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Sachsen kündigt mehr Geld für Fanprojekte im Fußball an

Schnittstellenarbeit Sachsen kündigt mehr Geld für Fanprojekte im Fußball an

Sachsen will Gewalt im Umfeld der Fußballstadien weiter eindämmen und Fanprojekte finanziell stärker fördern. Genaue Summen nannte Innenminister Markus Ulbig (CDU) noch nicht. Er räumte aber ein, dass die betroffenen Kommunen Probleme hätten, die erforderliche Kofinanzierung zu stemmen.

In Sachsen gibt es sechs Fanprojekte: in Aue, Chemnitz, Dresden, Plauen, Leipzig und Zwickau. Das Land gibt dafür momentan 320 000 Euro aus.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen will Gewalt im Umfeld der Fußballstadien weiter eindämmen und Fanprojekte finanziell stärker fördern. Das ist das Fazit einer Debatte am Donnerstag im Landtag. Genaue Summen nannte Innenminister Markus Ulbig (CDU) vor dem Hintergrund laufender Haushaltsverhandlungen noch nicht. Er räumte aber ein, dass die betroffenen Kommunen immer größere Probleme hätten, die erforderliche Kofinanzierung zu stemmen.

In Sachsen gibt es sechs Fanprojekte: in Aue, Chemnitz, Dresden, Plauen, Leipzig und Zwickau. Das Land gibt dafür momentan 320 000 Euro aus. 287 000 Euro fließen den Projekten direkt zu, mit dem Rest wird ein Koordinator bezahlt. Neben den Kommunen sind der Deutsche Fußball- Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) beteiligt. Sie zahlen zusammen pro Fanprojekt und Jahr maximal 150 000 Euro. Die jeweilige Summe muss aber von Land und Kommunen kofinanziert werden.

Theoretisch könnten die sechs Fanprojekte von DFB und DFL insgesamt 900 000 Euro erhalten - wenn Land und Städte in gleichem Umfang Mittel bereitstellen würden. Darauf hob unter anderen der SPD-Abgeordnete Jörg Vieweg ab, der in der Finanzierung noch „viel Luft“ nach oben sah. Die Fanprojekte in Leipzig und Dresden sind die einzigen in Sachsen, die bisher die Maximalförderung von DFB und DFL in Anspruch nehmen können.

Der von CDU und SPD eingebrachte Antrag „Sicherheit im Fußball - Stärkung der sächsischen Fanprojekte“ fand eine große Mehrheit. Er sieht auch vor, dass künftig ein „Sächsischer Jahresbericht Fußball“ erstellt wird. Er soll nicht nur Daten liefern, sondern auch eine Handlungsanleitung für die Vereine sein - beispielsweise um präventive Maßnahmen umzusetzen. Fanprojekte sind eine spezielle Form der Sozialarbeit und bundesweit verbreitet.

Nach den Worten von Ulbig entwickelt sich der sächsische Fußball gut - sowohl in sportlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf Sicherheit. Die Gewalt gehe zurück, Polizei, Vereine und Fans würden an einem Strang ziehen. Ulbig führte das unter anderem auf eine professionelle Arbeit der Ordnungsdienste und eine bessere Logistik bei der An- und Abreise der Gästefans zurück. Allerdings komme es vor allem bei Auswärtsspielen noch immer regelmäßig zu Straftaten.

Die Grünen mahnten an, Hooligans mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Redner anderer Fraktionen warnten davor, Ultras mit Hooligans gleichzusetzen und die ganze Szene zu kriminalisieren. Für Ausschreitungen seien in der Regel einzelne Täter verantwortlich.

Nach Angaben der Koordinationsstelle Fanprojekte gab es Ende 2015 bundesweit 56 entsprechende Projekte. In Berlin, Hamburg, Leipzig, Frankfurt am Main und München sind sie für mehrere Fan-Szenen verantwortlich. Insgesamt sind Fans von 62 Mannschaften involviert.

dpa

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