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Sachsens Schützen wehren sich gegen Waffenrechtsverschärfung

EU-Pläne nach Paris Sachsens Schützen wehren sich gegen Waffenrechtsverschärfung

Bei mitteldeutschen Jägern und Sportschützen geht die Angst um, sie fürchten neue Auflagen für ihre Hobbys. Grund sind Pläne der EU-Kommission, die als Reaktion auf die Pariser Anschläge in dieser Woche einen Aktionsplan beschließen will.

Quelle: dpa

Dresden. Dresden. Bei mitteldeutschen Jägern und Sportschützen geht die Angst um, sie fürchten neue Auflagen für ihre Hobbys. Grund sind Pläne der EU-Kommission, die als Reaktion auf die Pariser Anschläge in dieser Woche einen Aktionsplan beschließen will, der eine erhebliche Verschärfung des Waffenrechts zur Folge hätte. Demnach könnten auch in Deutschland viel strengere  Vorschriften für Schießsportler und Jäger greifen. So sollen waffenrechtliche Dokumente auf fünf Jahre beschränkt, verpflichtende medizinische Tests eingeführt und der Onlinehandel mit Waffen eingedämmt werden. Zudem drohen Waffensammlern drastisch erhöhte Auflagen.

Das Brüsseler Maßnahmepaket sorgt für Empörung in Sachsen und Thüringen. "Wir lehnen die geplante Waffenrechtsverschärfung grundsätzlich ab", sagt Frank Herrmann, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes (LJV) Thüringen.

Die Maßnahmen seien nicht geeignet, terroristische Anschläge zu verhindern, geschweige denn, diese oder die organisierte Kriminalität selbst zu bekämpfen. Der Thüringer LJV-Chef verweist darauf, dass Deutschland bereits eines der restriktivsten Waffengesetze Europas habe. Über die EU-Pläne könne man sich deshalb nur wundern. "Der LJV Thüringen ruft deshalb alle Jäger auf, gegen eine weitere Verschärfung des Waffenrechts in Deutschland zu stimmen."

Widerstand gibt es auch bei sächsischen Jägern und Sportschützen. "Mit Aktionismus sollen staatstreue legale Waffenbesitzer wieder mal drangsaliert werden", empört sich Gert Dittrich, Präsident des LJV Sachsen. Er verweist darauf, dass Jagdscheininhaber bislang in Deutschland schon umfangreich überprüft würden. So erfolge im 3-Jahresrhythmus eine kostenpflichtige behördliche Zuverlässigkeitsprüfung und im Verdachtsfall auch eine amtsärztliche Untersuchung. "Der Versuch geht von Brüssel in die falsche Richtung. Die vier Millionen Bürger in Deutschland, die offiziell Waffen besitzen, stellen keine Gefahr dar."

Auch der sächsische EU-Parlamentarier Hermann Winkler (CDU) nennt die EU-Pläne "Aktionismus", der sich gegen Sportschützen und Jäger richtet. Ein verschärftes Waffenrecht zu ihren Lasten werde die Terror-Problematik nicht lösen, sagt der Grimmaer. "Es benachteilige dann genau die Menschen, die sich unter friedlicher Nutzung von Waffen im Sportverein oder bei der Jagd für unsere Gesellschaft einbringen." Die EU solle sich vielmehr um die Hausaufgaben kümmern, so Winkler. "Dazu zählen die Sicherung der Außengrenzen und eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge."

Unterstützung erhält Winkler von EU-Parlamentskollegin Gabriele Zimmer (Linke) aus Thüringen. "Aus der guten Absicht darf keine unnötige Bürokratie entstehen, die nicht zu mehr Sicherheit führt", sagt die Erfurterin. "Sportschützen und Jäger sollen auf keinen Fall verunsichert oder kriminalisiert werden." Zimmer verweist darauf, dass die EU zwar regeln will, wie Waffen unbrauchbar gemacht werden und wer deaktivierte Waffen besitzt, "die meisten Sportschützen haben solche Waffen aber nicht". Das Wichtigste bleibe deshalb der Kampf gegen den illegalen Waffenhandel. Gegen die Verschärfung des Waffenrechts hatte sich zuletzt auch die AfD auf ihrem Parteitag in Hannover ausgesprochen.

DNN

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