Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Google+
Sachsens neuer Landesbischof Rentzing - Konservativer Brückenbauer

Sachsens neuer Landesbischof Rentzing - Konservativer Brückenbauer

Carsten Rentzing, 1967 in Berlin-Spandau geboren, kam erst als Erwachsener zum Glauben. Zwar getauft, lernte er weder zu beten noch die Bibel zu lesen, und nicht einmal Weihnachten wurde der Gottesdienst besucht.

Voriger Artikel
Wie auf der Titanic: Im Innenressort von Markus Ulbig beginnt das Stühlerücken
Nächster Artikel
Merkel will aus Flüchtlingsthema keinen Ost-West-Konflikt machen

Carsten Rentzing.

Quelle: dpa

„Man kann sagen, ich bin kirchenfern aufgewachsen“, sagt der Theologe. 1985 geriet Rentzing dann in einen Zirkel, der sich mit philosophischen Fragen um Gott und die Welt beschäftigte. Da saß ein Christ, „der erste, dem ich begegnete“, und betete. „Das hat mich interessiert.“ Zunächst aber studiert der jüngere zweier Brüder Philosophie und Rechtswissenschaften. Erst bei einem Gastsemester an der Kirchlichen Hochschule Berlin zeigt sich: „dass Theologie mein Weg ist“. Nach dem Studium in Berlin, Frankfurt am Main und Oberursel kommt Rentzing 1999 nach Sachsen. Als er in Leipzig promoviert - über das Böse bei Martin Luther und Karl Barth -, ist der Großstädter längst Pfarrer im Erzgebirge und mit einer Kollegin verheiratet. In Markneukirchen (Vogtland) wird Rentzing überregional bekannt, als Mitinitiator der „Bekenntnisinitiative“ gegen homosexuelle  Lebenspartnerschaften im Pfarrhaus. Nicht erst seitdem gilt er mit der auch öffentlich vertretenen Position, Homosexualität sei nicht Gottes Wille, als erzkonservativ und rückwärtsgewandt. Auch viele Pfarrer tun sich schwer mit ihm als Bischof.

Rentzing hält unterschiedliche Ansichten für völlig berechtigt. „Wo, wenn nicht in der Kirche, muss über theologische oder seelsorgerische Fragen gesprochen werden?“, fragt er. „Wir müssen uns vielleicht auch eine Debattenkultur angewöhnen, die dem anderen nicht permanent ins Wort fällt, Vorhaltungen macht oder Missverständnisse fördert.“ Er setzt auf direkte Kommunikation als „der beste Weg, beieinanderzubleiben und auch mit denen, die andere Position haben als ich, gemeinsam den richtigen Weg zu finden“. Rentzing sieht sich als Mann des Ausgleichs und „Brückenbauer. Neben den Herausforderungen der Zukunft für die Kirche ist dem 47-Jährigen das Thema Familie Herzensanliegen, die aus seiner Sicht mehr Aufmerksamkeit verdient. Dem Vater von vier Töchtern zwischen 10 und 18 Jahren selbst ist eine fröhliche, gesunde und stabile Familie wichtig. „Ich freue mich jedes Mal, nach Hause zu kommen“, sagt er. „Wenn mir eines meiner Kinder um den Hals fällt, weiß man, wofür man da ist - da relativieren sich manche Dinge schnell.“ Mit dem Karriereschritt wird die Freizeit des Hobbysportlers und Triathleten, der für erzgebirgische Klöße schwärmt, noch knapper werden. Steht die Landeskirche doch angesichts der Flüchtlinge neben den eigenen Problemen mit dem demografischen Wandel und Mitgliederschwund vor einer weiteren großen Herausforderung. Da hat Rentzing vor allem die 75 Prozent der Bevölkerung im Visier, die noch keinen Bezug zu einer christlichen Gemeinde haben. Als Bischof wünscht er sich dafür „konstruktive Kritik, geschwisterliches Miteinander und hoffentlich auch Menschen, die mir gewogen sind“, wie er sagt. „Man braucht Freunde, auch in so einem Amt.“

Simona Block, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr