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Sächsische Wohnungsgenossenschaften erhöhen Investitionen

Modernisierung Sächsische Wohnungsgenossenschaften erhöhen Investitionen

Die sächsischen Wohnungsgenossenschaften haben 2015 deutlich mehr in ihre Bestände investiert als im Vorjahr und wollen diesen Trend fortsetzen. Insgesamt flossen 348,3 Millionen Euro in Instandhaltung, Modernisierung und Neubau (2014: 318,9 Millionen Euro).

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2015 hatten die Genossenschaften so viele Wohnungen neu gebaut wie seit der Wende nicht.

Quelle: dpa

Dresden. Mehr Geld für die Substanz: Sachsens Wohnungsgenossenschaften haben 2015 deutlich mehr in ihre Bestände investiert als im Vorjahr und wollen den Trend fortsetzen. Insgesamt flossen 348,3 Millionen Euro in Instandhaltung, Modernisierung und Neubau (2014: 318,9 Millionen Euro), teilte der Verband der Wohnungsgenossenschaften im Freistaat am Dienstag mit. In diesem Jahr sollen es 394 Millionen Euro sein - in erster Linie geht es dabei um Modernisierung. 2015 hatten die Genossenschaften so viele Wohnungen neu gebaut wie seit der Wende nicht. 532 Wohneinheiten kamen dazu - nicht nur in den Ballungszentren Dresden, Leipzig und Chemnitz.

Die Leerstandsquote in den Genossenschaften entwickelt sich unterschiedlich. In Städten wie Leipzig und Dresden nimmt sie ab. Auf dem Land dagegen wächst sie wieder leicht. Ende 2015 betraf das sachsenweit 21 593 Wohnungen (Vorjahr: 21 639). Das entspricht einer Quote von 7,8 Prozent. 2002 lag sie noch bei knapp 14 Prozent. Hätten die Genossenschaften in den vergangenen Jahren auf den Abriß von Häusern verzichtet, läge der Leerstand heute bei rund 20 Prozent. „Bei einer solchen Quote hätte es Insolvenzen gegeben“, sagte Verbandschef Axel Viehweger. Abriss werde auch weiter eine Rolle spielen - allerdings mehr in Form des sogenannten Teilrückbaus, bei dem Häuser zum Beispiel um die oberste Etage reduziert werden.

Kritisch sah Viehweger die immer neuen Auflagen, mit denen der Energieverbrauch in den Gebäuden gesenkt werden soll. Die seit 2016 geltende Energieeinsparverordnung mache das Bauen noch einmal um 7 bis 10 Prozent teuerer und lasse die Mieten auf mehr als 10 Euro steigen. Per Auflage würden die Häuser durch Dämmungen immer stärker abgedichtet. Doch dann bilde sich Schimmel, der mit dem Einbau von Lüftungsanlagen bekämpft werden soll. „Das ist schizophren“, sagte der Verbandschef. Eine solche Tonnenideologie nach dem Motto „Mehr bringt mehr“ sei Unsinn.

Viehweger forderte erneut staatliche Zuschüsse für die Umrüstung auf altersgerechte Wohnungen. Pro Wohnung würden einmalig 10 000 Euro Zuschuss benötigt, um das Wohnen nach dem Umbau mit Mietpreisen von 6,50 Euro kalt noch sozialverträglich zu machen. In Leipzig lief dazu ein Pilotprojekt. Gemeinsam mit der Universität Dresden arbeiten die Genossenschaften an einem Konzept, mit dem Bäder in Wohnungen für betagte Menschen umgerüstet werden sollen. Mitunter seien die Badezimmer so schmal, dass sie weder mit dem Rollator geschweige denn in Begleitung einer Pflegekraft betreten werden können, hieß es.

dpa

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