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Sachsens Grüne: Nach Landeschef Kasek kommt ganz lange nichts

Parteitag am Wochenende in Glauchau Sachsens Grüne: Nach Landeschef Kasek kommt ganz lange nichts

Wenn sich Sachsens Grüne an diesem Wochenende zum Parteitag in Glauchau treffen, geht es nicht zuletzt um die Wahlgänge in den kommenden Jahren. Strukturell wie auch inhaltlich will sich die kleine Oppositionspartei so aufstellen, dass sie bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr ein Wörtchen mitreden kann.

Landeschef Jürgen Kasek

Quelle: dpa

Dresden. Wenn sich Sachsens Grüne an diesem Wochenende zum Parteitag in Glauchau treffen, geht es nicht zuletzt um die Wahlgänge in den kommenden Jahren. Strukturell wie auch inhaltlich will sich die kleine Oppositionspartei so aufstellen, dass sie bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr ein Wörtchen mitreden kann, und bei der Landtagswahl 2019 in Sachsen erst recht. „Wir fühlen ein bisschen Rückenwind“, sagt Landeschef Jürgen Kasek, die männliche Hälfte der grünen Doppelspitze im Freistaat. Die Mitgliederzahl steige kontinuierlich, liege aktuelle bei rund 1420. Außerdem verfüge die Partei über das, was Kasek „Alleinstellungsmerkmal“ nennt – den „Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen“.

Das zeichnet die Grünen seit Jahren aus, so richtig aus dem Knick gekommen aber sind sie bisher trotzdem nicht. Zwar sitzt die Partei seit 2004 wieder im Landtag, dümpelt aber seitdem im kritischen Bereich knapp über fünf Prozent dahin. Dahinter steht die Tatsache, dass die Grünen im Osten allgemein keinen besonders leichten Stand haben – wie sich zuletzt bei der Landtagswahl vor wenigen Monaten in Mecklenburg-Vorpommern gezeigt hat, als sie mit 4,8 Prozent aus dem Landtag geflogen sind.

Das, so lautet der Plan, soll in Sachsen nicht passieren. Als Gegengift wollen die Delegierten in Glauchau einen Leitantrag sowie ein sogenanntes Strategiepapier beschließen. Der eine dreht sich um den ländlichen Raum, der nach dem Willen der Grünen nicht weiter abgehängt werden darf; der andere steht unter der Überschrift „Für den Wandel in Sachsen“ und ist eine Art Vorstoß gegen den rechtspopulistischen Zeitgeist. Genau das ist das „Oberthema“ für Kasek. „Wir stehen für eine vielfältige moderne Gesellschaft“, meint er, „für eine andere demokratische Kultur“.

Das ist durchaus ernst gemeint, zugleich aber auch das Problem des Leipziger Anwalts – und auch des gesamten Landesvorstands. Denn so gewieft der Obergrüne auch agiert, so medientauglich und präsent er ist, das Ganze bleibt doch meist eine monothematische Veranstaltung. Das Bild, das die Landesspitze derzeit abgibt, lautet: Erst kommen Kasek und sein Kampf gegen Rechtsextremismus, und danach kommt ganz lange nichts. Erschwert wird diese Lage durch die Tatsache, dass Christin Bahnert aus Dresden als zweite Landeschefin praktisch nicht in Erscheinung getreten ist. Den Posten eines Generalsekretärs gibt es nicht, und die Stelle des Landesgeschäftsführers war bisher nicht besetzt. Folge: Im Gegensatz zur grünen Fraktion ist der Landesverband kaum erkennbar – und wenn, dann als Ein-Mann-Show mit Antifaschismus als einzigem Themenfeld.

Dies sorgt für einigen Unmut an der Basis. Nicht wenige Grüne machen Kasek für den Mangel an thematischer Breite sowie die organisatorische Schwäche verantwortlich. Zwar wollen die Delegierten in Glauchau nun an der einen oder anderen Stellschraube drehen und zum Beispiel den Landesvorstand von vier auf sechs Mitglieder erweitern; auch soll die verwaiste Stelle des Landesgeschäftsführers nach Monaten besetzt werden. Ob Kasek, der erneut als Chef antreten will, seine Quote vom letzten Mal wieder erreicht, ist allerdings unklar. Damals hatte der Leipziger 63 Prozent erhalten.

Interessant ist darüber hinaus die Wahl des zweiten Chefpostens, der bei den Grünen traditionell von einer Frau besetzt wird. Hier tritt Christin Melcher an, die mit Kasek einiges verbindet. Beide haben derzeit keinen Gegenkandidaten, beide kommen aus Leipzig. Damit stellt die Messestadt im Alleingang das Spitzenduo, Dresden als zweiter starker Kreisverband geht leer aus.

Kasek selbst sieht darin kein Problem. Einen Regionalproporz gebe es nicht mehr bei den Grünen im Freistaat, meint er – im Gegensatz zu früher. Damals hätten sich die Kandidaten noch „gegenseitig belauert“. Auch wenn Kasek dies so nicht ausgesprochen hat, mancher Grüne dürfte sich dabei doch an Ex-Fraktionschefin Antje Hermenau erinnert fühlen.

Von Jürgen Kochinke

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