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Sachsen will Betreuungsschlüssel absenken - Kita- und Krippenkosten könnten steigen

Sachsen will Betreuungsschlüssel absenken - Kita- und Krippenkosten könnten steigen

Sächsische Eltern sollen mehr für Kitas und Kinderkrippen zahlen, so der Stand der Verhandlungen zum neuen Doppelhaushalt 2015/2016. Nach derzeitigen Planungen soll der Beitrag um bis zu drei Prozent steigen.

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Kinder in einem Waldkindergarten (Archivbild)

Quelle: dpa

Dafür soll der Betreuungsschlüssel leicht sinken. Nach Ansicht von Juliane Nagel, Landtagsabgeordnete der Linken, sind diese Verbesserungen jedoch minimal. Die Rede ist von einer Mogelpackung.

Bislang tragen Eltern maximal 30 Prozent der Kosten für einen Kindergartenplatz beziehungsweise 23 Prozent für die Krippe. Nach den aktuellen Haushaltsplanungen könnten es in Zukunft 33 Prozent beziehungsweise 26 Prozent sein. Mit dieser Kostensteigerung soll mehr Personal bezahlt werden. Angedacht ist eine Absenkung des Betreuungsschlüssels in Kindergärten von derzeit 13 Kindern je Erzieher auf 12,5 und bis 2016 auf zwölf. In Krippen soll sich ein Pädagoge in Zukunft um nur noch fünf statt sechs Kleinkinder kümmern.

Viele Kinder, wenige Betreuer in Sachsen

Nur in Sachsen-Anhalt und Brandenburg müssen sich Erzieher um mehr Krippenkinder kümmern als in Sachsen. Das geht aus Daten der Bertelsmann-Stiftung hervor. Bei Kindergartenkindern ist die Personalsituation noch verheerender. Nur in Mecklenburg-Vorpommern liegt der Personalschlüssel noch höher als in Sachsen.

Die Kosten für die Verbesserung belaufen sich auf etwa 17,7 Millionen Euro für das Jahr 2015 beziehungsweise 19,5 Millionen Euro im kommenden (2016). Dafür soll die Kitapauschale angehoben werden, welche der Freistaat an die Kommunen überweist.

Juliane Nagel weist darauf hin, dass diese Pauschale seit 2007 nicht angehoben wurde. Noch vor der Landtagswahl 2014 beschloss die damalige Regierungskoalition, den Kommunen pro Kind und Monat 2060 Euro statt bislang 1875 Euro zu überweisen – ein Plus von neun Prozent. „Dass dieser Mehrbetrag durch die Erhöhung des Betreuungsschlüssels aufgefressen wird, ist perfide“, so die Sprecherin für Kinder- und Jugendpolitik der Linken. Allein die Betriebskosten seien zwischen 2007 und 2013 um neun Prozent gestiegen.

Aushilfen sollen Erzieher ersetzen

Auch ob die Kinder in Zukunft wirklich besser betreut werden, bleibt fraglich. Nagel weist auf eine Passage hin, in welcher von einer Erhöhung der „Flexibilität des Personaleinsatzes auch hinsichtlich der Qualifikation“ gesprochen wird. In Zukunft sollen bis zu 20 Prozent pädagogische Hilfskräfte auf den Betreuungsschlüssel angerechnet werden können.

Johannes Angermann

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