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Sachsen gedenkt der Nazi-Opfer - Warnungen vor dem Vergessen

Sachsen gedenkt der Nazi-Opfer - Warnungen vor dem Vergessen

Dresden. Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus haben der sächsische Landtag und die Staatsregierung davor gewarnt, das Leid der Opfer zu vergessen.

Deutsche Presse-Agentur dpa

„Es ist gefährlich, zu vergessen, wozu der Mensch am Menschen fähig ist“, sagte Landtagspräsident Matthias Rößler am Montag bei einem Gedenkkonzert im Landtag in Dresden. „Wir brauchen den 27. Januar als Mahnung, damit er uns an das Erinnern erinnert“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Seit 1996 wird in Deutschland am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau der mehr als sechs Millionen Juden und anderen Menschen gedacht, die unter dem Nazi-Regime ermordet wurden.

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Der „Unkultur des Vergessens“ müsse eine Kultur der Zuwendung und Anerkennung entgegengesetzt werden, sagte Rößler vor rund 350 geladenen Gästen, darunter Vertreter von Opferverbänden und Schüler.

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„Die Gefahr einer Wiederholung bleibt dann gebannt, wenn in den Köpfen und den Herzen klar ist, dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist“, sagte Tillich. „Das bedeutet, dass für Antisemitismus, für Fremdenfeindlichkeit und Extremismus kein Platz ist.“

Der „Unkultur des Vergessens“ müsse eine Kultur der Zuwendung und Anerkennung entgegengesetzt werden, sagte Rößler vor rund 350 geladenen Gästen, darunter Vertreter von Opferverbänden und Schüler. Er erinnerte an das Schicksal des jüdischen Barock-Komponisten und Geigenvirtuosen Salamone Rossi, der vermutlich bei antisemitischen Pogromen in seinem Heimatland Italien getötet und dessen Spuren zunächst aus der Geschichte getilgt wurden. „Dem Vergehen folgte das Vergessen“, sagte Rößler. „Sein Schicksal hat sich im 20. Jahrhundert millionenfach wiederholt.“

Tillich verwies auf Initiativen und Aktivitäten aus Sachsen, die zu einer Versöhnung und Verständigung mit den Opfern und ihren Nachfahren auch in Israel beitrügen. „Für mich ist das Gedenken immer beides: Erinnern und Handeln“, sagte er.

Auch andernorts im Freistaat wurde am Montag bei einer Vielzahl von Veranstaltungen der Opfer gedacht. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach am steinernen Obelisken, der an das „Massaker von Abtnaundorf“ vom 18. April 1945 erinnert, bei dem mehr als 80 KZ-Häftlinge von Gestapo und SS ermordet wurden. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hatte die Bürger aufgerufen, zum Mahnmal im Park der Opfer des Faschismus zu kommen.

dpa

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