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Sachsen will medizinische Versorgung von Flüchtlingen ausbauen

Flüchtlingsambulanzen Sachsen will medizinische Versorgung von Flüchtlingen ausbauen

Sachsen will die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in der ländlichen Region ausbauen. Dazu sollen die bereits in einigen Städten existierenden Flüchtlingsambulanzen auch in den Landkreisen entstehen.

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In Bautzen kommen zum Beispiel auch zwei Arabisch sprechende Ärzte zum Einsatz.

Quelle: dpa

Bautzen. Sachsen will die medizische Versorgung von Flüchtlingen auf dem Lande ausbauen und zugleich niedergelassene Ärzte entlasten. Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) besuchte am Mittwoch eine entsprechende Modellpraxis in Bautzen: „Das Modell ist zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Landkreises. Ich hoffe, dass auch andere Landkreise und Kliniken das aufgreifen.“ Interesse gebe es bereits in den Landkreisen Zwickau und Erzgebirge. Zugleich sei man mit dem Landkreistag im Gespräch. Neben Bautzen gibt es Flüchtlingsambulanzen schon in Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda, Görlitz und Leipzig. Klepsch zufolge sind maßgeschneiderte Lösungen erforderlich. Das Modell von Bautzen lasse sich nicht eins zu eins übertragen.

Mit dem Modell können Ärzte und Einrichtungen, die bisher nicht zur ambulanten vertragsärztlichen Versorgung zugelassen sind, ihre Leisungen nach dem Asylbewerbergesetz erbringen und über die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen beim Landkreis abrechnen. Im Fall von Bautzen ist die Ambulanz in die Notaufnahme des Klinikums integriert. Hier arbeiten auch zwei Ärzte, die Arabisch sprechen. Zudem hat das Klinikum neuerdings eine Praktikantin aus Syrien. Sprachbarrieren werden zudem mit Schautafeln oder Informationsblättern in anderen Sprachen gemeistert.

Die Bautzener sehen in ihrem Projekt ein Beispiel für „gelebte Integration“: „Wir separieren die ausländischen Patienten nicht. Sie werden nicht anders behandelt als die deutschen“, sagte  Klinikum-Geschäftsführer Reiner E. Rogowski. Allerdings gebe es durchaus kulturelle Unterschiede. Oft würden Patienten von ihrer ganzen Familie begleitet, die am liebsten auch den ganzen Tag am Krankenbett bleibe. Karl-Andreas Krebs, Chirurg und Vorsitzender der Kreisärztekammer Bautzen, sieht in solch familiärem Beistand auch einen Vorteil. Oftmals würden die Sprachkenntnisse von Verwandten oder Freunden bei der Diagnose helfen.

Handlungsbedarf sieht Krebs noch bei der Behandlung psychischer Erkrankungen von Flüchtlingen. Das könne das Klinikum in diesem Umfang nicht leisten. Und auch die Praxen der Psychologen in Bautzen seien voll: „Hier würden wir uns mehr Hilfe wünschen“. Geschäftsführer Rogowski berichtete von traumatisierten Frauen, die sich nicht mehr aus ihrer Unterkunft trauen und auch ihre Kinder nicht auf die Straße lassen wollen. 

Nach Angaben des Landratsamtes leben im Landkreis Bautzen derzeit 2700 Flüchtlinge - Tendenz fallend. Derzeit gebe es mehr Ab- als Zugänge, hieß es.  

dpa

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