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Sachsens Jugendämter nehmen mehr Kinder aus ihren Familien

Sachsens Jugendämter nehmen mehr Kinder aus ihren Familien

Schutz vor den eigenen Eltern: Sachsens Jugendämter haben 2010 wieder mehr Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Die Behörden griffen ein, um Minderjährige unter anderem vor Vernachlässigung oder Gewalt zu schützen.

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In etwa einem Viertel aller Fälle schritten die Jugendämter auf eigenen Wunsch der Kinder und Jugendlichen ein.

Quelle: dpa

2114 Mädchen und Jungen wurden aus ihren Familien genommen und damit 155 mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz am Mittwoch mit. Die meisten der sogenannten Inobhutnahmen gab es in Chemnitz, Dresden und Leipzig. „Sorge bereitet mir vor allem die Entwicklung bei den Unter-Dreijährigen", sagte Sozialministerin Christine Clauß (CDU). In dieser Altersgruppe nehme die Zahl der Inobhutnahmen stetig zu.

Die Gründe für die Maßnahmen waren vielfältig: Die meisten jungen Leute gaben den Statistikern zufolge eine Überforderung ihrer Eltern an, auch Kriminalität, Vernachlässigung, Misshandlung, Straftaten oder Schul- und Ausbildungsprobleme spielten eine Rolle. In einem Viertel der Fälle wandten sich die Betroffenen an die Behörden. Oft mangele es den Eltern an Erziehungskompetenzen, auch wirtschaftliche Probleme wie Langzeitarbeitslosigkeit oder Missbrauch von Alkohol und Drogen könnten zur Eskalation beitragen, so das Sozialministerium.

„Die akuten Zahlen zur Inobhutnahme zeigen, wie wichtig es ist, beim Thema Kinderschutz und frühe Hilfen nicht nachzulassen", sagte Clauß. Bei aller Besorgnis sei der Anstieg der Fälle auch ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft sensibler geworden sei, die Behörden eher reagierten und genauer hinschauten. Dabei gehe es nicht nur um staatliche Kontrolle, sondern um Förderung frühkindlicher Bindungen und Stärkung elterlicher Kompetenzen.

Für viele Kinder und Jugendliche sei eine Inobhutnahme ein schwerer und folgenreicher Eingriff. Nur die Hälfte könne danach wieder ins gewohnte Umfeld zurückkehren. So schlossen sich für rund 600 Mädchen und Jungen im vergangenen Jahr stationäre erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses an. „Hier ist es wichtig, für jedes betroffene Kind und jeden Jugendlichen eine gute und passgenaue Anschlusshilfe zu finden." Für kleine und Kleinstkinder werde dabei häufig die Unterbringung in geeigneten Pflegefamilien angestrebt.

2010 waren die meisten (fast 80 Prozent) der in Obhut Genommenen 14 Jahre alt oder älter. 1560 Kinder und Jugendliche wurden auf Veranlassung durch den sozialen Dienst, Jugendämter, Polizei oder Ordnungsbehörden aus den Familien geholt, weil eine dringende Gefahr bestand. Für ein knappes Drittel der Kinder endete die Unterbringung außerhalb der Familie innerhalb von zwei Tagen, für mehr als 40 Prozent dauerte sie etwa zwölf Tage. Die Hälfte der jungen Menschen kehrte danach in die Familie zurück.

dpa

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