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Sachsens Staatsregierung legt 10-Punkte-Plan zum Kampf gegen Crystal vor

Sachsens Staatsregierung legt 10-Punkte-Plan zum Kampf gegen Crystal vor

Mit mehr Information, Beratung und stärkerem Druck auf Dealer und Hersteller will die sächsische Staatsregierung dem zunehmenden Crystal-Problem im Freistaat begegnen.

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Durch die Polizei sichergestelltes Crystal (Methamphetamin).

Quelle: dpa

Ein ressortübergreifender 10-Punkte-Plan „Sachsen gegen Drogen“ wurde am Dienstag in Dresden vorgestellt. Er zielt auf Vorbeugung an Schulen sowie Beratung im Zusammenwirken mit Behandlung und Kontrolle ab. Außerdem soll der Verfolgungsdruck auf die Betreiber der Drogenküchen sowie Händler und Schmuggler erhöht werden.

Auf einer neuen Onlineplattform sollen künftig alle Informationen zu der gefährlichen Droge, die vor allem aus Tschechien nach Sachsen gebracht wird, zentral abrufbar sein, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Mit Abbildungen zum Aussehen der Droge solle aufgeklärt und der Erstkontakt verhindert werden. „Es wird auch eine Übersicht geben über alle Ansprechpartner und die zur Verfügung stehenden Hilfemöglichkeiten in allen sächsischen Regionen“, so der Minister.

Grundlage biete das bestehende Suchthilfesystem in Sachsen, das weiter ausgebaut werden solle. So seien im kommenden Doppelhaushalt 1,4 Millionen Euro zusätzlich für die Suchtprävention eingeplant. An jeder weiterführenden Schule soll es künftig einen speziell geschulten Ansprechpartner zur Crystal-Problematik geben. Auch der Landesschüler- und der Landeselternrat sollen einbezogen werden. „Es kann nicht allein ein polizeiliches Thema sein“, sagte Ulbig. Bei der Prävention sei die gesamte Gesellschaft in der Verantwortung. Die Federführung bei der Umsetzung des 10-Punkte-Plans liege beim Innen- und dem Sozialministerium unter dem Dach des Landespräventionsrates.

SPD unterstützt 10-Punkte-Plan

Die SPD in Sachsen begrüßte am Dienstag den 10-Punkte-Plan der Landesregierung. Dieser müsse nun schleunigst umgesetzt werden, forderte Martin Dulig, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag. Auch bot der SPD-Spitzenkandidat seine Unterstützung im Kampf gegen Crystal an.

Dabei müssen nach Ansicht der SPD drei Punkte im Vordergrund stehen: Kinder und Jugendliche sollen so früh wie möglich über die Auswirkungen der Droge informiert werden. Auch müsse die Zusammenarbeit mit Tschechien in der Bekämpfung ausgebaut werden. Dulig forderte die Landesregierung weiterhin dazu auf, ausreichend Beratungs- und Therapieplätze zur Verfügung zu stellen. „Das Netz der Präventions- und Hilfsangebote muss sich am Bedarf orientieren“, so Dulig. Dies dürfe nicht nach Kassenlage geschehen.

Von den Grünen kam hingegen Kritik: Die Strategie beschränke sich auf eine bessere Verzahnung von Einzelmaßnahmen. „Das ist zu wenig“, erklärte die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Elke Herrmann. Sie bemängelte, dass im laufenden Haushaltsjahr nicht mehr Geld beziehungsweise Personal zur Verfügung gestellt werde.

Landespolizeipräsident Rainer Kann unterstrich, dass sich die Polizei nicht aus der Prävention zurückziehen wolle. „Wir sind allerdings keine Ärzte, wir sind keine Erzieher, wir sind keine Lehrer und wir sind keine Pädagogen.“ Neben verstärkten Kontrollen auf sächsischer Seite setze er im Kampf gegen Hersteller und Händler auch auf verstärkte länderübergreifende Zusammenarbeit, sagte Ulbig. „Nur gemeinsam und abgestimmt mit unseren tschechischen und polnischen Nachbarn können wir Erfolge gegen das Teufelszeug erreichen.“

Der Crystal-Konsum im Freistaat steigt seit Jahren. In der Polizeilichen Kriminalstatistik 2013 nahmen Rauschgiftdelikte um 533 auf 9408 Fälle zu. Mehr als die Hälfte der Verstöße standen mit Crystal in Zusammenhang.

dpa/ joka

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