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Sachsens Ministerpräsident Tillich auf Werbetour in Österreich

Sachsens Ministerpräsident Tillich auf Werbetour in Österreich

Den schwierigsten Job hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) dieser Tage nicht. Seine Werbetour in Österreich mutet manchmal schon wie ein Heimspiel an.

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Werbetour in Österreich: Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU, l.) und Landeshauptmann Erwin Pröll.

Quelle: dpa

Pölten. Sachsen ist in und jenseits von Wien zumindest auf dem politischen Parkett ein Begriff. Und die Türen stehen weit offen: Unaufgefordert werden Aufbauleistungen gewürdigt, die Wirtschaftskontakte gelobt und der Wein aus Sachsen gepriesen. Dass der Kellner beim Sachsen-Abend in Wien fälschlich vom „Radelberger Bier“ spricht, ist da durchaus verzeihlich. Radeberg ist eben nicht Sachsen.

Für vier Tage ist der Regierungschef in Sachen Lobbyarbeit unterwegs. Im Tross die Wirtschaftsförderer des Landes, die sich über großen Zuspruch der Österreicher zu parallelen Kontaktbörsen und Tagungen freuen. So haben sich etwa zum Energieforum - dort geht es um Produkte und Technologien aus Sachsen - 41 Interessenten aus der Alpenrepublik angemeldet. Die Sachsen waren da mit zwölf Unternehmen eindeutig in der Minderheit. „Der Zuspruch aus Österreich hat uns in der Tat überrascht, und er spricht für uns“, meint der Chef der Wirtschaftsförderer, Peter Nothnagel.

Dennoch wird Tillich nicht müde, immer wieder zu betonen, dass die Beziehungen zwischen Sachsen und Österreich noch ausgebaut werden können. Und ihm geht es nicht nur um Waren, sondern auch um Forschung und Technologie. Das sagt er am Vormittag im Gespräch mit Investoren, die in Meerane bei Zwickau eine Produktionsstätte für Stoßfänger bauen. Und das wiederholt er am Abend im feierlichen Rahmen vor Gästen der Deutschen Außenhandelskammer in der Wiener Hofburg.

Bei diesen und vielen anderen Gelegenheiten trifft Tillich immer wieder auch auf Leute aus der Heimat. Das neue Magna-Werk in Meerane etwa werde ein Sachse leiten, ist im Gespräch mit den Managern zu erfahren. Und dass der Ministerpräsident beim Abend in der Hofburg auf Bekannte trifft, versteht sich von selbst: Denn Essen und Trinken haben sächsische Unternehmer gesponsert, die sich gerade in Wien vorstellen.

Tillich wirbt natürlich für Kunst und Kultur, plaudert auch ein bisschen stolz aus dem Nähkästchen - etwa dass der Papst zu seinem 85. Geburtstag im kommenden April das Leipziger Gewandhausorchester in den Vatikan eingeladen hat. Und zur Verblüffung einiger Mitreisender verrät Tillich, dass er natürlich mit zum Heiligen Vater nach Rom reisen wird.

Locker wie selten zu Hause im Dresdner Landtag, präsentiert sich der 51-Jährige in der Fremde - als gewandter „Außenminister“. Stets hat er alle möglichen Daten zu Handel und Wandel parat, ist bei jedem Unternehmensbesuch aufmerksam, ernst und schon vorab wohl informiert. Und ihm mangelt es auch nicht an Humor - zum Beispiel in seiner Erklärung zur Qualität des sächsischen Weins. Der sei nämlich so gut, dass er im Unterschied zu Österreich nicht als „Heuriger“ - also ganz junger Wein - ausgeschenkt werde. Der Gastgeber lacht, aber nicht so herzlich wie Tillich.

Dass der heimische Wein zu den Gastgeschenken gehört, die die Sachsen mit im Gepäck haben, versteht sich von selbst. „Der stammt ausschließlich vom Staatsweingut Wackerbarth“, verrät Regierungssprecher Johann-Adolf Cohausz. Dresdner Christstollen und Porzellan aus Meißen sind ebenfalls mit dabei. „Krawatten mit Sachsen-Wappen sind aus“, fügt er hinzu. Eine findet sich schließlich doch noch. Der deutsche Gesandte in Österreich, Stefan Krawielicki, präsentiert stolz den Schlips. Den hat er vor 15 Jahren von Arnold Vaatz bekommen, der damals noch Umweltminister war. Allerdings nicht in Wien, sondern im saudi-arabischen Riad. Die Sachsen reisen eben gern.

Petra Strutz, dpa

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