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Sachsens Wirtschaft fürchtet Exporteinbußen durch Brexit

Brexit-Votum Sachsens Wirtschaft fürchtet Exporteinbußen durch Brexit

Nach dem Brexit-Votum der Briten fürchten die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Sachsen mögliche Auswirkungen auf den Export.

In einem Referendum hat das Vereinigte Königreich den Austritt aus der EU beschlossen.

Quelle: dpa

Dresden/Leipzig . Nach dem Brexit-Votum der Briten fürchten die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Sachsen mögliche Auswirkungen auf den Export. „Großbritannien als drittwichtigster Exportpartner für sächsische Unternehmen ist auch für den Wirtschaftsraum Leipzig ein Schwergewicht“, erklärte der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, Kristian Kirpal. Gerade die Automobilindustrie, die unter anderem in der Messestadt stark vertreten sei, mache einen Großteil der Ausfuhren aus.

Allein im ersten Quartal 2016 wurden in Sachsen Waren im Wert von 564 Millionen Euro nach Großbritannien exportiert. Davon entfielen 366 Millionen Euro (65 Prozent) auf den Fahrzeugbau. Mit 48 Prozent gehen vor allem fertige Autos über den Ärmelkanal. Daran haben vor allem die Autobauer Volkswagen in Zwickau, Chemnitz und Dresden, bei BMW und Porsche in Leipzig ihren Anteil.

So fertigt etwa Volkswagen in Sachsen lackierte Karosserien für den britischen Hersteller Bentley. Zahlen nannte das Unternehmen nicht. „Wir werden nun eng mit unseren britischen Gesellschaften, an denen wir unverändert festhalten, zusammenarbeiten“, hieß es im Konzern. Noch sei es zu früh, alle Auswirkungen auf die Aktivitäten des Unternehmens zu bewerten.

Ein BMW-Sprecher erklärte, dass man sich nicht an den Spekulationen über eine Zukunft nach einem Brexit beteiligen wolle.

„Schon kurzfristig wird der Brexit sicher Auswirkungen auf den Pfundkurs haben. Das könnte unsere Exporte verteuern und in der Folge zu Exporteinbußen führen“, sagte Kirpal. Zudem gebe es in der Region zahlreiche mittelständische Unternehmen aus den Branchen Elektrotechnik, Maschinenbau oder Medizintechnik, die in Großbritannien aktiv sind. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen dürfte der Markteintritt perspektivisch schwerer werden. Ein Brexit ziehe mittelfristig mehr Bürokratie nach sich - etwa durch Zollanmeldungen, so Kirpal.

Im Kammerbezirk der IHK Dresden exportieren 354 Unternehmen nach Großbritannien, 22 haben den Angaben zufolge eine Niederlassung auf der Insel. Zwar sieht Sprecher Lars Fiehler vorerst keinen Grund zur Panik: Zumindest in der zweijährigen Verhandlungsphase verändere sich wenig bei den rechtlichen und wirtschaftlichen Verflechtungen, hieß es. Neben Auswirkungen auf den Wechselkurs könnten sich aber einige Firmen zurückhaltender bei anstehenden Investitionen, dem Abschließen von Verträgen oder der Einstellungen neuer Mitarbeiter zeigen.

Mögliche Chancen in dem Brexit-Votum sieht dagegen das Netzwerk der Automobilzulieferer AMZ in Sachsen: Bisher seien etwa die Japaner stark in England vertreten, erklärte Netzwerkmanager Dirk Vogel. Konzentrierten sich diese künftig wegen Handelsbeschränkungen mehr auf das europäische Festland, entstünden in Großbritannien Lücken. „Da könnte Potenzial für uns entstehen.“ Langfristig sei aber noch unklar, wohin die Reise nach einem Brexit gehe.

2015 gingen insgesamt Waren im Wert von knapp 2,2 Milliarden Euro über den Ärmelkanal. Nach China und USA ist Großbritannien damit drittwichtigster Handelspartner für den Freistaat.

dpa

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