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Sachsen will Pflegeberufe besserstellen - Arbeitgeber kritisieren Positionspapier

Sachsen will Pflegeberufe besserstellen - Arbeitgeber kritisieren Positionspapier

Lobende Worte und harsche Kritik: Sachsen hat ein Positionspapier zur Pflege verabschiedet und damit Unverständnis bei privaten Pflegediensten ausgelöst.

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In einem Seniorenzentrum in Frankfurt (Oder) füttert ein Pfleger eine Heimbewohnerin

Quelle: Patrick Pleul/Symbolbild

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) verweigerte am Mittwoch in Dresden die Unterschrift unter das Dokument und trübte damit die Feierstimmung. „Die Vereinbarung enthält nichts Konkretes, nur schwammige Formulierungen“, erklärte Jaqueline Kallé, Leiterin der bpa-Landesgeschäftsstelle. Grüne, SPD und Linke begrüßten das Papier zwar prinzipiell, vermissten allerdings auch verbindliche Absprachen.

Neben Sozialministerin Christine Clauß (CDU) signierten Vertreter von Pflegekassen und des kommunalen Sozialverbandes die Vereinbarung „Pro Pflege Sachsen“. Demnach soll sich die Zahl der Vollzeitjobs in der Altenpflege deutlich erhöhen. Im Gegenzug will man befristete Stellen und Leiharbeit eindämmen. Die Unterzeichner fordern die Zahlung von Tariflöhnen und den Verzicht auf Schulgeld bei privaten Lehranstalten für Altenpflege. Grundsätzlich geht es Clauß darum, das Pflegepersonal im eigenen Land zu halten: „Wenn alle hier Ausgebildeten in Sachsen bleiben würden, hätten wir aktuell kein Problem.“

Pfleger verdienen in Sachsen 500 Euro weniger als im Bundesdurchschnitt

Nach Einschätzung der Arbeitsagentur fehlt schon jetzt Personal. Derzeit sind rund 400 freie Stellen in der Altenpflege gemeldet, aber nur knapp 200 arbeitslose Pfleger. Die Arbeitsagentur empfindet die Verdienstmöglichkeiten in Sachsens Pflegebranche als „ungünstig“. Während bundesweit eine Fachkraft 2012 im Schnitt 2396 Euro (brutto) pro Monat für eine Vollzeitstelle bekam, waren es in Sachsen nur 1715 Euro.

Kallé gab an, dass dies nur das Basisgehalt sei und Zuschläge sowie Vergünstigungen hinzukämen. „Es gibt keinen Tariflohn in der Pflege“, sagte sie. „Wer angemessen verdient, bleibt. Hier müssen wir ansetzen“, betonte die Ministerin. „Frau Clauß möchte bitte mal den Pflegeeinrichtungen erklären, woher höhere Löhne kommen sollen, wenn nicht die Entgelte für die Leistungen der Pflegeeinrichtungen erhöht werden“, konterte bpa-Landeschef Matthias Faensen: „Gerade wir Arbeitgeber würden sehr gern die Beschäftigten besser bezahlen.“ Sachsen liege jedoch bei den Entgeltvereinbarungen mit den Pflege- und Krankenkassen sowie den Sozialhilfeträgern bundesweit am unteren Ende.

Kritiker halten den privaten Pflegediensten allerdings vor, dass mehr Geld nicht beim Personal ankommt. Der Verband der Ersatzkassen verwies darauf, dass der Belastungstest erst noch bevorsteht. „Die Zahl der Pflegebedürftigen im Freistaat steigt allein in den nächsten 15 Jahren von derzeit rund 140 000 auf 190 000. Der Pflegeberuf muss deshalb attraktiver werden“, sagte Silke Heinke, Chefin des Verbandes der Ersatzkassen. Jetzt gelte es, den Nachwuchs zu sichern. Die CDU-Fraktion im Landtag hoffte am Mittwoch darauf, dass die Initiative zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Pflege in der Gesellschaft führt. Die SPD forderte eine Gesamtstrategie für Pflege.

dpa

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