Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Google+
Sachsen knüpft Unterstützung für Bombardier an Standortgarantie

Stellenabbau Sachsen knüpft Unterstützung für Bombardier an Standortgarantie

Sachsen verlangt im Gegenzug für eine Unterstützung des kanadischen Zugbauers Bombardier eine Garantie für die beiden Standorte in Görlitz und Bautzen. Bombardier hatte angekündigt, an den beiden sächsischen Standorten rund 900 Arbeitsplätze abzubauen.

Blick in das Bombardierwerk in Bautzen.

Quelle: dpa

Dresden. Als Gegenleistung für eine Unterstützung des kanadischen Zugbauers Bombardier besteht Sachsen auf einer Garantie für die beiden Standorte in Görlitz und Bautzen. Wenn es eine solche Garantie über das Jahr 2018 hinaus gebe, sei Sachsen auch bereit, mit seinen Möglichkeiten wie der Technologieförderung oder dem Weiterbildungscheck zu helfen, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch in einer emotional geführten Landtagsdebatte. Jetzt müsse man ein Zukunftsmodell entwickeln und die Ingenieurleistungen in Sachsen erhalten: „Das ist die Zukunftsperspektive.“ Mit den Standorten müsse Innovation verbunden sein.

Dulig zufolge ist Bombardier einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber in einer Region, die sowieso in den vergangenen Jahren in Mitleidenschaft gezogen wurde. Er ging auch auf die schwierige wirtschaftliche Lage des Unternehmens durch immer stärker zunehmende Billigkonkurrenz aus Asien ein. Zugleich redete Dulig Bombardier ins Gewissen: „Es ist unanständig, wenn jetzt auch Managementfehler der letzten Jahre auf den Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“ Sachsen sei überproportional von dem geplanten Stellenabbau betroffen. Von 1430 Stellen, die in Deutschland wegfallen sollen, kämen 900 auf Sachsen. Dass sei nicht akzeptabel.

Zugleich stimmte Dulig auf Veränderungen ein: „Zur Ehrlichkeit gehört dazu: Wir werden nicht alle Arbeitsplätze erhalten können.“ Vor allem die Zeit- und Leiharbeiter seien betroffen. Das wichtigste Ziel sei die Standortsicherheit für Görlitz und Bautzen. Man dürfe nicht zulassen, dass beide Standorte gegeneinander ausgespielt würden. Außerdem gehe es darum, das Potenzial an Fachkräften zu erhalten.

Als Dulig den Linken vorwarf, Klassenkampf auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen, ging es phasenweise lautstark im Plenarsaal zu. Die Linken hatten die Debatte beantragt und ihr den Titel gegeben: „Entscheidungen über den Industriestandort Sachsen - drohender Arbeitsplatzverlust beim Bombardier - Gründe für das hilflose Agieren der Staatsregierung“.

Das wollte der Wirtschaftsminister nicht auf sich sitzen lassen: „Wenn es Ihnen darum gehen würde, hier Solidarität zu zeigen, dann bräuchten sie nicht so eine Art von Polemik“, rief er den Linken entgegen. Polemik sei völlig unangebracht, wenn es um Schicksale von Menschen gehe. Die Linken gingen später davon aus, dass man offenbar einen wunden Nerv bei Dulig erwischt habe.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr