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Sachsen will Kontrollen vor Lese ausdehnen

Nach Weinskandal Sachsen will Kontrollen vor Lese ausdehnen

Sachsen will angesichts der Insektengift-Affäre im heimischen Wein seine Pflanzenschutz-Kontrollen ausdehnen. „Vor allem in der Zeit vor der Weinlese werden wir den einen oder anderen Betrieb besuchen“, kündigte Jörg Müller von Berneck an.

Sachsen will die Kontrollen vor der Weinlese ausdehnen.

Quelle: dpa

Meißen. Sachsen will angesichts der Insektengift-Affäre im heimischen Wein seine Pflanzenschutz-Kontrollen ausdehnen. „Vor allem in der Zeit vor der Weinlese werden wir den einen oder anderen Betrieb besuchen“, kündigte Jörg Müller von Berneck, Chef des Pflanzenschutzkontrolldienstes im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), an. Damit solle auf die Weinbau-Betriebe mehr Druck ausgeübt werden, sich entsprechend der Regeln zu verhalten, hieß es. Bei bislang drei Erzeugern waren Spuren der Chemikalie Dimethoat im Wein gefunden worden, darunter bei der Winzergenossenschaft Meißen. Das Insektengift ist im Weinbau verboten, wird in Ausnahmefällen aber im Obstbau verwendet.

Derzeit gibt es den Angaben zufolge rund 550 bis 600 Pflanzenschutzkontrollen pro Jahr - darunter mehr als 300 in Land- und Forstwirtschaft. Bisher sei Obst und Gemüse ein Kontrollschwerpunkt gewesen. „Wein war nicht auffällig“, so Müller von Berneck und verwies auf die Kontrollquote von fünf Prozent in Sachsen. Bundesweit werden dagegen nur 1,8 Prozent der Betriebe kontrolliert, so der Pflanzenschutzexperte.

Um zu zeigen, dass ein Großteil des sächsischen Weines nicht betroffen ist, hat das Verbraucherschutzministerium zudem ein Sonderüberwachungsprogramm aufgelegt. Dafür sollen in den nächsten Wochen bei rund 40 Weinbau-Betrieben Proben entnommen werden. Bis Ende September sollen die Ergebnisse vorliegen.

Das Ministerium appellierte zudem an die Weinbauern, ihrer Pflicht zur Eigenkontrolle nachzukommen. Gerade bei einem Geschäftsmodell wie der Winzergenossenschaft, die mit vielen Hobbywinzern zusammenarbeite, seien stichprobenartige Kontrollen nötig. „Da sind aus unserer Sicht Versäumnisse des Unternehmens festzustellen“, erklärte ein Referatsleiter.

Lutz Krüger, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Meißen, betonte, dass die rund 1500 Winzer der Genossenschaft gegen Unterschrift belehrt und über zugelassene Pflanzenschutzmittel informiert werden. Zudem gebe es zahlreiche Lehrgänge und Schulungen zum Thema. „Dass dies alles nicht ausreicht, hat die Praxis bewiesen“, so Krüger.

Daher werde derzeit ein Konzept erarbeitet, das unter anderem stichprobenartige Kontrollen im Weinberg und umfangreichere Kontrollen und Analysen bei der Traubenannahme vorsieht. Erste Gespräche mit Laboren zur Umsetzung habe es bereits gegeben, so Krüger. Bisher hat die Winzergenossenschaft rund 200 Proben ihrer Weine veranlasst, noch liegen nicht alle Ergebnisse vor.

dpa

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