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Sachsens Linke stimmen sich in Schkeuditz auf den Bundestagswahlkampf ein - Gute Ergebnisse für Kipping und Hahn

Sachsens Linke stimmen sich in Schkeuditz auf den Bundestagswahlkampf ein - Gute Ergebnisse für Kipping und Hahn

Es sind manchmal die kurzen Bemerkungen am Rande, die die Lage am ehesten auf den Punkt bringen. Rico Gebhardt, Landeschef der Linken in Sachsen, stellte am Sonnabend zum Beispiel Folgendes klar: Die Bewerber für den Bundestag seien oft gut und qualifiziert, aber keine "Wundertäter oder Heilige".

Die Partei habe es auch hier mit Menschen zu tun - und nicht mit "fehlerlosen Lichtgestalten".

Das war am frühen Nachmittag im Globana Trade Center in Schkeuditz. Gerade hatten die rund 200 Delegierten in dem spröden Hallenkomplex den ersten Teil ihres Landesparteitags abgespult, und nun stand die Kandidatenkür für die Bundestagswahl auf dem Programm. Das gilt allgemein als heikles Unterfangen, schließlich geht es um Jobs und für den einen oder anderen auch um mehr - um die Zukunft.

Entsprechend angespannt war die Stimmung, was auch schon vor Gebhardts Rede sichtbar war. Immer wieder schritten potenzielle Kandidaten durch die Reihen, sprachen mit "ihren" Delegierten, tranken Kaffee. Besonders eifrig mit dabei war die Bundestagsabgeordnete und DGB-Frau aus Westsachsen, Sabine Zimmermann. Deren Wiederwahl stand nach allgemeiner Lesart auf der Kippe, und eben deshalb hatte sie auch Beistand der besonderen Art erhalten. In einer Zeitungsanzeige hatten sich Chemnitzer Gewerkschaftsfunktionäre für sie starkgemacht, mit skurrilem Tenor: "Wir erwarten, dass die Linke in Sachsen Sabine Zimmermann auf einen aussichtsreichen Listenplatz wählt" - wohlgemerkt, die Gewerkschaftsfunktionäre erwarteten.

Und genau diese Annonce hing nun als Ausriss im Eingangsbereich der Halle in Schkeuditz an einer Wand, als kleine Hilfestellung für all die Unentschlossenen vor der Wahl. Das erinnerte bereits ein wenig an Gebhardts Rede von den Lichtgestalten, doch in Schkeuditz stand nicht nur Zimmermann im Fokus, sondern vor allem ein linkes Duo. Katja Kipping und André Hahn, die Bundesvorsitzende und der Ex-Fraktionschef aus Sachsen, sollten als Doppelspitze nominiert werden, und die Delegierten folgten dem Plan überraschend klar. 79,9 Prozent für Kipping, 75,6 Prozent für Hahn - bei den Linken sind das allemal gute Ergebnisse.

Und auch Zimmermann wurde wie gewünscht platziert - "aussichtsreich" auf Platz 7. Verlierer gab es allerdings auch. Sie hießen Barbara Höll und Ilja Seifert, beide hatten Plätze weiter vorn im Blick, wurden aber durchgereicht - die eine auf Platz 9, der andere einen dahinter. Überraschend gut schnitt dagegen Susanna Karawanskij aus Nordsachsen ab. Die erreichte aus dem Stand Platz 3 und hat damit ein sicheres Ticket für den Bundestag in der Tasche.

Nebenbei ging es bei den Linken auch um Inhalte. So beschlossen die Delegierten einen Leitantrag zur Bildungspolitik, die Kernpunkte lauten: längeres gemeinsames Lernen bis einschließlich Klasse 8; größere Autonomie für Hochschulen; besseres Betreuungsverhältnis in Sachsens Kitas. So soll der Schlüssel nach Ansicht der Linken in Krippen in Zukunft 1:4 betragen (statt derzeit 1:6); in Kindergärten 1:10 (statt 1:13); und im Hort 1:17 (statt 0,9:20).

Auf dem Feld der Hochschulpolitik fand sogar Außergewöhnliches statt. Hier runderneuerte der Landtagsabgeordnete Gerhard Besier den Vorschlag des eigenen Landesvorstands nahezu vollständig - und die Delegierten folgten ihm. Kernpunkt dabei: Zwar hält die Linke an ihrer Forderung fest, die Verbeamtung von Hochschullehrern abzuschaffen. Sie will sich aber dafür einsetzen, dass diese keinesfalls schlechter bezahlt werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.04.2013

Jürgen Kochinke

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