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Sachsen zahlt nicht in Fonds für Missbrauchsopfer in Familien

Keine Beteiligung Sachsen zahlt nicht in Fonds für Missbrauchsopfer in Familien

Trotz drohender Ebbe im Hilfsfonds für die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs in Familien lehnen Sachsen und die meisten anderen Bundesländer eine finanzielle Beteiligung weiter ab. Es gebe fachliche Bedenken bei der Einbeziehung der Missbrauchsopfer in Familien, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums.

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Quelle: dpa

Dresden. Trotz drohender Ebbe im Hilfsfonds für die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs in Familien lehnen Sachsen und die meisten anderen Bundesländer eine finanzielle Beteiligung weiter ab. Es gebe fachliche Bedenken bei der Einbeziehung der Missbrauchsopfer in Familien, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Dresden. „Unter anderem führt es zu einer Ungleichbehandlung und finanziellen Besserstellung unterschiedlicher Opfergruppen familiärer Gewalt.“

Die Opfer sollten daher über die bestehenden Regelungen versorgt werden. So hätten laut Opferentschädigungsgesetz alle Opfer von Gewalttaten mit bleibenden Gesundheitsschäden Anspruch auf Leistungen. „Hierzu zählen auch Opfer von sexuellem Missbrauch in Familien.“

Aus dem Hilfsfonds werden zusätzliche Therapien und andere Leistungen für Menschen bezahlt, die in ihrer Kindheit in ihrer Familie sexuell missbraucht wurden. Drei Jahre nach seiner Gründung ist er nach Angaben des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fast leer.

Ursprünglich sollten die Mittel je zur Hälfte von Bund und Ländern kommen. Neben dem Bund, der seinen Beitrag von 50 Millionen Euro leistete, zahlten aber nur Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ein, so dass statt der angepeilten 100 Millionen Euro nur 58 Millionen zusammenkamen.

Sachsen beteilige sich neben Rheinland-Pfalz, Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Saarland, Thüringen und Brandenburg am ergänzenden Hilfesystem für Betroffene sexuellen Missbrauchs im institutionellen Bereich, sagte die Ministeriumssprecherin. Dabei geht es um Missbrauchsopfer in Einrichtungen wie Schulen und Heimen, die aber nur drei Prozent der bisher gemeldeten Fälle ausmachen.

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland haben nach Schätzungen sexuellen Missbrauch erlebt. „Der Haupttatort bleibt die Familie“, sagt Rörig. Und der Bedarf an Hilfe sei groß. Allein im vierten Quartal 2015 stellten demnach rund 500 Betroffene einen Antrag auf Leistungen aus dem Hilfsfonds. Und die Tendenz sei steigend.

dpa

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