Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
Sachsens Kirchen sind zunehmend im Visier von Einbrechern

Abendmahlskelche, Computer und Kollekten Sachsens Kirchen sind zunehmend im Visier von Einbrechern

Selbst Kirchen und Friedhöfe sind nicht vor Dieben oder Vandalen sicher. Ob die Kollekte oder Abendmahlskelche - nichts ist den Dieben heilig. Die Kirchen des katholischen Bistums Dresden-Meißen würden jährlich etwa zehn Mal von Einbrechern heimgesucht, berichtete Bistums-Sprecherin Elisabeth Meuser.

Leere Bänke in einer Kirche. Immer öfter schlagen Diebe in Kirchen zu.

Quelle: dpa

Dresden. Es verschwinden Abendmahlskelche, Computer oder Kollekten: Einbrüche in Kirchen oder Gemeinde- und Pfarrhäuser beunruhigen die Landeskirche. Der Sprecher des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Matthias Oelke, sagte, er habe den Eindruck, dass die Zahl der Fälle zugenommen habe. Er vermutet einen Zusammenhang mit dem Anstieg bei Wohnungseinbrüchen. „Das verläuft offensichtlich parallel.“ Allein Anfang vergangenen Monats habe er von sieben Einbrüchen binnen einer Woche gehört - so unter anderem in Leipzig, Dresden, Crimmitschau und Plauen.

Von September 2013 bis Ende August 2014 wurden laut Landeskirchenamt 111 Straftaten in Einrichtungen der Landeskirche gemeldet. Dabei wurde ein Schaden von mehr als 147 000 Euro verursacht. Die Zahlen für 2015 liegen erst im Herbst vor.

Anfang Juni versuchten Diebe, in der Emmauskirche im Leipziger Ortsteil Sellerhausen einen Tresor zu knacken. „Das war in den vergangenen Wochen schon der vierte oder fünfte Einbruch“, berichtete Hausmeister Mario Franke. Sogar während des Gottesdienstes seien Diebe in die Kanzlei gleich nebenan eingedrungen und hätten die Sachen eines Mitarbeiters mitgenommen. „Rucksack, Geld, Ausweise - alles weg.“ Die Spendenkasse für die Orgel sei gleich zwei Mal geplündert worden. In einem weiteren Fall seien vom Dach der Kirche Teile der Kupfereindeckung gestohlen worden.

Während des Leipziger Katholikentages Ende Mai entwendeten unbekannte Täter aus dem Tresor der Kanzlei der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche in Connewitz einen „mittleren vierstelligen Bargeldbetrag“, wie es hieß. Tage später hebelten Unbekannte im Norden Leipzigs eine Kirchentür auf und nahmen das Geld aus zwei Kollekten-Kästen mit. Wie hoch die Beute war, ist nicht bekannt. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 1000 Euro.

Ebenfalls Anfang Juni durchsuchten Unbekannte in der Dresdner Neustadt die Räume einer Kirchgemeinde und stahlen Laptop, Tablet-PC, externe Festplatte sowie Bargeld - alles zusammen rund 4000 Euro. Zudem entstand ein Sachschaden von etwa 1000 Euro. Oft wird mehr Schaden durch die Einbrüche verursacht als durch den Diebstahl selbst“, sagt Oelke.

Die Kirchen des katholischen Bistums Dresden-Meißen würden jährlich etwa zehn Mal von Einbrechern heimgesucht, berichtete Bistums-Sprecherin Elisabeth Meuser. Oft gehe es dabei etwa um Regenrinnen und Fallrohre aus Kupfer. Gelegentlich hätten es die Diebe aber auch auf Monstranzen oder Abendmahlskelche abgesehen. „Die denken vermutlich, es ist Gold. Aber es ist ja meist nur vergoldetes Silber oder Messing.“ Der Schaden sei dennoch oft beträchtlich. In der Kirche in Colditz etwa sei unlängst Kirchengerät im Wert von etwa 10 000 Euro gestohlen worden.

Auch die Friedhöfe werden oft geplündert. Wachdienste und Polizei sollen in Leipzig deshalb auch dort in der Nacht für Sicherheit sorgen. Die vielen Buntmetalldiebstähle hätten sensibilisiert, berichtet Volker Mewes vom Amt für Stadtgrün. Im vergangenen Jahr etwa seien in vier Fällen Dachrinnen und Fallrohre von Friedhofsgebäuden sowie Abdeckungen von Wandgrabstätten aus Kupfer gestohlen worden.

Auch denkmalgeschützte, historische Grabstätten würden nicht verschont. In diesem Jahr seien etwa wurde unter anderem die Grabstätte des Turnverbandes und ein Fliegerdenkmal beschädigt worden. Gestohlen würden auch Blumen oder kleinere Grabdekorationen. „Das beschäftigt alle Friedhöfe schon seit Jahrzehnten“, sagte Mewes.

Auf dem Städtischen Friedhof in Chemnitz wurden im vergangenen Jahr von einer Urnenwand 26 fest verankerte Kupferurnen samt Inhalt herausgebrochen und mitgenommen. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurden auf dem Heidefriedhof in Dresden laut Stadtverwaltung Grababdeckungen und Buchstaben aus Kupfer gestohlen. Auf dem Friedhof Dölzschen wurden Dachrinnen aus Kupfer entwendet.

Die evangelische Landeskirche registrierte 2014 auf ihren Friedhöfen 30 Straftaten mit einem Schaden mehr als 75 000 Euro - etwa Graffiti an Friedhofsmauern, aus der Verankerung gerissene Laternen, verwüstete Gräber, umgeworfene Grabsteine, gestohlene Pflanzschalen.

Laut Landeskriminalamt sind Vandalismus und Diebstahl auf den Friedhöfen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Allein 2014 wurden landesweit 270 Fälle registriert, 64 mehr als im Jahr zuvor. Der entstandene Schaden stieg von 56 000 Euro auf 129 000 Euro.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr