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Sachsens Verwaltungen wollen bei E-Autos nachlegen

Regierung in der Vorreiterrolle Sachsens Verwaltungen wollen bei E-Autos nachlegen

An Bekenntnissen zur Elektromobilität fehlt es in Sachsen nicht. Dennoch sind selbst in den Fuhrparks der öffentlichen Verwaltungen Elektroautos eher selten zu sehen. Die Fahrzeuge sind noch zu teuer.

Polizei-Elektrofahrzeuge vom Typ Smart stehen am 09.12.2013 in Dresden (Sachsen) anlässlich der Übergabe der ersten zehn Elektrofahrzeuge vom Typ Smart an die sächsische Polizei vor dem Innenministerium.

Quelle: dpa

Dresden. Im Fuhrpark der sächsischen Landesregierung sollen bald mehr Elektroautos stehen. Unter anderem für die Polizei werden in diesem Jahr 45 solcher Fahrzeuge beschafft, wie das Innenministerium auf dpa-Anfrage mitteilte. Trotz aller Vorhaben kommt die Elektromobilität in den öffentlichen Verwaltungen insgesamt aber nur langsam in Schwung, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nur ein einziges Regierungsmitglied ist im Hybrid-Auto unterwegs.

Die Landesregierung hatte nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung mit Bayern unlängst verkündet, der Anteil an Elektro- und Hybridfahrzeugen in ihrem Fuhrpark solle „signifikant“ ausgebaut werden. 2015 waren von den etwa 4500 Fahrzeugen der Regierung laut der Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion nur 21 Elektro- oder Hybridautos - Fahrzeuge, die neben einem Elektro- auch einen Verbrennungsmotor besitzen.

Die Regierung strebe eine Vorreiterrolle an, versicherte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Für die Verkehrsexpertin der Grünen, Katja Meier, bleibt sie jedoch weit hinter ihren selbstgesteckten Zielen zurück. „Um in Sachen Elektromobilität voranzukommen, muss sie endlich ihre Vorbildfunktion ernst nehmen“, forderte Meier.

Der Energieexperte der SPD-Fraktion, Jörg Vieweg, verwies auf Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der als einziges Regierungsmitglied mit einem Hybridfahrzeug unterwegs ist. Er gehe mit gutem Beispiel voran. Eigentlich müsse aber die ganze Regierung Vorbild sein.

„Die deutsche Autoindustrie sollte im Bereich E-Mobilität viel mehr in Forschung und Entwicklung investieren“, forderte hingegen der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Andreas Nowak. Das bringe mehr als Kaufprämien oder auch von der Regierung angeschaffte Autos. „Die Autoindustrie muss den Fortschritt wollen.“

Hoffnung auf Fördermittel für zehn Elektro-Autos in Dresden

Vor allem die Stadt Leipzig will bei Elektroautos mehr Tempo machen. Ein großer deutscher Autohersteller produziert in der Stadt Elektromobile und das soll im Straßenbild zu sehen sein. Von den rund 150 Dienstwagen der Verwaltung seien 15 E-Mobile, sagte Hauptamtsleiter Christian Aegerter. „Wir wollen das auf etwa ein Drittel ausbauen.“ Allerdings seien die E-Autos nicht für alle Zwecke geeignet. Kommunale Betriebe eingeschlossen verfügt die Stadt nach eigenen Angaben über 90 Elektrofahrzeuge. Leipzig sei damit unter den deutschen Städten Spitzenreiter.

Die Stadt Dresden hofft wegen der hohen Anschaffungskosten auf Fördermittel. „Können Fördermittel eingeworben werden, sollen auch 2016 einige Elektrofahrzeuge angeschafft werden“, hieß es. Zehn elektrische Autos seien geplant. Aktuell stehen im Fuhrpark mit 191 Dienstfahrzeuge fünf Elektroautos, ein Elektro-Nutzfahrzeug sowie 111 Dienstfahrräder und drei Pedelecs, Fahrräder mit Elektroantrieb.

Vor allem die Dresdner Verkehrsbetriebe setzen zunehmend auf elektrischen Strom. 2007 fuhr der erste Hybridbus über Dresdner Straßen. Inzwischen seien es 18. Seit Juni 2015 fährt auf einer  kürzeren Linien auch ein rein elektrisch betriebener Bus. Nach jeder Runde wird an der Endstation die Batterie nachgeladen. Allerdings koste dieser Bus mit 600 000 bis 850 000 Euro das Zwei- bis Dreifache eines normalen Dieselbusses.

Bei der Stadtverwaltung in Chemnitz gibt es nur zwei Elektrofahrzeuge - im Zoo. In diesem Jahr soll ein weiteres geleast werden. E-Mobile verursachten hohe Kosten bei der Anschaffung und hätten eine vergleichsweise geringe Reichweite, erklärt die Stadt. Sie seien in der Regel unwirtschaftlich. Der Fuhrpark der Stadt umfasst nach eigenen Angaben 380 Fahrzeuge sowie 20 Fahrräder, zwei davon sind Pedelecs. Von den 81 Omnibussen der Chemnitzer Verkehrs-AG sind sechs erdgasbetrieben. Busse mit Elektro- oder Hybridantrieb gibt es nicht.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Zwickau fahren mit 31 geleasten Kleinwagen und Kleintransportern sowie fünf Diensträdern. Elektro- oder Hybridfahrzeuge gibt es hier nicht. „Leider sind die Anschaffungskosten für ein Elektrofahrzeug sehr hoch und Miete- oder Leasingraten wirtschaftlich kaum vertretbar“, sagte eine Stadtsprecherin.

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