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Sachsen: Trockenheit lässt Erträge in der Landwirtschaft schrumpfen

Ernte-Minus bei Kartoffeln und Gerste Sachsen: Trockenheit lässt Erträge in der Landwirtschaft schrumpfen

Der Sommer 2015 war einer der heißesten seit 230 Jahren. Die Dürre wirkt noch bis in den Oktober nach. Bauern in Sachsen und Thüringen mussten teils empfindliche Ernteverluste hinnehmen.

Der Sommer 2015 war einer der heißesten seit 230 Jahren.

Quelle: dpa

Der Sommer 2015 war einer der heißesten seit 230 Jahren. Die Dürre wirkt noch bis in den Oktober nach. Bauern in Sachsen und Thüringen mussten teils empfindliche Ernteverluste hinnehmen. Mitteldeutschland erlebte im Juli und Anfang August die heißesten und trockensten Tage seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit bundesweit 207 Liter Niederschlag
pro Quadratmeter wurde der übliche Schnitt um 14 Prozent unterschritten. „Wir schleppen bereits ein Niederschlagsdefizit aus den Vorjahren mit“, sagte Sebastian Manns vom Deutschen
Wetterdienst. „Es gab zwar hier und da ein paar Schauer, aber Dauerregen fiel aus.“ Die Böden waren so trocken wie seit über 50 Jahren nicht mehr.

Das führte in der Landwirtschaft zu erheblichen Einbußen. Beim Getreide, bei Mais, Rüben und Kartoffeln verzögerte sich die Entwicklung, stellenweise blieben die Felder kahl. „Besonders auf sandigen Böden wie in Nordsachsen zwischen Delitzsch und Bad Düben kam es zu massiven Ertragseinbrüchen“, sagt Pflanzenbauexperte Andreas Jahnel.

Sachsens Bauernverband rechnet deshalb in den nördlichen Regionen mit bis zu 40-prozentigen Ertragsausfällen, in anderen Regionen würden aber 80 Prozent der Vorjahreserträge erreicht. Auch die Kartoffelernte fällt mit geschätzten 250.000 Tonnen fast um ein Drittel geringer aus als im Vorjahr. „Die Knollen brauchen viel Regen“, sagte Ariane Weiß vom Sächsischen Qualitätskartoffelverband. Auch Thüringens Landwirte sind mit der diesjährigen Ernte nur mäßig zufrieden. Die Erträge bei Gerste und Weizen liegen mit jeweils sieben Tonnen je Hektar deutlich unter denen des Vorjahres.

Im Wald fehlten die Niederschläge, um Bodenwasser speichern zu können. „Wir hatten viele Ausfälle an jungen Bäumen“, sagte Klaus Kühling vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Bei älteren Bäumen könne wegen der Defizite die Sterblichkeitsrate im nächsten Frühjahr steigen. Der Trockenstress im Sommer erhöhte auch die Gefahr von Borkenkäferplagen. Von April bis September gingen bis zu 8.000 Buchdrucker pro Woche in die Falle — ein Spitzenwert. Betroffen waren besonders die Sächsische Schweiz, das Erzgebirgsvorland und das Vogtland.

Umweltforscher sagen ein langfristiges Dürreproblem in Mittel- und Süddeutschland und enorme Anpassungskosten an den Klimawandel durch Hitze und Dürre voraus. „Der heiße und trockene Jahrhundertsommer 2015 hat uns Einblicke in das gewährt, was durch den Klimawandel auf uns zukommt“, sagt Reimund Schwarze vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Winfried Mahr

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