachwuchsdesign freuen. Sie entwickelte das Gesellschaftsspiel „Eluvio – Kämpfe gegen die Fluten“. Neben den visuell ansprechenden Aspekten – in kräftigen Grün- und Türkistönen gehalten, wabenförmige Kärtchen, Landschaft in Papercraft-Optik – waren vor allem komplexe Spielsituationen und das Auseinandersetzen mit einer ernsthaften Thematik ausschlaggebend. „Eluvio“ kommt nämlich auch dem Lateinischen und heißt „Überschwemmung“. Die Spieler müssen zusammen gegen eine drohende Hochwasserkatastrophe kämpfen und ihre Ressourcen in Symbiose mit anderen Beteiligten sinnvoll einsetzen.

Mit dem Sonderpreis Soziales Design wurden besonders umweltfreundliche und barrierefreie sowie innovative Produkt- und Kommunikationsdesigns zur Förderung und Integration benachteiligter Menschen gewürdigt. Den ersten Preis erhielt hier die etage8 GmbH aus Leipzig für ihren Greiftisch „HALT“. Die einfache, jedoch wirkungsvolle Innovation soll älteren Menschen mehr Sicherheit und Selbstständigkeit garantieren. Mit einem Handlauf rings um den Tisch können folgenschwere Stürze verhindert werden. Zukünftig soll die Möglichkeit geschaffen werden, weitere Zusätze an den „HALT“ anzubringen, um nicht nur für ältere und behinderte Menschen, sondern auch für Kinder eine sicherere Umgebung zu schaffen.

Der Sächsische Staatspreis für Design ist mit insgesamt 50000 Euro dotiert und wurde dieses Jahr zum 15. Mal vergeben.

Von Gerrit Menk

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