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Sächsische Krankenhäuser im Visier von Cyber-Kriminellen

Hacken bis der Arzt kommt Sächsische Krankenhäuser im Visier von Cyber-Kriminellen

Krankenhäuser sind zunehmend Ziel von Cyber-Attacken. In Nordrhein-Westfalen und Bayern wurden ganze Kliniken lahmgelegt. Auch das Leipziger Uniklinikum stand im Visier der Angreifer. Gegenmaßnahmen sind teuer.

Hochspezialisierte Medizintechnik ist oft nicht gerüstet gegen Angriffe aus dem Internet.
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Sächsische Krankenhäuser rüsten sich gegen zunehmende Attacken aus dem Internet. Bundesweit werden immer mehr medizinische Einrichtungen von Hackern angegriffen. Anfang Februar traf es beispielsweise mehrere Häuser in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Ganze Abteilungen fielen aus, hunderte Rechner mussten heruntergefahren werden. Eine Sondereinheit ermittelt.

Mit der zunehmenden Vernetzung im Gesundheitswesen ist die Gefahr für die Kliniken gewachsen, Opfer von Viren, Trojanern oder anderer Schadsoftware zu werden. Im Ernstfall kann das bedeuten, das vertrauliche Informationen ausgespäht werden, Daten manipuliert oder gelöscht werden. Im schlimmsten Fall könnten sogar medizinische Geräte manipuliert und Daten verfälscht werden, wodurch Patienten in akute Gefahr geraten könnten.

Auch das Uniklinikum Leipzig war bereits Ziel von solchen Cyber-Angriffen. Stefan Smers, Leiter des Bereichs IT, bestätigt: „Circa 30 mal pro Monat bemerken wir Angriffsversuche an unserer Firewall. Ziel eines so genannten Krypto-trojaners wurde die Universitätsmedizin erstmals im Mai 2015.“ Kryptotrojaner sind Schadprogramme, mit deren Hilfe ein Eindringling den Zugriff auf die Daten des gesamten Computersystems blockiert. Häufig wird die Freigabe an die Zahlung eines Lösegeldes geknüpft. Bisher konnten durch schnelles Handeln eine Verbreitung im Kliniknetz und damit Einschränkungen in der Patientenbehandlung verhindert werden. „Aber um es ganz deutlich zu sagen: Auch wir befinden uns im Fokus der Angreifer“, so Smers. Die Angreifer agierten in der Regel sehr flexibel und schnell. Ohne massive Investitionen in den Bereich IT-Sicherheit werde es deshalb künftig nicht möglich sein, adäquat zu reagieren.

Das Leipziger Klinikum St. Georg hat deshalb bereits aufgerüstet. Sprecher Martin Schmalz sagt, an erster Stelle stehe dabei die Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Gefahren von Schadsoftware. „Unser Datennetz ist zudem durch mehrere hochmoderne Sicherheitssysteme geschützt. Notfall-Szenarien für den teilweisen oder kompletten Ausfall des Datennetzes sind vorhanden und werden permanent überarbeitet und angepasst.“ Gleichzeitig versichert er: „Die medizinische Versorgung unserer Patienten ist jederzeit auch ohne Datennetz möglich.“ Kleinere Attacken konnten in der Vergangenheit rechtzeitig identifiziert und schnell beseitigt werden.

Auch das Dresdner Uniklinikum Carl Gustav Carus ist regelmäßig Zielscheibe von Cyberattacken, bestätigt Sprecher Holger Ostermeyer. „Das Krankenhaus hat deshalb einen IT-Sicherheitsbeauftragten berufen.“ Damit solle der Tatsache Rechnung getragen werden, dass sich die Angriffe ständig veränderten.

Mittlerweile hat sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit der Problematik befasst und eine Risikoanalyse erstellt. Darin wird kritisiert, das bisher „noch kaum IT-spezifische rechtliche Verpflichtungen zur Absicherung der Kritischen Infrastrukturen des Gesundheitswesens“ existieren. Die deutschen Kliniken werden aufgefordert, eine umfassende Sicherheitskonzeption zu erarbeiten. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, regte im Deutschen Ärzteblatt sogar ein nationales Förderprogramm für die IT-Sicherheit im Gesundheitssektor an.

Am 6. und 7. April findet am Universitätsklinikum Leipzig die Frühjahrstagung der IT-Verantwortlichen deutscher Krankenhäuser statt. Dabei soll es auch um den aktuellen Stand beim IT-Sicherheitsgesetz gehen.

Von Roland Herold

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